Kolibri
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Trochilidae (Familie)
- Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
- Familie: Kolibris (Trochilidae)
- Anzahl der Arten: ca. 368 beschriebene Arten in rund 112 Gattungen
- Lebensraum: Tropische und subtropische Regionen Amerikas, von Alaska bis Feuerland
- Größe: 5 cm (Bienenelfe) bis 23 cm (Riesenkolibri)
- Gewicht: 1,6 g (Bienenelfe) bis ca. 24 g (Riesenkolibri)
- Lebenserwartung: 3–12 Jahre je nach Art
Aussehen & Merkmale
Kolibris gehören zu den kleinsten Vögeln der Welt. Die Bienenelfe (Mellisuga helenae) aus Kuba gilt mit rund 5 cm Körperlänge und einem Gewicht von etwa 1,6 g als die kleinste Vogelart überhaupt. Am anderen Ende des Spektrums steht der Riesenkolibri (Patagona gigas), der bis zu 23 cm misst und in den Anden beheimatet ist.
Das Gefieder der Kolibris erzeugt bei vielen Arten ein intensives, metallisch schillerndes Farbenspiel. Dieses Phänomen beruht nicht auf Pigmenten, sondern auf der Mikrostruktur der Federn: Dünne Schichten aus Melaninplättchen brechen das einfallende Licht und erzeugen sogenannte Strukturfarben, die je nach Betrachtungswinkel zwischen Grün, Blau, Rot und Violett wechseln. Besonders ausgeprägt zeigt sich diese Irideszenz an Kehle und Kopf der Männchen, wo sie bei der Balz eine zentrale Rolle spielt.
Der Schnabel ist lang, dünn und je nach Art gerade oder gebogen – eine Anpassung an die jeweilige Blütenform. Die Zunge ist gespalten, röhrenförmig und kann bis zu doppelte Schnabellänge aus dem Schnabel herausgestreckt werden. Die Füße sind klein und schwach ausgebildet; Kolibris laufen praktisch nicht, sondern bewegen sich fast ausschließlich fliegend fort.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Kolibris erstreckt sich ausschließlich über den amerikanischen Kontinent. Der Schwerpunkt der Artenvielfalt liegt in den tropischen Regionen Mittel- und Südamerikas, insbesondere in den Nebelwäldern der Anden, wo auf engem Raum dutzende Arten nebeneinander vorkommen. Einzelne Arten wie der Rubinkehlkolibri (Archilochus colubris) brüten jedoch bis weit in den Norden der USA und nach Südkanada hinein, während der Rotschopfkolibri (Selasphorus rufus) sogar bis nach Alaska vordringt.
Die besiedelten Habitate sind vielfältig: tropischer Regenwald, Bergwald, Trockensavanne, Küstengebiete, Wüstenrandlagen und sogar Hochgebirgsregionen bis über 5.000 m Höhe. Viele Arten sind an eng begrenzte Biotope angepasst und kommen endemisch nur in bestimmten Tälern oder auf einzelnen Inseln vor. Diese hohe ökologische Spezialisierung macht zahlreiche Kolibriarten anfällig gegenüber Veränderungen ihres Lebensraums.
Ernährung
Kolibris ernähren sich vorwiegend von Blütennektar, den sie im Schwirrflug vor der Blüte stehend mit ihrer langen Zunge aufnehmen. Die Zunge arbeitet dabei nicht wie ein Strohhalm durch Kapillarwirkung, sondern öffnet sich beim Eintauchen in den Nektar und schließt sich beim Zurückziehen – ein Vorgang, der bis zu 15-mal pro Sekunde abläuft.
Neben Nektar bilden kleine Insekten und Spinnen eine unverzichtbare Proteinquelle. Kolibris fangen diese im Flug, lesen sie von Blättern ab oder stehlen sie aus Spinnennetzen. Während der Brutzeit steigt der Anteil tierischer Nahrung deutlich an, da die heranwachsenden Küken auf Eiweiß angewiesen sind.
Der Energiebedarf eines Kolibris ist enorm: Bezogen auf das Körpergewicht haben diese Vögel einen der höchsten Stoffwechselraten im gesamten Tierreich. Ein Kolibri konsumiert täglich das Mehrfache seines Körpergewichts an Nektar und besucht dafür hunderte bis über tausend Blüten pro Tag.
Verhalten & Lebensweise
Kolibris sind tagaktive Einzelgänger, die außerhalb der Paarungszeit keine sozialen Bindungen eingehen. Viele Arten verteidigen ein Nahrungsrevier mit aggressiven Flugmanövern und lautstarken Rufen gegen Artgenossen und andere nektarsuchende Tiere.
Die Flugleistungen der Kolibris sind unter Vögeln einzigartig. Sie können vorwärts, rückwärts, seitwärts und auf der Stelle fliegen. Der Schwirrflug wird durch eine spezielle Flügelmechanik ermöglicht: Anders als bei den meisten Vögeln erzeugt der Flügelschlag sowohl beim Auf- als auch beim Abschlag Auftrieb, da der Flügel dabei eine liegende Acht beschreibt. Die Schlagfrequenz variiert je nach Art zwischen 20 und 80 Schlägen pro Sekunde; bei kleineren Arten im Balzflug können es noch deutlich mehr sein.
Um den extremen Energieverbrauch während der Nacht auszugleichen, fallen viele Kolibriarten in einen Zustand der Torpor – eine Art kontrollierte Unterkühlung, bei der die Körpertemperatur von normalerweise rund 40 °C auf bis zu 18 °C absinkt und die Herzfrequenz von über 1.000 auf etwa 50 Schläge pro Minute zurückgeht. Dieser physiologische Mechanismus spart bis zu 60 % der nächtlichen Energie ein.
Mehrere Kolibriarten unternehmen saisonale Wanderungen. Der Rubinkehlkolibri überquert während seines Zugs den Golf von Mexiko in einem Non-Stop-Flug von rund 800 km – eine beachtliche Leistung für einen Vogel von weniger als 4 g Gewicht.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz der Kolibris ist bei vielen Arten ein aufwendiges Schauspiel. Männchen führen ste