T Tierlexikon.net
← Lexikon

Laubenvogel

L

Tierart – Vögel > Sonstige Vögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Familie Ptilonorhynchidae
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Laubenvögel (Ptilonorhynchidae)
  • Anzahl der Arten: 27 Arten in 8 Gattungen
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Regenwälder, Bergwälder, Buschland
  • Größe: 22–40 cm je nach Art
  • Gewicht: 70–230 g
  • Lebenserwartung: 20–30 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Laubenvögel sind mittelgroße Sperlingsvögel mit kräftigem Körperbau und relativ kurzem Schwanz. Ihr Schnabel ist stark und leicht gebogen, was ihnen beim Sammeln von Früchten und beim Bau ihrer namensgebenden Lauben dient. Die Füße sind kräftig und zum Greifen geeignet.

Das Gefieder variiert je nach Art erheblich. Bei vielen Spezies liegt ein ausgeprägter Sexualdimorphismus vor: Männchen tragen oft ein auffälliges Federkleid in intensiven Farben – vom tiefen Blau-Schwarz des Seidenlaubenvogels (Ptilonorhynchus violaceus) über das leuchtende Goldgelb des Goldlaubenvogels (Prionodura newtoniana) bis hin zum satten Orange des Flammenlaubenvogels (Sericulus ardens). Weibchen sind dagegen meist unauffällig olivgrün bis braun gefärbt, was ihnen während der Brut Tarnung bietet. Einige Gattungen wie Amblyornis weichen von diesem Muster ab: Hier sind beide Geschlechter schlicht gefärbt, während die Männchen dies durch besonders aufwendige Laubenbauten kompensieren.

Jungvögel ähneln in der Regel den Weibchen und erlangen das volle Adultgefieder erst nach mehreren Mauserzyklen, bei manchen Arten erst im Alter von fünf bis sieben Jahren.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Laubenvögel beschränkt sich auf Australasien. Der Großteil der Arten kommt in Neuguinea vor, wo sie von der Küste bis in Bergwälder auf über 3.000 Metern Höhe siedeln. In Australien leben acht Arten, die verschiedene Habitate besiedeln – von den tropischen Regenwäldern im Nordosten von Queensland über offenes Woodland bis hin zu den trockenen Buschlandschaften des Landesinneren.

Die einzelnen Arten zeigen unterschiedliche Biotop-Präferenzen. Der Seidenlaubenvogel etwa bewohnt feuchte Hartlaubwälder und Waldränder im Osten Australiens, während der Große Laubenvogel (Chlamydera nuchalis) auch in semiariden Regionen vorkommt. In Neuguinea besiedeln Arten der Gattung Amblyornis vorwiegend montane Nebelwälder, die schwer zugänglich sind und daher vergleichsweise wenig erforscht wurden.

Ernährung

Laubenvögel sind Allesfresser mit einem Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost. Früchte bilden den Hauptbestandteil der Nahrung, ergänzt durch Blüten, Nektar, Samen und junge Blätter. Daneben nehmen sie regelmäßig tierische Nahrung zu sich – vor allem Insekten, Spinnen und andere Wirbellose. Während der Brutzeit steigt der Anteil proteinreicher tierischer Nahrung, da diese für die Eientwicklung und die Aufzucht der Nestlinge erforderlich ist.

Die Nahrungssuche findet überwiegend in Baumkronen und im mittleren Stockwerk des Waldes statt. Einige Arten wie der Große Laubenvogel suchen auch am Boden nach Nahrung. Laubenvögel spielen als Samenverbreiter eine ökologisch relevante Rolle in ihren Lebensräumen.

Verhalten & Lebensweise

Laubenvögel sind tagaktiv und weitgehend standorttreu. Außerhalb der Brutzeit leben sie einzelgängerisch oder in losen Gruppen. Ein festes Revier wird vor allem von den Männchen während der Balzzeit beansprucht und verteidigt – oft über Jahre hinweg am selben Standort.

Das namensgebende Verhalten dieser Vogelgruppe ist der Bau von Lauben durch die Männchen. Diese Strukturen dienen ausschließlich der Balz und sind keine Nester. Man unterscheidet drei Grundtypen: Alleenartige Lauben bestehen aus zwei parallelen Wänden aus Zweigen (etwa beim Seidenlaubenvogel), Maitempel sind turmförmige Konstruktionen um einen jungen Baum herum (typisch für Amblyornis), und einige Arten errichten einfache Bodenplattformen. Die Lauben werden mit sorgfältig ausgewählten Dekorationsgegenständen geschmückt – je nach Art mit Blütenblättern, Beeren, Schneckenhäusern, Federn, Pilzen oder auch menschlichen Artefakten wie Plastikstücken und Glasscherben. Der Seidenlaubenvogel bevorzugt blaue Objekte und bemalt die Innenwände seiner Laube sogar mit einer selbst hergestellten Paste aus zerkauten Früchten und Speichel. Dieses Verhalten gilt als eine der komplexesten Werkzeugverwendungen im Tierreich.

Die Qualität der Laube und der Dekoration dient als Signal für die genetische Fitness des Männchens. Weibchen inspizieren mehrere Lauben, bevor sie sich für einen Partner entscheiden. Männchen investieren erhebliche Zeit in die Pflege und Verbesserung ihrer Bauten und stehlen gelegentlich Dekorationsobjekte aus den Lauben benachbarter Rivalen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die meisten Laubenvögel sind polygyn – ein erfolgreiches Männchen paart sich mit mehreren Weibchen. Nach der Kopulation an der Laube übernimmt das Weibchen allein den Nestbau, die Bebrütung und die Jungenaufzucht. Das eigentliche Nest wird in einiger Entfernung von der Laube in einer Astgabel oder dichtem Geäst errichtet. Es ist eine flache, schalenförmige Konstruktion aus Zweigen und Blättern.

Das Gelege umfasst je nach Art ein bis drei Eier. Die Brutdauer beträgt etwa 19–24 Tage. Die Kü