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Flamingo

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Tierart – Vögel > Sonstige Vögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Phoenicopteridae (Familie), Phoenicopteriformes (Ordnung)
  • Ordnung: Phoenicopteriformes (Flamingos)
  • Familie: Phoenicopteridae
  • Gattungen: Phoenicopterus, Phoeniconaias, Phoenicoparrus
  • Anzahl der Arten: 6
  • Lebensraum: Salzseen, Lagunen, Flussmündungen, Küstengewässer, alkalische Seen
  • Größe: 80–150 cm (je nach Art)
  • Gewicht: 1,5–3,5 kg
  • Lebenserwartung: 30–50 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis über 80 Jahre

Aussehen & Merkmale

Flamingos gehören zu den am leichtesten erkennbaren Vögeln weltweit. Ihr Körperbau ist durch extrem lange, dünne Beine, einen langen, flexiblen Hals und einen nach unten geknickten Schnabel gekennzeichnet. Die Gesamthöhe variiert je nach Art erheblich: Der Zwergflamingo (Phoeniconaias minor) erreicht etwa 80–90 cm, während der Rosaflamingo (Phoenicopterus roseus) als größte Art bis zu 150 cm groß wird.

Das Gefieder reicht von blassrosa über lachsfarben bis hin zu tiefem Rot – je nach Art und Ernährungszustand. Die Färbung entsteht durch Carotinoide, die Flamingos mit der Nahrung aufnehmen. Ohne diese Pigmente würde das Gefieder weiß bleiben, was bei schlecht ernährten Tieren in Gefangenschaft gelegentlich zu beobachten ist. Die Schwungfedern sind schwarz, was besonders im Flug deutlich sichtbar wird. Die Beine sind rosa bis rötlich, die Füße mit Schwimmhäuten versehen.

Der Schnabel ist ein hochspezialisiertes Filterorgan. Er ist in der Mitte nach unten abgeknickt und enthält an den Innenseiten lamellenartige Hornleisten, die wie ein Sieb funktionieren. Oberschnabel und Unterschnabel greifen dabei ineinander, sodass Nahrungspartikel zurückgehalten und Wasser seitlich herausgepresst werden kann. Die kräftige Zunge unterstützt diesen Pumpvorgang.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Flamingos erstreckt sich über vier Kontinente. In Afrika kommen vier der sechs Arten vor, darunter der Zwergflamingo und der Rosaflamingo. Letzterer besiedelt auch Teile Südeuropas und Westasiens – etwa die Camargue in Südfrankreich, die Küsten Spaniens, die Türkei und den Iran. In der Neuen Welt leben der Kubaflamingo (Phoenicopterus ruber) in der Karibik und an den Küsten Mittelamerikas sowie der Chileflamingo (Phoenicopterus chilensis), der Andenflamingo (Phoenicoparrus andinus) und der James-Flamingo (Phoenicoparrus jamesi) in Südamerika.

Das bevorzugte Habitat sind flache, salzige oder alkalische Gewässer. Flamingos besiedeln Salzseen, Sodaseen, Brackwasserlagunen, Wattflächen und Flussmündungen. Einige Arten, insbesondere der Andenflamingo und der James-Flamingo, leben in extremen Hochlagen der Anden auf über 4.000 Metern. Die Wahl des Biotops hängt eng mit dem Nahrungsangebot zusammen: Flamingos benötigen Gewässer, die reich an Kleinkrebsen, Algen und anderen Mikroorganismen sind.

Ernährung

Flamingos sind Filtrierer. Sie stehen im flachen Wasser, senken den Kopf und schwenken den umgedrehten Schnabel seitlich durch das Wasser oder den Schlamm. Durch schnelle Pumpbewegungen der Zunge wird Wasser eingesogen und durch die Lamellen im Schnabel wieder hinausgepresst. Dabei bleiben Nahrungspartikel an den Hornleisten hängen.

Die Zusammensetzung der Nahrung unterscheidet sich zwischen den Arten. Größere Arten wie der Rosaflamingo und der Chileflamingo fressen vor allem Wirbellose – darunter Salinenkrebse (Artemia), Insektenlarven, kleine Schnecken und Würmer. Kleinere Arten wie der Zwergflamingo ernähren sich überwiegend von Cyanobakterien und Kieselalgen. Die in der Nahrung enthaltenen Carotinoide werden im Stoffwechsel umgewandelt und in die wachsenden Federn eingelagert, was die charakteristische rosa bis rote Gefiederfärbung erzeugt.

Verhalten & Lebensweise

Flamingos sind ausgesprochen gesellige Vögel. Sie leben in Kolonien, die von wenigen Dutzend bis zu mehreren Hunderttausend Individuen umfassen können. Die großen Kolonien des Zwergflamingos am ostafrikanischen Natronsee oder am Bogoriasee in Kenia zählen zu den eindrucksvollsten Vogelansammlungen der Erde.

Die Tiere sind überwiegend tagaktiv, können aber auch in der Dämmerung und nachts aktiv sein, etwa während der Nahrungssuche oder auf Wanderflügen. Flamingos sind gute Flieger und legen auf ihren Zügen Strecken von mehreren Hundert Kilometern zurück. Im Flug strecken sie Hals und Beine vollständig aus, was ihre Silhouette unverwechselbar macht.

Ein auffälliges Verhaltensmerkmal ist das einbeinige Stehen, das vermutlich der Thermoregulation dient – das angezogene Bein wird im warmen Gefieder vor Auskühlung geschützt. Flamingos zeigen zudem komplexe Gruppenbalz-Rituale, bei denen hunderte Tiere synchron den Kopf schwenken, die Flügel spreizen und marschieren.

Fortpflanzung & Aufzucht

Flamingos brüten in großen Kolonien. Die Balz findet als synchronisiertes Gruppenritual statt: Durch koordinierte Bewegungen und Rufe stimulieren sich die Tiere gegenseitig, bis die gesamte Kolonie in Brutstimmung gerät. Dieser Mechanismus erklärt, warum kleine Gruppen in Gefangenschaft oft nicht zur Brut schreiten.

Das Nest besteht aus einem kegelförmigen Schlammhügel von etwa 30–45 cm Höhe mit einer Mulde an der Spitze. Das Weibchen legt in der Regel ein einzelnes weißes Ei, das von beiden El