Baßet-hound
BRassen > Hunderassen – Jagdhunde
Steckbrief
- Herkunft: Frankreich / Großbritannien
- FCI-Gruppe: Gruppe 6 – Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen, Sektion 1.3 (Kleine Laufhunde)
- FCI-Standard Nr.: 163
- Größe: 33–38 cm Widerristhöhe
- Gewicht: 25–35 kg
- Lebenserwartung: 10–12 Jahre
- Fell: Kurz, dicht, glatt und wetterfest
- Farben: Dreifarbig (schwarz-weiß-braun), zweifarbig (lemon-weiß, rot-weiß); jede anerkannte Laufhundfarbe zulässig
Herkunft & Geschichte
Die Abstammung des Basset Hound reicht bis ins mittelalterliche Frankreich zurück. Der Name leitet sich vom französischen Wort „bas" (niedrig) ab und beschreibt treffend den tief gebauten Körper dieser Rasse. Bereits im 16. Jahrhundert züchteten französische Mönche niederläufige Laufhunde, die speziell für die langsame, ausdauernde Jagd auf Niederwild wie Hasen und Kaninchen eingesetzt wurden. Diese frühen Bassets waren geschätzt, weil Jäger ihnen zu Fuß folgen konnten – ein entscheidender Vorteil gegenüber schnelleren Meutehunden, die berittene Begleitung erforderten.
Im 19. Jahrhundert gelangten französische Bassets nach England, wo britische Züchter sie mit dem Bloodhound kreuzten. Das Ergebnis war der heutige Basset Hound mit seinen charakteristisch langen Ohren, der ausgeprägten Faltenbildung und der außergewöhnlichen Spürnase. 1882 wurde die Rasse vom Kennel Club in Großbritannien offiziell anerkannt. Der zuständige Zuchtverband in Deutschland ist der Verein für Basset Hounds im VDH. Die FCI führt den Basset Hound unter dem Standard Nr. 163, wobei Großbritannien als Patronatsland gilt.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Basset Hound ist ein massiger, schwerer Hund auf kurzen, kräftigen Läufen. Trotz seiner geringen Widerristhöhe von maximal 38 cm bringt er ein beachtliches Gewicht mit, das dem mancher mittelgroßer Rassen entspricht. Der Körper ist langgestreckt, der Brustkorb tief und ausgeprägt, was den Schwerpunkt weit nach unten verlagert.
Das wohl auffälligste Merkmal sind die extrem langen, tief angesetzten Ohren, die deutlich über die Nasenspitze hinausreichen. Sie unterstützen die Jagdfunktion, indem sie Bodendüfte zur Nase des Hundes lenken. Die Haut ist insgesamt lose und bildet besonders am Kopf markante Falten. Die Augen liegen leicht tief in den Höhlen, was dem Basset Hound seinen typisch melancholischen, sanften Gesichtsausdruck verleiht. Die Lefzen sind ausgeprägt und hängen herab.
Das kurze, dichte Fell liegt eng am Körper an und bietet guten Wetterschutz. Die Rute wird hoch und leicht gebogen getragen, ist lang und kräftig. Gemäß dem Rassestandard sollen die Bewegungen fließend und frei sein – trotz der kurzen Läufe bewegt sich ein gut gebauter Basset Hound erstaunlich raumgreifend.
Charakter & Wesen
Der Basset Hound vereint scheinbare Gegensätze in seinem Wesen. Einerseits ist er im Haus ein ruhiger, gelassener Zeitgenosse, der stundenlang zufrieden auf seinem Platz dösen kann. Andererseits verwandelt er sich draußen in einen zielstrebigen, ausdauernden Spürhund, der einer Fährte mit bemerkenswerter Hartnäckigkeit folgt.
Sein Charakter ist grundsätzlich freundlich, gutmütig und treu. Er zeigt sich Kindern gegenüber ausgesprochen geduldig und verträglich, was ihn zu einem geschätzten Familienhund macht. Mit anderen Hunden versteht er sich in der Regel hervorragend – die Meutehaltung liegt in seinen Genen.
Gleichzeitig ist der Basset Hound eigensinnig und selbstständig denkend. Diese Eigenschaft stammt aus seiner jagdlichen Vergangenheit, in der er oft eigenständig Entscheidungen auf der Fährte treffen musste. Die Erziehung erfordert daher viel Geduld, Konsequenz und eine gute Portion Humor. Zwang und Härte sind bei dieser sensiblen Rasse kontraproduktiv. Wachsam ist er durchaus – sein tiefes, volltönendes Bellen ist beeindruckend und wird auch eingesetzt, wenn er es für nötig hält.
Haltung & Pflege
Trotz seines gemütlichen Erscheinungsbildes braucht der Basset Hound regelmäßigen Auslauf und geistige Beschäftigung. Tägliche Spaziergänge von insgesamt ein bis zwei Stunden sind ein Minimum. Besonders gut eignen sich Nasenarbeit, Fährtensuche und Mantrailing als artgerechte Beschäftigung, die den hervorragenden Geruchssinn des Hundes fordern.
Die Fellpflege ist unkompliziert: Wöchentliches Bürsten genügt, um lose Haare zu entfernen. Deutlich mehr Aufmerksamkeit verlangen die langen Ohren. Sie müssen regelmäßig – idealerweise mehrmals pro Woche – kontrolliert und gereinigt werden, da die Belüftung des Gehörgangs eingeschränkt ist und sich Infektionen schnell entwickeln können. Auch die Hautfalten im Gesicht sollten sauber und trocken gehalten werden. Die Krallen nutzen sich aufgrund des hohen Gewichts und der kurzen Läufe oft nicht ausreichend ab und müssen regelmäßig gekürzt werden.
Ein Garten ist von Vorteil, sollte aber sicher eingezäunt sein. Ein Basset Hound, der eine interessante Fährte aufnimmt, ignoriert Rufe und Kommandos zuverlässig. Freilauf ohne gesicherte Umgebung ist daher nur bedingt empfehlenswert.
Ernährung
Der Basset Hound neigt stark zu Übergewicht. Sein ruhiges Temperament im Haus, gepaart mit einer ausgeprägten Verfressenheit, macht eine kontrollierte Fütterung unerlässlich. Übergewicht belastet die ohnehin stark beanspruchte Wirbelsäule und