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Cirneco

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Rassen > Hunderassen – Jagdhunde

Steckbrief

  • Vollständiger Name: Cirneco dell'Etna (Sizilianischer Windhund)
  • Herkunft: Italien (Sizilien)
  • FCI-Gruppe: Gruppe 5, Sektion 7 – Urtyp, Hunde zur jagdlichen Verwendung (Standard Nr. 199)
  • Größe: Rüden 46–50 cm, Hündinnen 42–46 cm
  • Gewicht: Rüden 10–12 kg, Hündinnen 8–10 kg
  • Lebenserwartung: 12–15 Jahre
  • Fell/Farben: Kurzes, glattes Haar; Falbfarben in allen Schattierungen von hellem Sand bis dunklem Kastanienbraun, einfarbig oder mit weißen Abzeichen an Brust, Pfoten, Rutenspitze und Blesse; selten ganz weiß oder weiß mit orangefarbenen Flecken

Herkunft & Geschichte

Der Cirneco dell'Etna zählt zu den ältesten Hunderassen des Mittelmeerraums. Seine Abstammung lässt sich über Jahrtausende zurückverfolgen: Abbildungen auf sizilianischen Münzen aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. zeigen Hunde, die dem heutigen Cirneco verblüffend ähnlich sehen. Eng verwandt ist die Rasse mit dem Pharaonenhund aus Malta und dem Podenco Ibicenco – alle drei teilen vermutlich gemeinsame Vorfahren, die durch phönizische und griechische Seefahrer im gesamten Mittelmeerraum verbreitet wurden.

Über Jahrhunderte hinweg entwickelte sich der Cirneco auf Sizilien weitgehend isoliert, besonders in den vulkanischen Lavafeldern rund um den Ätna. Dort jagte er eigenständig Wildkaninchen, wobei er sich auf sein hervorragendes Gehör, seinen scharfen Geruchssinn und seine Sichtjagdfähigkeiten verließ. Die raue Lavalandschaft formte einen widerstandsfähigen, trittsicheren und hitzeresistenten Hund mit harten Pfotenballen.

Die moderne Zuchtgeschichte begann in den 1930er-Jahren, als die italienische Tierärztin Baronessa Agata Paternò Castello sich für die Bewahrung der Rasse einsetzte. Sie durchstreifte die ländlichen Gebiete Siziliens, sammelte typische Exemplare und legte den Grundstein für eine systematische Zucht. 1939 erkannte der italienische Zuchtverband ENCI die Rasse offiziell an, und der erste Rassestandard wurde formuliert. Die FCI folgte mit der internationalen Anerkennung. Bis heute ist der Cirneco dell'Etna außerhalb Italiens eine seltene Rasse, die jedoch in den letzten Jahren international langsam an Popularität gewinnt.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Cirneco dell'Etna ist ein eleganter, schlanker Hund von leichter Bauart, der dennoch muskulös und kräftig wirkt. Sein Körperbau ist quadratisch – die Rumpflänge entspricht annähernd der Widerristhöhe. Der Kopf ist lang und schmal mit einem deutlich ausgeprägten Stopp. Die großen, hochangesetzten Stehohren sind dreieckig und verleihen dem Cirneco sein charakteristisches, aufmerksames Erscheinungsbild.

Die Augen sind bernsteinfarben bis ockerfarben und haben einen wachen, intelligenten Ausdruck. Der Nasenspiegel ist fleischfarben bis hellbraun und harmoniert mit der Fellfarbe. Die Rute ist tief angesetzt, dick am Ansatz und gleichmäßig zur Spitze hin verjüngt. In Ruhe wird sie säbelförmig getragen, in Erregung aufrecht über dem Rücken.

Das Fell ist kurz, glatt und am Kopf und an den Ohren besonders fein. Am Körper erreicht es eine Länge von etwa 2–3 cm und liegt eng an. Die harte, glatte Haarstruktur schützt vor Dornen und rauem Untergrund. Unterwolle fehlt nahezu vollständig, was den Cirneco kälteempfindlich macht.

Charakter & Wesen

Der Cirneco dell'Etna ist ein unabhängiger, intelligenter und zugleich sanftmütiger Hund. Er bindet sich eng an seine Bezugsperson und zeigt sich innerhalb der Familie anhänglich und treu. Fremden gegenüber verhält er sich zunächst reserviert, ohne dabei ängstlich oder aggressiv zu reagieren. Seine Wachsamkeit ist ausgeprägt – er meldet zuverlässig, bellt jedoch nicht übermäßig.

Als Jagdhund besitzt der Cirneco einen ausgeprägten Beutetrieb und eine enorme Ausdauer. Er arbeitet selbstständig und trifft im Feld eigene Entscheidungen, was sich im Alltag als gewisse Eigenwilligkeit bemerkbar machen kann. Er ist keineswegs ein blinder Befehlsempfänger, sondern ein denkender Hund, der den Sinn von Kommandos hinterfragt. Mit Geduld, Konsequenz und positiver Verstärkung lässt er sich jedoch gut erziehen.

Im häuslichen Umfeld zeigt sich der Cirneco erstaunlich ruhig und verspielt zugleich. Er genießt die Nähe seiner Menschen, sucht Körperkontakt und kann sich wunderbar entspannen, wenn er ausreichend bewegt wurde. Mit Kindern versteht er sich in der Regel gut, solange ein respektvoller Umgang gewährleistet ist. Gegenüber anderen Hunden ist er meist sozial und verträglich.

Haltung & Pflege

Der Cirneco dell'Etna braucht ausreichend Auslauf und geistige Beschäftigung. Als Jagdhund mit Ursprung in offenem Gelände liebt er es zu rennen und benötigt täglich mindestens ein bis zwei Stunden aktive Bewegung. Hundesportarten wie Coursing, Agility oder Mantrailing kommen seinem natürlichen Bewegungsdrang und seinem Jagdinstinkt entgegen. Ein sicher eingezäunter Garten ist von Vorteil, da sein Beutetrieb bei Sichtkontakt mit Kleintieren schwer kontrollierbar sein kann.

Die Fellpflege gestaltet sich unkompliziert. Gelegentliches Bürsten mit einem Gummistriegel oder einem weichen Handschuh genügt, um lose Haare zu entfernen. Baden ist nur bei starker Verschmutzung nötig. Ohren, Zähne und Krallen sollten regelmäßig kontrolliert werden. Da der Cirneco so gut wie keine Unterwolle besitzt, benötigt er im Winter bei Kälte und Nässe einen Hundemantel.

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