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Austrocknung

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Definition & Überblick

Austrocknung – in der Tiermedizin als Dehydratation oder Exsikkose bezeichnet – beschreibt einen Zustand, bei dem der Körper eines Tieres mehr Flüssigkeit verliert, als er aufnimmt. Dabei gerät der Wasser- und Elektrolythaushalt aus dem Gleichgewicht, was sämtliche Organfunktionen beeinträchtigen kann. Dehydratation ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom bzw. eine Folge einer zugrunde liegenden Störung. Sie betrifft alle Tierarten – von Hund und Katze über Kaninchen und Meerschweinchen bis hin zu Reptilien und Vögeln.

Der Körper eines gesunden Tieres besteht je nach Art und Alter zu 60 bis 80 Prozent aus Wasser. Bereits ein Flüssigkeitsverlust von fünf Prozent des Körpergewichts gilt als klinisch relevant. Ab einem Verlust von zehn bis zwölf Prozent besteht akute Lebensgefahr. Besonders anfällig sind Jungtiere, geriatrische Tiere und Patienten mit chronischen Vorerkrankungen, da ihre Kompensationsmechanismen eingeschränkt sind.

Ursachen & Risikofaktoren

Die Ursachen für eine Dehydratation sind vielfältig und lassen sich grundsätzlich in drei Kategorien einteilen:

  • Vermehrter Flüssigkeitsverlust: Durchfall (Diarrhö), Erbrechen (Emesis), starkes Hecheln, Fieber, übermäßiges Urinieren (Polyurie) bei Erkrankungen wie Diabetes mellitus, chronischer Niereninsuffizienz oder Morbus Cushing sowie großflächige Verbrennungen oder Wunden.
  • Verminderte Flüssigkeitsaufnahme: Schmerzen im Maulbereich (z. B. durch Zahnerkrankungen oder Stomatitis), Übelkeit, Bewusstseinsstörungen, fehlender Zugang zu frischem Trinkwasser oder Appetitlosigkeit (Anorexie) bei schweren Grunderkrankungen.
  • Umverteilung von Flüssigkeit: Bei Schockzuständen, Peritonitis oder schweren Entzündungsprozessen kann Flüssigkeit aus dem Gefäßsystem in Körperhöhlen oder Gewebe verlagert werden (sogenannter Third-Space-Verlust).

Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen hohe Umgebungstemperaturen, intensive körperliche Belastung, sehr junges oder hohes Alter, Laktation, chronische Organerkrankungen sowie die Haltung von Reptilien und Vögeln bei unzureichender Luftfeuchtigkeit. Katzen trinken von Natur aus wenig und sind deshalb besonders gefährdet, wenn sie ausschließlich Trockenfutter erhalten.

Symptome & Erkennung

Die klinischen Anzeichen einer Dehydratation entwickeln sich je nach Schweregrad und Geschwindigkeit des Flüssigkeitsverlustes unterschiedlich:

  • Leichte Dehydratation (ca. 5 %): Leicht verminderter Hautturgor, trockene Schleimhäute, leichte Mattigkeit.
  • Mittlere Dehydratation (ca. 7–8 %): Deutlich stehende Hautfalten, eingefallene Augen (Enophthalmus), zäher Speichel, verlängerte kapilläre Rückfüllungszeit (KFZ über 2 Sekunden), verminderte Urinproduktion (Oligurie), Apathie.
  • Schwere Dehydratation (über 10 %): Schockzeichen wie Tachykardie, schwacher Puls, kalte Extremitäten, Bewusstseinstrübung bis hin zum Koma.

Der Hautfaltentest ist eine einfache Methode, die auch Tierhalter anwenden können: Man zieht eine Hautfalte im Nacken- oder Schulterbereich hoch und lässt sie los. Bei einem gut hydrierten Tier legt sich die Haut sofort wieder glatt an. Bleibt die Falte stehen oder verstreicht nur langsam, deutet dies auf eine relevante Austrocknung hin. Bei übergewichtigen Tieren kann dieses Ergebnis allerdings verfälscht sein, während bei mageren oder älteren Tieren die Haut auch ohne Dehydratation langsamer zurückgleitet.

Diagnose

Die Diagnose der Dehydratation erfolgt in der tierärztlichen Praxis durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und Labordiagnostik:

  • Klinische Beurteilung: Hautturgor, Schleimhautfeuchtigkeit, kapilläre Rückfüllungszeit, Augenposition, Herzfrequenz und Pulsqualität geben Aufschluss über den Schweregrad.
  • Blutuntersuchung: Ein erhöhter Hämatokrit (Anteil der roten Blutkörperchen am Gesamtblutvolumen) und ein erhöhtes Gesamteiweiß im Serum deuten auf eine Hämokonzentration durch Flüssigkeitsverlust hin. Die Bestimmung der Elektrolyte – insbesondere Natrium, Kalium und Chlorid – ist essenziell, um die Art der Dehydratation zu klassifizieren (hypoton, isoton oder hyperton).
  • Nierenwerte: Harnstoff (BUN) und Kreatinin zeigen, ob bereits eine prärenale Azotämie durch verminderte Nierendurchblutung vorliegt.
  • Urinanalyse: Das spezifische Gewicht des Urins gibt Hinweise auf die Konzentrationsfähigkeit der Nieren und den Hydratationsstatus.

Darüber hinaus wird immer nach der Grunderkrankung gesucht, da die erfolgreiche Behandlung der Austrocknung ohne Beseitigung der Ursache nicht dauerhaft gelingt.

Behandlung & Therapie

Die Therapie richtet sich nach Schweregrad, Ursache und Allgemeinzustand des Tieres:

  • Orale Rehydratation: Bei leichter Dehydratation und erhaltenem Schluckreflex kann Flüssigkeit in kleinen Mengen über das Maul zugeführt werden – entweder als Wasser, spezielle Elektrolytlösungen oder über eine Schlundsonde bei unkooperativen Patienten.
  • Subkutane Infusion: Eine häuf