Arowana
ATierart – Fische > Sonstige Fische
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Osteoglossum spp. (Südamerika), Scleropages spp. (Asien, Australien)
- Ordnung: Knochenzünglerartige (Osteoglossiformes)
- Familie: Knochenzüngler (Osteoglossidae)
- Lebensraum: Tropische Süßgewässer – Flüsse, Überschwemmungsgebiete, Seen
- Größe: 60–120 cm, je nach Art
- Gewicht: 4–7 kg, Einzelexemplare über 10 kg
- Lebenserwartung: 15–20 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis über 30 Jahre
Aussehen & Merkmale
Arowanas sind große, langgestreckte Süßwasserfische mit einem seitlich abgeflachten Körper. Ihr auffälligstes Merkmal ist das stark oberständige Maul, das nahezu senkrecht nach oben gerichtet ist und am Unterkiefer zwei kräftige Barteln trägt. Diese Barteln dienen als Tastorgane und helfen bei der Nahrungssuche an der Wasseroberfläche.
Die Schuppen sind ungewöhnlich groß, kräftig ausgebildet und mosaikartig angeordnet. Je nach Art variiert die Färbung erheblich: Der Silberarowana (Osteoglossum bicirrhosum) zeigt silbrig glänzende Schuppen mit einem leichten Grünschimmer, während der Asiatische Arowana (Scleropages formosus) in Farbvarianten von Goldrot über Grün bis hin zu tiefem Rot vorkommt. Die Rücken- und Afterflosse sitzen weit hinten am Körper und reichen fast bis zur Schwanzflosse, was dem Arowana ein stromlinienförmiges Profil verleiht. Die Brustflossen sind lang und beweglich. Die Augen sind groß und sitzen seitlich am Kopf, was dem Fisch ein weites Sichtfeld ermöglicht.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Arowanas erstreckt sich über drei Kontinente. Die beiden südamerikanischen Arten – der Silberarowana (Osteoglossum bicirrhosum) und der Schwarze Arowana (Osteoglossum ferreirai) – besiedeln das Amazonasbecken und seine Nebenflüsse in Brasilien, Peru, Kolumbien und Guyana. Ihr bevorzugtes Habitat sind langsam fließende oder stehende Gewässer in Überschwemmungswäldern (Várzea und Igapó), wo sie zwischen überfluteter Vegetation und unter überhängenden Bäumen leben.
Der Asiatische Arowana (Scleropages formosus) kommt in Südostasien vor, insbesondere in Teilen von Malaysia, Indonesien (Borneo, Sumatra), Thailand und Myanmar. Sein Biotop umfasst langsam fließende Flüsse, Sumpfwälder und Torfmoorgebiete. In Australien lebt der Australische Arowana (Scleropages jardinii), der Flüsse und Billabongs im Norden des Kontinents sowie Teile Neuguineas bewohnt. Daneben existiert der verwandte Scleropages leichardti, der auf das Fitzroy-Flusssystem in Queensland beschränkt ist.
Allen Arten gemeinsam ist die Bindung an warme, tropische Süßgewässer mit Wassertemperaturen zwischen 24 und 30 °C und einem eher sauren bis neutralen pH-Wert.
Ernährung
Arowanas sind Oberflächenjäger und opportunistische Raubfische. Ihre Nahrung besteht aus Insekten, Spinnen, kleinen Fröschen, Eidechsen und anderen Fischen. Die südamerikanischen Arten sind dafür bekannt, dass sie aus dem Wasser springen können, um Beutetiere von niedrig hängenden Ästen zu erbeuten – ein Verhalten, das ihnen im Englischen den Namen „Water Monkey" eingebracht hat. Die Sprünge erreichen Höhen von bis zu einem Meter über der Wasseroberfläche.
Der Asiatische Arowana ernährt sich neben Insekten auch von Garnelen, kleinen Krebstieren und Fischen. In der Aquarienhaltung werden Arowanas häufig mit Lebendfutter wie Grillen, Mehlwürmern, Futterfischen und Garnelen versorgt. Jungtiere fressen zunächst Wasserflöhe, Mückenlarven und andere Kleinstlebewesen.
Verhalten & Lebensweise
Arowanas sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, wobei sie auch tagsüber Nahrung aufnehmen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Sie halten sich bevorzugt dicht unter der Wasseroberfläche auf und patrouillieren langsam ihr Revier. Als Einzelgänger beanspruchen adulte Tiere feste Territorien und zeigen gegenüber Artgenossen ausgeprägte Aggressivität. Revierstreitigkeiten werden durch Imponierverhalten, Drohgebärden mit gespreizten Kiemendeckeln und gelegentliche Rammstöße ausgetragen.
Die Schwimmweise ist charakteristisch: Arowanas bewegen sich gleichmäßig und ruhig durch das Wasser, können bei der Jagd oder bei Gefahr jedoch blitzschnell beschleunigen. Die langen Barteln tasten dabei permanent die Wasseroberfläche ab und registrieren feinste Vibrationen potenzieller Beutetiere.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzung der Arowanas weist eine für Fische ungewöhnliche Brutpflege auf: Alle Arowana-Arten sind Maulbrüter. Nach der Balz, bei der sich Paare über Wochen hinweg annähern und synchron schwimmen, legt das Weibchen relativ wenige, dafür aber sehr große Eier ab – je nach Art zwischen 30 und 200 Stück mit einem Durchmesser von 10 bis 16 mm.
Beim Silberarowana nimmt das Männchen die befruchteten Eier in sein Maul auf und trägt sie über einen Zeitraum von etwa 50 bis 60 Tagen. Während dieser Phase nimmt das Männchen keine Nahrung zu sich. Die geschlüpften Jungfische tragen noch einen großen Dottersack und verbleiben auch nach dem Schlupf zunächst im Maul des Vaters, bis sie etwa 7 bis 10 cm groß sind und eigenständig Nahrung aufnehmen können. Beim Asiatischen Arowana ist der Brutzyklus ähnlich, die Gelegeg