Aus
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Definition und Bedeutung des Kommandos „Aus"
Das Kommando „Aus" gehört zu den grundlegenden Hörzeichen in der Hundeerziehung und bezeichnet die Aufforderung an den Hund, einen Gegenstand, den er im Fang hält, sofort und freiwillig loszulassen. Im englischsprachigen Raum entspricht es dem Befehl „Drop it" oder „Give". Das Hörzeichen zählt neben „Sitz", „Platz" und „Hier" zum Standardrepertoire der Grundausbildung und spielt sowohl im Alltag als auch im Hundesport eine zentrale Rolle.
Ein zuverlässig ausgeführtes „Aus" ist nicht nur eine Frage des Gehorsams, sondern dient der Sicherheit von Hund und Mensch. Hunde, die gelernt haben, Gegenstände auf Signal abzugeben, verschlucken seltener gefährliche Objekte, lassen sich bei Apportierübungen kontrolliert führen und zeigen im Zusammenleben mit Kindern oder anderen Tieren ein kalkulierbares Verhalten.
Abgrenzung zu verwandten Kommandos
Das „Aus" wird häufig mit dem Kommando „Nein" oder „Pfui" verwechselt, unterscheidet sich jedoch grundlegend in seiner Funktion. Während „Nein" eine allgemeine Unterbrechung eines unerwünschten Verhaltens signalisiert und „Pfui" den Hund davon abhalten soll, etwas aufzunehmen, bezieht sich „Aus" spezifisch auf das Freigeben eines bereits im Maul befindlichen Gegenstandes.
Ebenfalls abzugrenzen ist das „Aus" vom Kommando „Gib", das in manchen Trainingsansätzen verwendet wird. Während „Gib" eine aktive Übergabe des Gegenstandes in die Hand des Menschen beschreibt, verlangt „Aus" lediglich das Fallenlassen oder Loslassen – der Hund muss den Gegenstand nicht gezielt übergeben.
Trainingsaufbau und Methodik
Der Aufbau des „Aus"-Kommandos erfolgt in der modernen Hundeerziehung überwiegend über positive Verstärkung. Das Grundprinzip lautet: Der Hund lernt, dass das Loslassen eines Gegenstandes sich lohnt, weil etwas Besseres folgt. Folgende Schritte haben sich in der Praxis bewährt:
- Tauschprinzip: Der Hund hält ein Spielzeug oder einen Kauartikel. Der Halter bietet ein gleichwertiges oder höherwertiges Objekt bzw. ein Leckerli an. Sobald der Hund den ersten Gegenstand loslässt, erfolgt das Markersignal (Clicker oder Markerwort) und die Belohnung.
- Verknüpfung mit dem Hörzeichen: Nach mehreren erfolgreichen Wiederholungen wird das Wort „Aus" unmittelbar vor dem Moment des Loslassens eingeführt. Der Hund verknüpft das akustische Signal mit der gewünschten Handlung.
- Generalisierung: Das Kommando wird mit verschiedenen Gegenständen, an unterschiedlichen Orten und in wechselnden Situationen geübt, damit der Hund das Verhalten unabhängig vom Kontext zeigt.
- Erhöhung der Anforderung: Schrittweise wird die Belohnung variiert und ausgeschlichen. Der Hund soll das „Aus" zuverlässig ausführen, auch wenn nicht jedes Mal eine direkte Belohnung folgt.
Veraltete Methoden wie das gewaltsame Öffnen des Fangs, Leinenruck oder Maulgriff gelten heute als tierschutzrelevant und kontraproduktiv. Sie führen häufig zu Ressourcenverteidigung (Resource Guarding), weil der Hund lernt, dass die Annäherung des Menschen den Verlust seiner Beute bedeutet – und beginnt, seine Gegenstände aktiv zu verteidigen.
Bedeutung im Hundesport
Im Hundesport nimmt das „Aus" eine besonders prominente Stellung ein. In der Begleithundeprüfung (BH), die als Grundlage für viele weiterführende Prüfungen gilt, wird die Lenkbarkeit des Hundes bewertet – ein sauberes Abgeben von Gegenständen gehört zum erwarteten Verhaltensrepertoire.
In der Schutzhundeausbildung (heute als IGP – Internationale Gebrauchshundeprüfung bezeichnet) ist das „Aus" ein zentrales Prüfungselement in der Abteilung C (Schutzdienst). Der Hund muss auf das Hörzeichen „Aus" den Schutzärmel des Helfers sofort und ohne Nachfassen freigeben. Verzögerungen, mehrfaches Nachbeißen oder ein unvollständiges Loslassen führen zu erheblichen Punktabzügen. Die sogenannte Auslösung gilt als einer der anspruchsvollsten Ausbildungsschritte, weil der Hund in einem Zustand hoher Erregung ein triebgesteuertes Verhalten abbrechen muss.
Auch im Apportiertraining, etwa bei Retriever-Arbeitstests oder Dummy-Training, ist ein sauberes Ausgeben der Beute unverzichtbar. Hier wird häufig die Variante „Gib" bevorzugt, bei der der Hund das Dummy ruhig und ohne Kauen in die Hand des Führers abgibt. Das Grundprinzip – Gegenstand auf Signal freigeben – bleibt jedoch identisch.
Häufige Fehler und Probleme
Trotz des vermeintlich einfachen Konzepts treten beim Training des „Aus" regelmäßig typische Schwierigkeiten auf:
- Wiederholtes Kommando: Wird das Hörzeichen mehrfach hintereinander gegeben, ohne dass eine Konsequenz folgt, lernt der Hund, das erste Signal zu ignorieren. Das „Aus" verliert seine Bedeutung.
- Falsches Timing: Wird die Belohnung zu spät gegeben, verknüpft der Hund nicht das Loslassen, sondern ein anderes Verhalten mit dem positiven Reiz.
- Unzureichende Motivation: Ist der angebotene Tauschgegenstand weniger attraktiv als das, was der Hund im Maul hat, fehlt der Anreiz zum Loslassen. Die Belohnung muss – zumindest in der Aufbauphase – den aktuell gehaltenen Gegenstand an Wert übertreffen.
- Verfolgungsspiel: Viele Halter