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Bichir

B

Tierart – Fische > Sonstige Fische

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Polypterus (Gattung); mehrere Arten, z. B. Polypterus senegalus (Senegal-Flösselhecht), Polypterus endlicherii (Endlicher-Flösselhecht), Polypterus ornatipinnis (Schmuckflossen-Flösselhecht)
  • Ordnung: Polypteriformes (Flösselhechte)
  • Familie: Polypteridae
  • Gattungen: Polypterus (Flösselhechte) und Erpetoichthys (Flösselaal)
  • Lebensraum: Süßgewässer Afrikas – Flüsse, Seen, Überschwemmungsgebiete, Sumpflandschaften
  • Größe: je nach Art 25–75 cm, einzelne Arten bis über 90 cm
  • Gewicht: je nach Art 0,5–3,5 kg
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre, in Gefangenschaft teils über 25 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Bichir, im Deutschen als Flösselhecht bezeichnet, gehört zu den urtümlichsten heute lebenden Knochenfischen. Sein Körperbau erinnert auf den ersten Blick an eine Mischung aus Aal und Hecht: Der langgestreckte, zylindrische Rumpf endet in einem abgeflachten, breiten Kopf mit einem leicht vorspringenden Unterkiefer und kleinen, seitlich stehenden Augen. Die dicken, rhombenförmigen Ganoidschuppen bestehen aus einer harten, schmelzartigen Substanz namens Ganoin und verleihen dem Tier ein panzerartiges Aussehen. Diese Schuppenform ist typisch für basale Strahlenflosser und unterscheidet den Bichir deutlich von den meisten modernen Fischarten.

Das namensgebende Merkmal der Gattung Polypterus – wörtlich „viele Flossen" – sind die zahlreichen, einzeln stehenden Rückenflössel (Pinnulae), die sich wie eine Reihe kleiner Fähnchen entlang der Rückenlinie erstrecken. Je nach Art zählt man 5 bis 18 dieser Einzelflossen. Die Brustflossen sitzen auf fleischigen, muskulösen Stielen, die an die Gliedmaßenansätze von Landwirbeltieren erinnern und dem Fisch eine Art „Gehen" auf dem Substrat ermöglichen. Die Schwanzflosse ist symmetrisch-rundlich geformt (diphyzerk).

Die Färbung variiert artabhängig von einheitlichem Olivgrau (P. senegalus) über Brauntöne mit dunklen Querbändern (P. endlicherii) bis hin zu komplex gemusterten Arten mit auffälligen schwarzen und gelben Zeichnungen (P. ornatipinnis).

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Bichire erstreckt sich über weite Teile des tropischen und subtropischen Afrika. Die verschiedenen Arten besiedeln die Flusssysteme des Nil, Niger, Kongo und Tschadsee sowie zahlreiche westafrikanische Küstenflüsse und die Gewässer der Sahelzone. Ihr bevorzugtes Habitat sind langsam fließende oder stehende Gewässer mit schlammigem Untergrund und dichter Ufervegetation: Flussauen, saisonale Überschwemmungsgebiete, Sümpfe und flache Seeufer. In diesen sauerstoffarmen Biotopen kommt ihnen ihre Fähigkeit zur Luftatmung zugute.

Einige Arten zeigen eine weite ökologische Anpassungsfähigkeit und kommen sowohl in klaren als auch in trüben, pflanzenreichen Gewässern vor. Andere, wie der Kongo-Flösselhecht (P. congicus), sind enger an bestimmte Flusssysteme gebunden.

Ernährung

Bichire sind opportunistische Raubfische mit einem breiten Nahrungsspektrum. Sie ernähren sich vorwiegend von Insektenlarven, Würmern, Krebstieren, kleinen Fischen und Amphibienlarven. In Überschwemmungsgebieten nehmen sie saisonal auch terrestrische Wirbellose zu sich, die ins Wasser gespült werden. Die Nahrungssuche erfolgt überwiegend nachts, wobei der Geruchssinn eine zentrale Rolle spielt – die Augen sind vergleichsweise schwach entwickelt, die röhrenförmigen Nasenlöcher hingegen hochempfindlich.

In Aquarienhaltung werden Bichire mit Futterfisch, Regenwürmern, Garnelen, Muschelfleisch und hochwertigem Frostfutter versorgt. Trockenfutter wird meist nur zögerlich oder gar nicht angenommen.

Verhalten & Lebensweise

Flösselhechte sind ausgeprägt nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich in Höhlen, zwischen Wurzeln oder im dichten Pflanzenbewuchs und werden erst in der Dämmerung aktiv. Ihre Fortbewegung am Gewässergrund wirkt bedächtig, fast schlängelnd; bei der Jagd können sie jedoch kurze, schnelle Vorstöße unternehmen. Das Revierverhalten ist je nach Art und Geschlecht unterschiedlich stark ausgeprägt – männliche Tiere können besonders während der Fortpflanzungszeit territorial reagieren.

Eine der besonderen physiologischen Anpassungen ist die modifizierte Schwimmblase, die als paarige, lungenähnliche Struktur funktioniert. Bichire können atmosphärische Luft an der Wasseroberfläche aufnehmen und so in sauerstoffarmen Gewässern überleben. In austrocknenden Tümpeln sind sie sogar in der Lage, über kurze Strecken über Land zu benachbarten Wasserstellen zu kriechen, wobei sie sich auf ihre kräftigen Brustflossen stützen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung der Bichire findet während der Regenzeit statt, wenn steigende Wasserstände neue Lebensräume eröffnen und das Nahrungsangebot zunimmt. Die Balz ist artspezifisch: Typischerweise schwimmt das Männchen neben dem Weibchen her und berührt es wiederholt mit dem Maul und den Brustflossen. Bei einigen Arten umschlingt das Männchen mit seiner verbreiterten Afterflosse die Genitalregion des Weibchens, um die Eier bei der Abgabe direkt zu besamen.

Die klebrigen Eier werden