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Flösselhecht

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Tierart – Fische > Sonstige Fische

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Polypterus (Gattung); mehrere Arten, z. B. Polypterus senegalus, Polypterus endlicherii, Polypterus ornatipinnis
  • Ordnung: Polypteriformes (Flösselhechte)
  • Familie: Polypteridae (Flösselhechte)
  • Lebensraum: Süßgewässer Afrikas – Flüsse, Seen, Überschwemmungsgebiete und Sümpfe
  • Größe: Je nach Art 25–120 cm
  • Gewicht: Bis etwa 3,5 kg (bei großen Arten wie Polypterus endlicherii)
  • Lebenserwartung: 15–35 Jahre, in Aquarienhaltung teils noch länger

Aussehen & Merkmale

Flösselhechte gehören zu den urtümlichsten heute noch lebenden Knochenfischen. Ihr Körperbau wirkt langgestreckt und zylindrisch, was ihnen eine gewisse Ähnlichkeit mit Aalen oder Hechten verleiht – daher der deutsche Name. Der Kopf ist abgeflacht und breit, das Maul endständig und mit zahlreichen kleinen Zähnen besetzt.

Das auffälligste Merkmal ist die Rückenflosse: Sie besteht nicht aus einer zusammenhängenden Flosse, sondern aus einer Reihe einzelner, fähnchen- oder flossenartiger Strahlen – den sogenannten Flösseln (Pinnulae). Je nach Art variiert die Anzahl dieser Flössel zwischen 5 und 18. Jedes Flössel besteht aus einem harten Stachelstrahl und einer daran befestigten weichen Fahne. Brustflossen sind fleischig und auf einem muskulösen Stiel angesetzt, was an die Extremitäten von Landwirbeltieren erinnert.

Der gesamte Körper ist mit dicken, rhombenförmigen Ganoidschuppen bedeckt. Diese Schuppen bestehen aus einer äußeren Schicht aus Ganoin – einem schmelzartigen Hartgewebe – und sind über gelenkige Verbindungen miteinander verzahnt. Diese Panzerung erinnert an ausgestorbene paläozoische Fische und ist innerhalb der modernen Knochenfische einzigartig. Die Färbung variiert artabhängig von einheitlich graubraun (Polypterus senegalus) bis hin zu kontrastreich gemustert mit dunklen Bändern oder Flecken (Polypterus ornatipinnis).

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Flösselhechte erstreckt sich über weite Teile des tropischen und subtropischen Afrikas. Sie besiedeln Flusssysteme wie den Nil, den Kongo, den Niger, den Tschadsee und den Senegal sowie angrenzende Überschwemmungsgebiete und Sümpfe. Ihr Habitat umfasst sowohl stehende als auch langsam fließende Gewässer mit schlammigem oder sandigem Grund und dichter Ufervegetation.

Flösselhechte bevorzugen warme, sauerstoffarme Gewässer – ein Biotop, in dem ihre Fähigkeit zur Luftatmung einen entscheidenden Vorteil bietet. Während der Regenzeit nutzen viele Arten überschwemmte Gebiete als Nahrungsgründe und Laichplätze. In der Trockenzeit ziehen sie sich in tiefere Gewässerabschnitte oder schlammige Rückzugsräume zurück.

Ernährung

Flösselhechte sind Raubfische mit einem breiten Nahrungsspektrum. Sie ernähren sich vorwiegend von kleinen Fischen, Insektenlarven, Krebstieren, Würmern und Weichtieren. Größere Arten erbeuten auch Frösche und andere Amphibien. Die Nahrungsaufnahme erfolgt überwiegend in der Dämmerung und nachts, wenn die Tiere aktiv auf Beutesuche gehen.

Beim Aufspüren der Beute spielen der Geruchssinn und die mechanorezeptiven Sinneszellen eine zentrale Rolle. Die Augen sind vergleichsweise klein und wenig leistungsfähig. Stattdessen verlassen sich Flösselhechte auf ihre gut ausgebildeten Nasenöffnungen, die als röhrenförmige Ausstülpungen am Kopf sichtbar sind und die Wahrnehmung von Geruchsstoffen im Wasser erleichtern.

Verhalten & Lebensweise

Flösselhechte sind überwiegend nachtaktiv und verbringen den Tag versteckt zwischen Wurzelwerk, Steinen oder Pflanzendickicht. Erst in der Dämmerung beginnen sie, ihr Revier nach Nahrung abzusuchen. Die Fortbewegung erfolgt meist langsam und schlängelnd; bei Bedarf können kurze, schnelle Vorstöße unternommen werden.

Eine der herausragenden Eigenschaften der Flösselhechte ist ihre Fähigkeit zur Luftatmung. Sie besitzen eine paarige, lungenähnliche Schwimmblase, die als akzessorisches Atmungsorgan dient. In regelmäßigen Abständen steigen die Tiere zur Wasseroberfläche auf, um Luft zu schlucken. Diese Anpassung erlaubt ihnen das Überleben in sauerstoffarmen Gewässern. Wird Flösselhechten der Zugang zur Wasseroberfläche dauerhaft verwehrt, können sie ertrinken – ein ungewöhnlicher Umstand für einen Fisch.

Gegenüber Artgenossen verhalten sich Flösselhechte meist tolerant, solange ausreichend Raum und Versteckmöglichkeiten vorhanden sind. Aggressive Interaktionen treten vor allem bei Nahrungskonkurrenz oder in beengten Verhältnissen auf.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung der Flösselhechte ist an die Regenzeit gekoppelt, wenn steigende Wasserstände neue Habitate erschließen. Während der Balz umkreist das Männchen das Weibchen und berührt es mit Kopf und Körper. Die Afterflosse des Männchens bildet bei einigen Arten eine becherförmige Struktur, die der Aufnahme und Befruchtung der Eier dient.

Das Weibchen gibt die Eier in kleinen Portionen ab, die vom Männchen befruchtet und anschließend in dichter Unterwasservegetation verteilt werden. Die Eier sind klebrig und haften an Pflanzen und Substrat. Eine Brutpflege findet nicht statt. Die Larven schlüpfen nach wenigen Tagen und tragen auffällige, gefiederte Außenkiemen, die an Amphibienlarven erinnern. Diese externen Kiemen werden im Laufe der Entwicklung zur