Bartvogel
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Megalaimidae (Familie); zahlreiche Gattungen, u. a. Psilopogon, Stactolaema, Lybius, Trachyphonus
- Ordnung: Spechtvögel (Piciformes)
- Familien: Asiatische Bartvögel (Megalaimidae), Afrikanische Bartvögel (Lybiidae), Amerikanische Bartvögel (Capitonidae), Tukan-Bartvögel (Semnornithidae)
- Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder, Buschland, Gärten, Savannen
- Größe: 9–35 cm je nach Art
- Gewicht: 10–210 g
- Lebenserwartung: Etwa 10–15 Jahre, in Gefangenschaft teils bis 20 Jahre
Aussehen & Merkmale
Bartvögel verdanken ihren deutschen Namen den auffälligen borstenartigen Federn, die an der Schnabelbasis entspringen und einen „Bart" bilden. Diese Borsten, fachsprachlich Rictalborsten genannt, umgeben den kräftigen, meist kegelförmigen Schnabel und dienen vermutlich dem Schutz der Augen vor Insektenteilen und Fruchtfasern bei der Nahrungsaufnahme.
Der Körperbau ist gedrungen und kompakt, der Kopf im Verhältnis zum Rumpf groß. Die Beine sind kurz und kräftig, die Zehen zygodaktyl angeordnet – je zwei Zehen weisen nach vorn und zwei nach hinten. Dieses Merkmal teilen Bartvögel mit ihren Verwandten innerhalb der Ordnung der Spechtvögel, zu denen auch Spechte und Tukane gehören.
Das Gefieder vieler Arten ist ausgesprochen bunt. Grüne, rote, gelbe und blaue Partien kommen häufig vor, oft in kontrastreichen Kombinationen am Kopf. Der Feuerwangen-Bartvogel (Psilopogon haemacephalus) etwa zeigt leuchtend rote Wangenflecken auf grünem Grund. Afrikanische Arten wie der Flammenkopf-Bartvogel (Trachyphonus erythrocephalus) wirken mit ihrem rot-gelb-schwarzen Gefieder fast papageienhaft. Geschlechtsdimorphismus ist bei den meisten Arten schwach ausgeprägt oder fehlt ganz; bei einigen afrikanischen Vertretern lassen sich Männchen und Weibchen jedoch an der Gefiederzeichnung unterscheiden.
Lebensraum & Verbreitung
Die Bartvögel besiedeln ein breites Spektrum tropischer und subtropischer Habitate in Afrika, Asien sowie Mittel- und Südamerika. Die größte Artenfülle findet sich in den feuchten Tieflandwäldern Südostasiens und im äquatorialen Afrika. In Asien reicht das Verbreitungsgebiet von Indien und Sri Lanka über Indochina bis nach Borneo und Sumatra. Afrikanische Bartvögel kommen südlich der Sahara in nahezu allen Waldtypen, Baumsavannen und sogar in Siedlungsgebieten vor. Die Amerikanischen Bartvögel beschränken sich weitgehend auf die Neotropen von Costa Rica bis ins nördliche Südamerika.
Als Biotop bevorzugen die meisten Arten geschlossene oder halboffene Baumbestände. Einige Savannenbewohner, etwa der Hauben-Bartvogel (Trachyphonus vaillantii), besiedeln auch lichte Trockenwälder und Dornbuschsteppen. In Asien nutzen mehrere Gattungen Sekundärwälder, Plantagen und Obstgärten, was ihre Anpassungsfähigkeit an vom Menschen veränderte Landschaften unterstreicht.
Ernährung
Bartvögel sind omnivor, wobei Früchte den Hauptanteil der Nahrung stellen. Feigen verschiedener Ficus-Arten spielen eine besonders große Rolle; einige asiatische Bartvögel gelten als ausgesprochene Feigenspezialistin. Ergänzt wird der Speiseplan durch Beeren, Blütennektar und weiches Pflanzenmaterial. Daneben erbeuten Bartvögel regelmäßig Insekten – darunter Käfer, Ameisen, Termiten und Schmetterlingsraupen – sowie gelegentlich kleine Eidechsen, Schnecken oder Vogeleier. Während der Brutzeit steigt der Anteil tierischer Nahrung deutlich an, da die Küken für ihr Wachstum proteinreiche Kost benötigen.
Bei der Nahrungssuche verhalten sich Bartvögel eher ruhig und bewegen sich langsam durchs Geäst. Sie pflücken Früchte im Sitzen oder in kurzem Rüttelflug und schlagen Insekten mitunter gegen einen Ast, bevor sie sie verschlucken.
Verhalten & Lebensweise
Die meisten Bartvögel sind tagaktiv und überwiegend standorttreu; ausgeprägte Zugbewegungen sind nicht bekannt. Viele Arten leben einzeln oder in Paaren, einige afrikanische Vertreter wie der Doppelzahn-Bartvogel (Lybius bidentatus) bilden jedoch kleine Gruppen und verteidigen ihr Revier gemeinschaftlich.
Das Lautrepertoire ist arttypisch und auffällig: Viele asiatische Bartvögel erzeugen monoton wiederholte, oft metallisch klingende Rufreihen, die über weite Strecken hörbar sind und ihnen in Südasien den volkstümlichen Namen „Coppersmith" eingebracht haben. Diese rhythmischen Rufe dienen der Reviermarkierung und der Partnerfindung. Duettgesänge kommen vor allem bei afrikanischen Arten vor.
Bartvögel sind Höhlenbrüter. Ähnlich wie Spechte zimmern sie mit ihrem kräftigen Schnabel eigene Nisthöhlen in morsches Holz. Einige afrikanische Arten graben stattdessen Niströhren in Erdwälle, Termitenbauten oder Flussufer.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz umfasst bei vielen Arten gegenseitiges Füttern, Duettrufe und gemeinsames Trommeln am Höhleneingang. Das Gelege besteht je nach Art aus zwei bis fünf weißen Eiern. Beide Elternvögel bebrüten die Eier im Wechsel, die Brutdauer beträgt etwa 12 bis 16 Tage. Die Jungen schlü