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Dickhornschaf

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Tierart – Säugetiere > Huftiere – Ziegen & Schafe

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ovis canadensis
  • Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
  • Familie: Hornträger (Bovidae)
  • Unterfamilie: Ziegenartige (Caprinae)
  • Gattung: Schafe (Ovis)
  • Lebensraum: Felsige Gebirgsregionen, Wüstengebirge und alpine Wiesen Nordamerikas
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 150–180 cm, Schulterhöhe 80–100 cm
  • Gewicht: Weibchen 50–90 kg, Männchen 60–140 kg
  • Lebenserwartung: 10–15 Jahre in freier Wildbahn, bis 20 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Das Dickhornschaf ist ein kräftig gebautes Wildschaf mit einem kompakten, muskulösen Körper und relativ kurzen, stämmigen Beinen. Seinen Namen verdankt es den wuchtigen, nach hinten und seitlich spiralförmig gebogenen Hörnern der Widder, die ein Gewicht von bis zu 14 Kilogramm erreichen können – das entspricht etwa dem Gewicht des gesamten übrigen Skeletts. Die Hörner wachsen das ganze Leben lang und bilden mit zunehmendem Alter eine nahezu vollständige Spirale. Weibchen tragen deutlich kleinere, kürzere und nur leicht gebogene Hörner.

Das Fell ist dicht und doppelschichtig aufgebaut: Eine weiche, isolierende Unterwolle wird von groben Deckhaaren überlagert. Die Fellfärbung variiert je nach Unterart von hellbraun über graubraun bis hin zu dunkelbraun. Der Bauch, die Innenseiten der Beine und ein auffälliger Fleck am Hinterteil sind weiß bis cremfarben. Dieser helle Spiegel am Hinterteil dient vermutlich der optischen Kommunikation innerhalb der Gruppe. Im Winter wird das Fell dichter und dunkler, im Frühjahr wird es in großen Büscheln abgeworfen.

Die Hufe sind hart und an der Außenkante scharf, an der Unterseite jedoch weich und gummiartig – eine Anpassung, die auf steilem, felsigem Untergrund hervorragenden Halt bietet.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Dickhornschafs erstreckt sich über weite Teile des westlichen Nordamerikas, von den kanadischen Rocky Mountains im Norden über die Gebirgszüge der westlichen US-Bundesstaaten bis in die Wüstengebirge des nördlichen Mexikos. Man unterscheidet drei anerkannte Unterarten: das Rocky-Mountain-Dickhornschaf (Ovis canadensis canadensis), das Sierra-Nevada-Dickhornschaf (Ovis canadensis sierrae) und das Wüsten-Dickhornschaf (Ovis canadensis nelsoni).

Das bevorzugte Habitat sind offene, felsige Gebirgslandschaften in Höhenlagen zwischen 600 und 2.500 Metern. Entscheidend für die Wahl des Biotops ist die Nähe zu steilen Felswänden und Klippen, die als Fluchtterrain vor Raubtieren dienen. Alpine Wiesen, Geröllfelder und trockene Berghänge mit spärlicher Vegetation bilden typische Lebensräume. Die Wüstenpopulationen besiedeln aride, zerklüftete Felsformationen und kommen mit erstaunlich wenig Wasser aus.

Vor der europäischen Besiedlung Nordamerikas war die Art wesentlich weiter verbreitet. Durch Bejagung, Habitatverlust und von Hausschafen eingeschleppte Krankheiten schrumpfte der Bestand im 19. und frühen 20. Jahrhundert drastisch. Intensive Schutz- und Wiederansiedlungsprogramme haben die Populationen in vielen Regionen stabilisiert.

Ernährung

Dickhornschafe sind Pflanzenfresser mit einem breiten Nahrungsspektrum. Je nach Jahreszeit und verfügbarem Angebot fressen sie Gräser, Kräuter, Sträucher und gelegentlich Flechten. Im Sommer bilden frische Alpengräser und krautige Pflanzen die Hauptnahrung. Im Winter weichen die Tiere auf trockene Gräser, Zweige und holzige Pflanzenteile aus. Die Wüstenpopulationen nutzen zusätzlich Kakteen und andere sukkulente Pflanzen als Wasser- und Nahrungsquelle.

Als Wiederkäuer verfügen Dickhornschafe über einen vierkammerigen Magen, der es ihnen ermöglicht, auch schwer verdauliche Pflanzenfasern effizient aufzuschließen. Die Tiere suchen regelmäßig Salzlecken und mineralreiche Bodenstellen auf, um ihren Bedarf an Natrium und anderen Spurenelementen zu decken.

Verhalten & Lebensweise

Dickhornschafe sind überwiegend tagaktiv und leben in geschlechtergetrennten Gruppen. Weibchen, Lämmer und Jungtiere bilden Herden von 5 bis 15 Tieren, die von einem erfahrenen Weibchen angeführt werden. Die Widder schließen sich zu losen Junggesellengruppen zusammen und halten sich außerhalb der Paarungszeit in anderen Gebieten auf als die Weibchenherden.

Die Tiere sind hervorragende Kletterer. Dank ihrer speziell angepassten Hufe bewegen sie sich mit großer Sicherheit über steile Felsen und schmale Gesimse. Diese Kletterfähigkeit ist ihre wichtigste Überlebensstrategie gegen Raubtiere wie Puma, Wolf und Steinadler (letzterer vor allem für Lämmer). Werden sie bedroht, flüchten sie auf unzugängliche Felsvorsprünge, die für ihre Verfolger kaum erreichbar sind.

Die saisonalen Wanderungen zwischen höher gelegenen Sommerweiden und geschützten Winterquartieren in tieferen Lagen folgen über Generationen etablierten Routen und werden durch soziales Lernen von älteren an jüngere Tiere weitergegeben.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit – auch Brunft genannt – fällt in die Monate November und Dezember. In dieser Phase stoßen die Widder in spektakulären Rivalenkämpfen mit den Hörnern aufeinander. Zwei Kontrahenten nehmen Anlauf, stellen sich auf die Hinterbeine und rammen ihre Stirn und Hörner mit einer Geschwindigkeit von bis zu 30 km/h frontal gegeneinander. Der Aufpr