Arthrose
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Definition & Überblick
Arthrose – in der Fachsprache als Osteoarthrose oder degenerative Gelenkerkrankung (DJD, Degenerative Joint Disease) bezeichnet – ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung der Gelenke, bei der der schützende Gelenkknorpel zunehmend abgebaut wird. Im Verlauf der Erkrankung kommt es zu Umbauprozessen am Knochen, Entzündungen der Gelenkkapsel (Synovitis) und einer dauerhaften Einschränkung der Gelenkfunktion.
Arthrose zählt zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen in der Tiermedizin. Betroffen sind vor allem Hunde und Katzen, aber auch Pferde, Kaninchen und andere Tierarten. Schätzungen zufolge leiden etwa 20 Prozent aller Hunde über einem Jahr und bis zu 90 Prozent der Katzen über zwölf Jahren an arthrotischen Veränderungen in mindestens einem Gelenk. Da der Gelenkknorpel keine Nerven besitzt, verläuft die Erkrankung anfangs häufig unbemerkt – Schmerzen treten erst auf, wenn umliegende Strukturen wie Knochen, Gelenkkapsel und Bänder in Mitleidenschaft gezogen werden.
Ursachen & Risikofaktoren
Man unterscheidet grundsätzlich zwischen primärer und sekundärer Arthrose. Die primäre Arthrose entsteht durch altersbedingte Abnutzung ohne erkennbare Vorerkrankung. Deutlich häufiger ist die sekundäre Arthrose, die als Folge einer bestehenden Grunderkrankung oder Fehlbelastung auftritt.
- Gelenkfehlstellungen und Entwicklungsstörungen: Hüftgelenksdysplasie (HD), Ellbogendysplasie (ED), Patellaluxation und Osteochondrosis dissecans (OCD) gehören zu den häufigsten Auslösern bei Hunden.
- Traumata: Kreuzbandrisse, Frakturen mit Gelenkbeteiligung oder Luxationen führen zu veränderten Belastungsverhältnissen und beschleunigen den Knorpelverschleiß.
- Übergewicht: Jedes Kilogramm zu viel belastet die Gelenke überproportional. Übergewichtige Tiere entwickeln nachweislich früher und schwerer ausgeprägte Arthrosen.
- Rasseprädisposition: Große und schwere Hunderassen wie Labrador Retriever, Deutsche Schäferhunde und Rottweiler sind genetisch stärker gefährdet. Bei Katzen sind Maine Coon und Britisch Kurzhaar überdurchschnittlich betroffen.
- Alter: Mit zunehmendem Alter nimmt die Regenerationsfähigkeit des Knorpels ab, die Gelenkflüssigkeit (Synovia) verliert an Viskosität und Schutzwirkung.
- Fehlbelastung und Überlastung: Einseitige Bewegung, zu intensives Training bei jungen Tieren oder dauerhaft harter Untergrund fördern den Gelenkverschleiß.
Symptome & Erkennung
Die Symptome einer Arthrose entwickeln sich schleichend, was die Früherkennung erschwert. Besonders Katzen sind Meister darin, Schmerzen zu verbergen. Typische Anzeichen sind:
- Lahmheit und Steifheit: Besonders nach Ruhephasen zeigen betroffene Tiere einen sogenannten Anlaufschmerz – sie laufen sich erst nach einigen Schritten ein.
- Bewegungsunlust: Hunde verweigern längere Spaziergänge, Katzen springen nicht mehr auf erhöhte Liegeplätze.
- Verhaltensänderungen: Vermehrtes Schlafen, Reizbarkeit bei Berührung, Appetitlosigkeit oder Unsauberkeit bei Katzen können Hinweise auf chronische Schmerzen sein.
- Muskelschwund (Muskelatrophie): Durch Schonhaltung verliert die betroffene Gliedmaße sichtbar an Muskelmasse.
- Gelenkschwellung und Krepitation: Tastbare Verdickungen an Gelenken sowie ein knirschendes oder reibendes Geräusch bei Bewegung deuten auf fortgeschrittene Veränderungen hin.
- Wetterfühligkeit: Viele Tierbesitzer berichten von einer Verschlechterung der Symptome bei Kälte und Nässe.
Diagnose
Die Diagnose einer Arthrose erfolgt durch eine Kombination aus klinisch-orthopädischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren. Bei der orthopädischen Untersuchung beurteilt der Tierarzt den Gang des Tieres, tastet die Gelenke auf Schwellungen, Wärme und Schmerzreaktionen ab und prüft den Bewegungsumfang (Range of Motion).
Die Röntgenuntersuchung ist das Standardverfahren zur Bestätigung der Diagnose. Typische röntgenologische Befunde sind Gelenkspaltverschmälerung, Osteophytenbildung (knöcherne Zubildungen am Gelenkrand), subchondrale Sklerose (Verdichtung des gelenknahen Knochens) und Gelenkerguss. In unklaren Fällen oder zur genaueren Beurteilung kommen Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) oder Arthroskopie (Gelenkspiegelung) zum Einsatz. Eine Analyse der Gelenkflüssigkeit (Synovia-Analyse) hilft, entzündliche oder infektiöse Gelenkerkrankungen auszuschließen.
Behandlung & Therapie
Arthrose ist nicht heilbar. Das Ziel jeder Therapie ist die Schmerzlinderung, der Erhalt der Gelenkfunktion und die Verlangsamung des Fortschreitens. Ein multimodaler Therapieansatz hat sich als am wirksamsten erwiesen:
- Gewichtsmanagement: Gewichtsreduktion ist die wichtigste und effektivste Einzelmaßnahme. Studien zeigen, dass bereits eine moderate Gewichtsabnahme die Lahmheit signifikant verbessern kann.
- Medikamentöse Schmerztherapie: Nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAIDs) wie