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Bloodhound

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Rassen > Hunderassen – Jagdhunde

Steckbrief

  • Herkunft: Belgien
  • FCI-Gruppe: Gruppe 6 – Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen, Sektion 1.1 (Große Laufhunde, mit Arbeitsprüfung)
  • FCI-Standard Nr.: 84
  • Größe: Rüden 64–72 cm, Hündinnen 58–66 cm
  • Gewicht: Rüden 46–54 kg, Hündinnen 40–48 kg
  • Lebenserwartung: 10–12 Jahre
  • Fell: Kurz, dicht und anliegend; Haut sehr lose und faltig, besonders am Kopf
  • Farben: Schwarz-Loh (Black and Tan), Leberbraun-Loh (Liver and Tan), Rot

Herkunft & Geschichte

Der Bloodhound, im französischen Sprachraum als Chien de Saint-Hubert bekannt, gilt als eine der ältesten und traditionsreichsten Laufhundrassen Europas. Seine Abstammung lässt sich bis ins frühe Mittelalter zurückverfolgen, genauer in die Ardennen-Region des heutigen Belgiens. Dort züchteten die Mönche der Abtei Saint-Hubert bereits ab dem 7. Jahrhundert große Spürhunde, die für ihre außergewöhnliche Nasenleistung geschätzt wurden. Diese Hunde wurden regelmäßig dem französischen König als Geschenk überreicht und fanden rasch Verbreitung unter dem europäischen Adel.

Nach der normannischen Eroberung Englands im Jahr 1066 gelangten Vorfahren des heutigen Bloodhounds auf die britischen Inseln. Dort wurde die Rasse über Jahrhunderte hinweg gezielt auf Fährtenarbeit selektiert. Der englische Name „Bloodhound" bedeutet nicht etwa „Bluthund" im Sinne eines aggressiven Tieres, sondern bezieht sich auf die reine, dokumentierte Blutlinie – „blooded hound" – also einen Hund von edler Abstammung. In England und später in Nordamerika setzte man den Bloodhound vornehmlich zur Personensuche und Nachsuche auf Wild ein. Noch heute sind seine Fährtenergebnisse in einigen US-Bundesstaaten als Beweismittel vor Gericht zugelassen.

Der zuständige Zuchtverband auf internationaler Ebene ist die FCI, die den Rassestandard pflegt und das Ursprungsland Belgien anerkennt. In Deutschland betreut der Verein für Deutsche Laufhundezucht im VDH die Zucht dieser bemerkenswerten Rasse.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Bloodhound ist ein großer, massiger Hund mit einem unverwechselbaren Erscheinungsbild. Sein gesamter Körper strahlt Kraft und Ausdauer aus, ohne dabei plump zu wirken. Das auffälligste Merkmal ist der mächtige Kopf mit extrem loser, in tiefe Falten gelegter Haut. Besonders an Stirn, Wangen und Lefzen bilden sich markante Hautlappen, die dem Hund einen würdevollen, beinahe melancholischen Ausdruck verleihen.

Die Ohren sind außergewöhnlich lang, dünn und tief angesetzt. Sie reichen, nach vorn gelegt, deutlich über die Nasenspitze hinaus. Diese Ohrform ist funktional: Beim Schnüffeln am Boden fächeln die Ohren Duftpartikel zur Nase. Die tiefliegenden Augen zeigen einen sanften, ernsten Blick. Die Lefzen sind stark herabhängend und gehen vorn in eine ausgeprägte Wamme über.

Das Fell ist kurz, dicht und wetterfest. Es liegt glatt am Körper an und fühlt sich leicht rau an. Gemäß Rassestandard sind die Farben Schwarz-Loh, Leberbraun-Loh und Rot zugelassen. Kleine weiße Abzeichen an Brust, Pfoten und Rutenspitze werden toleriert. Der Körperbau ist rechteckig, mit tiefem Brustkorb, kräftigem Rücken und muskulösen Läufen.

Charakter & Wesen

Der Bloodhound ist ein ausgesprochen sanftmütiger, gutmütiger und treuer Begleiter. Trotz seiner imposanten Erscheinung fehlt ihm jegliche Schärfe gegenüber Menschen. Er ist freundlich, geduldig und zeigt sich im familiären Umfeld äußerst anhänglich. Kinder akzeptiert er in der Regel mit bemerkenswerter Gelassenheit.

Gleichzeitig besitzt er einen ausgeprägten Eigensinn, der typisch für Laufhunde ist. Sobald seine Nase eine interessante Fährte aufnimmt, schaltet er regelrecht ab und folgt unbeirrt der Spur. Diese Fokussierung macht ihn zu einem der besten Fährtenhunde der Welt, erfordert jedoch eine konsequente und geduldige Erziehung. Grundgehorsam muss früh und mit positiver Verstärkung aufgebaut werden – mit Druck erreicht man bei dieser sensiblen Rasse nichts.

Als Wachhund ist der Bloodhound nur bedingt geeignet. Er schlägt zwar mit seiner tiefen, hallenden Stimme an, zeigt aber selten echtes Territorialverhalten. Sein Wesen ist eher verspielt, gesellig und verträglich – auch gegenüber anderen Hunden und Haustieren.

Haltung & Pflege

Der Bloodhound ist kein Wohnungshund. Er braucht viel Platz, idealerweise ein Haus mit großem, sicher eingezäuntem Garten. Täglicher Auslauf von mindestens zwei Stunden ist Pflicht, wobei geistige Beschäftigung ebenso wichtig ist wie körperliche Bewegung. Fährtenarbeit, Mantrailing oder Nasenspiele sind ideale Beschäftigungsformen, die seiner natürlichen Veranlagung entsprechen.

Die Fellpflege ist unkompliziert: Wöchentliches Bürsten genügt, um lose Haare zu entfernen. Deutlich mehr Aufmerksamkeit erfordern die Hautfalten, die regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden müssen, um Entzündungen und Pilzbefall vorzubeugen. Die langen Ohren sind anfällig für Ohrinfektionen – eine wöchentliche Kontrolle und Reinigung ist unerlässlich. Auch die herabhängenden Lefzen neigen zu Speichelbildung; Halter sollten sich darauf einstellen, dass Sabbern zum Alltag gehört.

Ernährung