Fledermausfisch
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Platax (Gattung mit mehreren Arten, z. B. Platax teira, Platax orbicularis, Platax pinnatus, Platax batavianus, Platax boersii)
- Ordnung: Barschartige (Perciformes)
- Familie: Ephippidae (Spatenfische)
- Gattung: Platax
- Lebensraum: Tropische und subtropische Küstengewässer des Indopazifik, Korallenriffe, Mangroven, Lagunen
- Größe: 35–65 cm Körperlänge, je nach Art; mit Flossen bis zu 75 cm Höhe
- Gewicht: 2–8 kg
- Lebenserwartung: 10–15 Jahre in freier Wildbahn, in Aquarien bis zu 20 Jahre
Aussehen & Merkmale
Fledermausfische verdanken ihren deutschen Namen der auffälligen Körperform: Die extrem verlängerten Rücken- und Afterflossen verleihen dem Tier – insbesondere im Jugendstadium – ein Profil, das an die ausgebreiteten Flügel einer Fledermaus erinnert. Der Körper ist seitlich stark abgeflacht (komprimiert) und annähernd scheibenförmig bis hochoval. Das Maul ist klein und endständig, die Lippen leicht vorgestülpt. Die Schuppen sind klein bis mittelgroß, ctenoid (kammförmig) und fest in die Haut eingebettet.
Die Grundfärbung variiert artspezifisch. Platax orbicularis, der Rundkopf-Fledermausfisch, zeigt als adultes Tier eine silbrig-graue bis bräunliche Färbung mit zwei bis drei dunklen, senkrecht verlaufenden Bändern. Platax pinnatus, der Spitzkopf-Fledermausfisch, fällt als Jungtier durch eine tief dunkelbraune bis schwarze Färbung mit einem leuchtend orangeroten Saum entlang der Flossenkanten auf – eine Mimikry, die Ähnlichkeit mit giftigen Plattwürmern der Gattung Pseudobiceros herstellt. Mit zunehmendem Alter verblasst diese Zeichnung, und die Flossen werden proportional kürzer. Platax teira, der Langflossen-Fledermausfisch, erreicht die größten Körpermaße innerhalb der Gattung und weist einen dunklen Fleck nahe der Brustflossenansätze auf.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Gattung Platax erstreckt sich über den gesamten tropischen und subtropischen Indopazifik – vom Roten Meer und der ostafrikanischen Küste über den Indischen Ozean bis nach Südostasien, Nordaustralien und in den westlichen Pazifik. Einzelne Nachweise existieren auch aus dem östlichen Mittelmeer, wohin Exemplare über den Suezkanal als sogenannte Lessepssche Migranten gelangt sind.
Als Habitat nutzen Fledermausfische eine beachtliche Bandbreite küstennaher Biotope. Adulte Tiere halten sich bevorzugt an Korallenriffen, steilen Riffwänden, Wracks und künstlichen Riffstrukturen in Tiefen zwischen 5 und 30 Metern auf. Juvenile Exemplare besiedeln dagegen häufig geschützte Flachwasserbereiche wie Mangrovenwälder, Seegraswiesen und Flussmündungen. Diese Habitate bieten den jungen Fischen Schutz vor Raubfischen und ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Mit zunehmender Größe wandern die Tiere in tiefere, offenere Riffbereiche ab.
Ernährung
Fledermausfische sind Allesfresser (Omnivoren) mit einem breiten Nahrungsspektrum. Ihre Diät umfasst Algen, Quallen, Zooplankton, Krebstiere, kleine Fische und diverse wirbellose Meerestiere. Innerhalb von Korallenriff-Ökosystemen übernehmen sie eine ökologisch relevante Funktion: Untersuchungen an australischen Riffen haben gezeigt, dass Platax pinnatus als einer der wenigen Riffbewohner in nennenswertem Umfang Makroalgen konsumiert, die andernfalls Korallen überwuchern können. Diese Weidegänger-Funktion macht Fledermausfische zu potenziellen Schlüsselarten für die Resilienz geschädigter Riffe.
Die Nahrungsaufnahme erfolgt überwiegend tagsüber. Die Fische durchsuchen dabei Substratoberflächen und das freie Wasser gleichermaßen. Quallen und deren Tentakeln werden gezielt aufgenommen, wobei die Tiere offenbar eine gewisse Toleranz gegenüber Nesselgift besitzen.
Verhalten & Lebensweise
Fledermausfische sind tagaktive Schwarmfische, die in Gruppen von wenigen Individuen bis hin zu mehreren Dutzend Tieren auftreten. An prominenten Riffstrukturen – etwa Putzerstationen, Wracks oder Steilwänden – versammeln sie sich häufig in lockeren Aggregationen und stehen nahezu regungslos im Wasser. Diese Gruppenbildung dient sowohl dem Schutz vor Prädatoren als auch dem Aufsuchen von Putzerfischen und Putzergarnelen, die Parasiten von Haut und Schuppen entfernen.
Gegenüber Tauchern zeigen Fledermausfische ein auffällig neugieriges und wenig scheues Verhalten. Sie nähern sich oft bis auf wenige Zentimeter und begleiten Taucher über längere Strecken – ein Verhalten, das sie zu beliebten Begegnungen im Tauchtourismus macht. Ein ausgeprägtes Revierverhalten ist bei adulten Tieren nicht dokumentiert; die Gruppen sind eher ortstreu als territorial.
Juvenile Fledermausfische zeigen ein davon abweichendes Verhalten: Sie lassen sich häufig seitlich an der Wasseroberfläche treiben und imitieren dabei abgestorbene Blätter oder Mangrovenlaub. Diese Mimese schützt sie vor Fressfeinden und ermöglicht passiven Transport durch Strömungen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Über die Fortpflanzungsbiologie der Fledermausfische ist verhältnismäßig wenig bekannt. Die Tiere sind