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Argali

A

Tierart – Säugetiere > Huftiere – Ziegen & Schafe

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ovis ammon
  • Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
  • Familie: Hornträger (Bovidae)
  • Unterfamilie: Ziegenartige (Caprinae)
  • Gattung: Schafe (Ovis)
  • Lebensraum: Hochgebirgssteppen, alpine Matten und hügelige Halbwüsten Zentralasiens
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 120–200 cm, Schulterhöhe 90–125 cm
  • Gewicht: Weibchen 45–100 kg, Männchen 100–215 kg
  • Lebenserwartung: 10–13 Jahre in freier Wildbahn, bis 18 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Das Argali (Ovis ammon) ist das größte aller wildlebenden Schafe und übertrifft in Körpermasse und Hornlänge sowohl das Dickhornschaf Nordamerikas als auch das verwandte Urial (Ovis vignei). Besonders auffällig sind die massiven, spiralförmig gewundenen Hörner der Widder, die über einen Meter Länge erreichen und bei ausgewachsenen Tieren bis zu 20 kg wiegen können. Die Hörner beschreiben in der Regel anderthalb bis zwei vollständige Windungen und dienen sowohl als Waffe bei Rangkämpfen als auch als Statussymbol innerhalb der Herde. Weibliche Argalis tragen deutlich kleinere, kürzere Hörner, die nur leicht gebogen sind.

Das Fell wechselt jahreszeitlich: Im Winter ist es dicht, wollig und von bräunlich-grauer bis dunkelbrauner Färbung, die einen guten Schutz gegen die extremen Temperaturen ihres Lebensraums bietet. Im Sommer wird das Haarkleid kürzer und heller. Typisch ist ein heller Sattelfleck auf dem Rücken sowie ein weißliches Gesichtsfeld. Die Unterseite und die Innenseiten der Läufe sind heller gefärbt. Männchen entwickeln während der Brunftzeit eine ausgeprägte Halsmähne. Die kräftigen Beine enden in breiten Hufen, die auf losem Geröll und felsigem Untergrund sicheren Halt geben.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Argalis erstreckt sich über die Gebirgsregionen Zentralasiens – vom Altai-Gebirge und den Sajan-Bergen im Norden über die Mongolei, Tibet und den Himalaja bis nach Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan, Afghanistan und die westlichen Provinzen Chinas. Das Habitat umfasst offene, baumlose Hochgebirgssteppen, alpine Grasfluren und wellige Hügellandschaften in Höhenlagen zwischen 1.000 und 5.800 Metern. Argalis meiden dichte Vegetation und steile Felswände, anders als etwa Steinböcke (Gattung Capra), die extreme Steillagen bevorzugen. Stattdessen nutzen sie weite, übersichtliche Flächen, auf denen sie Raubtiere frühzeitig erkennen und durch schnelles Laufen fliehen können.

Je nach Unterart und Region führen Argalis saisonale Wanderungen durch: Im Sommer halten sie sich in höheren Lagen auf, im Winter ziehen sie in tiefere, windgeschützte Täler, wo die Schneedecke geringer ist und der Zugang zu Nahrung leichter fällt.

Ernährung

Argalis sind reine Pflanzenfresser und ernähren sich vorwiegend von Gräsern, Kräutern und Seggen. In kargen Hochlagen ergänzen sie ihren Speiseplan mit Flechten, niedrigen Sträuchern und gelegentlich mit trockenen, verholzten Pflanzenteilen. Die Tiere sind an die nährstoffarme Vegetation ihres Biotops angepasst und können mit energiearmer Kost über lange Wintermonate hinweg auskommen. Wie alle Wiederkäuer besitzen sie einen mehrteiligen Magen, der die effiziente Aufspaltung cellulosereicher Nahrung ermöglicht. Salzlecken spielen eine wichtige Rolle für die Mineralstoffversorgung und werden oft von ganzen Herden gemeinsam aufgesucht.

Verhalten & Lebensweise

Argalis sind vorwiegend tagaktiv, mit Aktivitätsphasen am frühen Morgen und späten Nachmittag. Sie leben in geschlechtergetrennten Gruppen: Weibchen und Jungtiere bilden Herden von 10 bis 50 Tieren, während Widder außerhalb der Paarungszeit in kleinen Junggesellengruppen umherziehen oder einzelgängerisch leben. Ältere, dominante Böcke sondern sich häufig ab und schließen sich erst zur Brunft wieder den Weibchenherden an.

Die offene Landschaft ihres Lebensraums begünstigt eine Fluchtdistanz-Strategie gegenüber Prädatoren: Bei Gefahr durch Wölfe, Schneeleoparden oder Luchse setzen Argalis auf ihr gutes Sehvermögen und ihre Ausdauer im Lauf, anstatt in Felsen Deckung zu suchen. Auf kurze Distanzen erreichen sie Geschwindigkeiten von bis zu 60 km/h.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brunft fällt je nach Region in den Zeitraum von Oktober bis Januar. Widder kämpfen in dieser Phase um den Zugang zu paarungsbereiten Weibchen. Die Rivalenkämpfe folgen einem ritualisierten Ablauf: Zwei Böcke stellen sich in einem Abstand von mehreren Metern gegenüber auf, gehen aufeinander zu und rammen mit gesenktem Kopf ihre Hörner gegeneinander. Die Wucht dieser Zusammenstöße ist enorm – der Aufprall ist über weite Entfernungen hörbar. Verdickte Schädelknochen und eine stoßdämpfende Hirnhautstruktur schützen das Gehirn vor Verletzungen.

Nach einer Tragzeit von etwa 150 bis 165 Tagen bringt das Weibchen in der Regel ein einzelnes Lamm zur Welt, Zwillinge kommen selten vor. Die Geburt erfolgt im Frühling, wenn die Vegetation wieder ausreichend Nahrung bietet. Neugeborene Lämmer sind Nestflüchter und können bereits wenige Stunden nach der Geburt der Herde folgen. Sie werden etwa vier Monate gesäugt. Weibchen erreichen die Geschlechtsreife mit zwei Jahren, Männchen mit vier bis fünf Jahren, auch wenn