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Bindehautentzündung

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Tiermedizin & Gesundheit > Krankheiten – allgemein

Definition & Überblick

Die Bindehautentzündung – in der tiermedizinischen Fachsprache als Konjunktivitis bezeichnet – ist eine der häufigsten Augenerkrankungen bei Haus- und Nutztieren. Sie beschreibt eine entzündliche Veränderung der Konjunktiva, also jener dünnen Schleimhaut, die das Innere der Augenlider auskleidet und einen Teil des Augapfels bedeckt. Betroffen sind praktisch alle Tierarten, besonders häufig jedoch Hunde, Katzen, Kaninchen und Pferde.

Die Bindehaut erfüllt eine wichtige Schutzfunktion: Sie produziert Anteile des Tränenfilms, fängt Fremdkörper ab und ist Teil der lokalen Immunabwehr des Auges. Ist diese Schleimhaut gereizt oder infiziert, reagiert sie mit Rötung, Schwellung und vermehrter Sekretbildung. Eine Konjunktivitis kann einseitig oder beidseitig auftreten und als eigenständiges Krankheitsbild oder als Begleitsymptom einer systemischen Erkrankung in Erscheinung treten.

Die Prognose ist bei rechtzeitiger und korrekter Behandlung in den meisten Fällen gut. Unbehandelt besteht jedoch das Risiko, dass die Entzündung auf tiefere Augenstrukturen wie die Hornhaut (Kornea) übergreift und dort bleibende Schäden verursacht.

Ursachen & Risikofaktoren

Die Auslöser einer Bindehautentzündung beim Tier sind vielfältig und lassen sich in mehrere Gruppen einteilen:

  • Infektiöse Ursachen: Bakterien (z. B. Staphylokokken, Streptokokken, Chlamydien), Viren (z. B. Felines Herpesvirus bei Katzen, Staupevirus beim Hund) sowie seltener Pilze oder Parasiten wie Thelazia-Fadenwürmer.
  • Allergische Ursachen: Pollen, Hausstaubmilben, Futtermittelbestandteile oder Kontaktallergene können eine allergische Konjunktivitis hervorrufen, die häufig saisonal oder wiederkehrend auftritt.
  • Mechanische Reizung: Fremdkörper wie Grannen, Staub oder Sand, einwärts gerichtete Wimpern (Distichiasis), Lidfehlstellungen wie das Entropium (eingerolltes Lid) oder das Ektropium (ausgerolltes Lid).
  • Physikalische und chemische Reize: Zugluft, trockene Heizungsluft, Rauch, Chemikalien oder intensive UV-Strahlung.
  • Sekundäre Ursachen: Verminderter Tränenfluss (Keratokonjunktivitis sicca, auch „trockenes Auge" genannt), Erkrankungen der Tränenkanäle oder systemische Infektionskrankheiten.

Bestimmte Rassen tragen ein erhöhtes Risiko. Brachyzephale Hunderassen wie Mops, Französische Bulldogge oder Shi Tzu sind aufgrund ihrer flachen Gesichtsanatomie und der prominenten Augen besonders prädisponiert. Bei Katzen ist die Chlamydien-Konjunktivitis vor allem bei jungen Tieren aus Mehrkatzenhaushalten oder Tierheimen verbreitet.

Symptome & Erkennung

Die klinischen Anzeichen einer Bindehautentzündung sind oft schon mit bloßem Auge erkennbar und umfassen:

  • Rötung der Bindehaut (konjunktivale Hyperämie) – das Auge wirkt „blutunterlaufen"
  • Vermehrter Augenausfluss – wässrig-klar bei allergischen oder viralen Formen, schleimig-eitrig (mukopurulent) bei bakterieller Beteiligung
  • Schwellung der Bindehaut (Chemosis), teils so ausgeprägt, dass die Schleimhaut wulstartig vorquillt
  • Lidschwellung und vermehrtes Blinzeln (Blepharospasmus)
  • Juckreiz – erkennbar daran, dass das Tier sich vermehrt am Auge reibt oder kratzt
  • Lichtempfindlichkeit (Photophobie) – das Tier kneift das betroffene Auge zusammen
  • Verklebte Augenlider, besonders nach dem Schlafen

Bei chronischen Verläufen können sich die Symptome abschwächen, doch die Entzündung persistiert unterschwellig und kann zu Folgeschäden führen. Eine einseitige Konjunktivitis deutet eher auf einen Fremdkörper oder eine lokale Ursache hin, während beidseitiges Auftreten häufiger bei Infektionskrankheiten oder Allergien beobachtet wird.

Diagnose

Die Diagnose beginnt mit einer gründlichen ophthalmologischen Untersuchung. Der Tierarzt beurteilt zunächst die äußere Erscheinung des Auges, die Beschaffenheit des Augenausflusses und das Allgemeinbefinden des Tieres. Anschließend kommen gezielte Untersuchungsmethoden zum Einsatz:

  • Fluoreszein-Test: Ein fluoreszierender Farbstoff wird auf die Hornhaut aufgetragen, um Erosionen oder Ulzera (Hornhautgeschwüre) sichtbar zu machen, die als Komplikation auftreten können.
  • Schirmer-Tränentest: Dieser Test misst die Tränenproduktion und dient dem Ausschluss einer Keratokonjunktivitis sicca.
  • Tonometrie: Die Messung des Augeninnendrucks schließt ein Glaukom (Grüner Star) als Ursache der Rötung aus.
  • Zytologische Untersuchung: Ein Abstrich der Bindehaut wird mikroskopisch auf Zelltypen, Bakterien oder Einschlusskörperchen untersucht.
  • Bakteriologische Kultur und Antibiogramm: Bei eitrigem Ausfluss oder therapieresistenten Fällen wird ein Erregernachweis mit Resistenzbestimmung durchgeführt.
  • PCR-Diagnostik: Zum Nachweis spezifischer Erreger wie Chlamydien oder Herpesviren.

Eine sorgfältige Differenzialdiagnose ist entscheidend,