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Bearded-collie

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Rassen > Hunderassen – Hütehunde

Steckbrief

  • Herkunft: Schottland (Großbritannien)
  • FCI-Gruppe: Gruppe 1 – Hütehunde und Treibhunde, Sektion 1: Schäferhunde (ohne Arbeitsprüfung)
  • FCI-Standard Nr.: 271
  • Widerristhöhe: Rüden 53–56 cm, Hündinnen 51–53 cm
  • Gewicht: 18–27 kg
  • Lebenserwartung: 12–14 Jahre
  • Fell: Langes, glattes bis leicht gewelltes Deckhaar mit weicher, dichter Unterwolle; doppeltes Haarkleid
  • Farben: Schiefergrau, Rötlich-Fawn, Schwarz, Blau, alle Brauntöne, Sandfarben – jeweils mit oder ohne weiße Abzeichen

Herkunft & Geschichte

Der Bearded Collie zählt zu den ältesten Hütehundrassen der Britischen Inseln. Seine Abstammung reicht vermutlich bis ins 16. Jahrhundert zurück, als langhaarige Hirtenhunde in den schottischen Highlands zur Bewachung und zum Treiben von Schaf- und Rinderherden eingesetzt wurden. Der genaue Ursprung ist nicht restlos geklärt. Eine weit verbreitete Theorie besagt, dass polnische Niederungshütehunde (Polski Owczarek Nizinny) im frühen 16. Jahrhundert mit Handelsschiffen nach Schottland gelangten und dort mit einheimischen Hütehunden gekreuzt wurden. Diese Verbindung gilt als wahrscheinlicher Grundstein der Rasse.

Über Jahrhunderte war der Bearded Collie ein reiner Arbeitshund, der in der rauen Landschaft der Highlands zuverlässig seinen Dienst verrichtete. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts geriet die Rasse beinahe in Vergessenheit, da modernere Hütehundrassen wie der Border Collie bevorzugt wurden. Die gezielte Wiederaufzucht begann in den 1940er-Jahren durch die Züchterin Olive Willison, die mit ihrer Hündin „Jeannie of Bothkennar" den Grundstein für die moderne Zuchtlinie legte. 1959 wurde der erste Rasseclub in Großbritannien gegründet, und 1967 erfolgte die offizielle Anerkennung durch den Kennel Club. Die FCI erkannte den Bearded Collie unter der Standard-Nummer 271 an. Heute betreuen internationale Zuchtverbände wie der Club für Britische Hütehunde e.V. in Deutschland die Zucht und achten auf die Einhaltung des Rassestandards.

Aussehen & Rassemerkmale

Das auffälligste Merkmal des Bearded Collie ist sein üppiges, langes Haarkleid, das den gesamten Körper einschließlich des Gesichts bedeckt und ihm den charakteristischen „Bart" verleiht – daher der Name. Der Körperbau ist schlank, aber muskulös, mit einer deutlichen Brusttiefe und einem geraden Rücken. Die Gesamterscheinung wirkt harmonisch und agil, niemals schwerfällig.

Der Kopf ist breit und flach, mit einem moderaten Stop. Die Augen sind groß, ausdrucksstark und in einem zur Fellfarbe passenden Ton gehalten. Die Ohren sind mittelgroß, hängend und heben sich bei Aufmerksamkeit leicht an. Die Rute wird tief getragen und reicht bis zum Sprunggelenk; sie schwingt beim Laufen elegant nach oben, wird jedoch nicht über den Rücken gerollt.

Eine Besonderheit der Rasse ist der Farbwechsel: Viele Bearded Collies werden dunkel geboren und hellen im Laufe der ersten Lebensjahre deutlich auf. Ein als Welpe schwarzer Hund kann im Erwachsenenalter ein helles Schiefergrau zeigen. Dieser Prozess ist genetisch bedingt und völlig normal.

Charakter & Wesen

Der Bearded Collie ist ein lebhafter, aufgeweckter und ausgesprochen fröhlicher Hund. Sein Temperament wird häufig als ansteckend beschrieben – er verbreitet gute Laune und begeistert mit seinem verspielten Wesen. Gleichzeitig ist er treu, anhänglich und stark auf seine Bezugspersonen fixiert. Er bindet sich eng an seine Familie und zeigt ein ausgeprägtes Sozialverhalten gegenüber Kindern und anderen Haustieren.

Als ehemaliger Arbeitshund bringt er eine hohe Intelligenz und Lernbereitschaft mit, was ihn zu einem dankbaren Partner in der Erziehung macht. Allerdings besitzt er auch einen gewissen Eigensinn: Monotone Wiederholungen langweilen ihn schnell. Konsequente, aber liebevolle Führung mit abwechslungsreichen Trainingseinheiten erzielen die besten Ergebnisse. Der Bearded Collie ist wachsam und meldet Besucher zuverlässig, ohne dabei zu übermäßigem Kläffen zu neigen. Aggressives Verhalten ist der Rasse fremd.

Haltung & Pflege

Der Bearded Collie ist kein Hund für ein ruhiges Stadtleben ohne entsprechende Auslastung. Er braucht viel Bewegung, geistige Beschäftigung und den engen Kontakt zu seinen Menschen. Tägliche ausgedehnte Spaziergänge, freies Laufen auf gesicherten Flächen und Hundesportarten wie Agility, Obedience oder Hütearbeit kommen seinem Bewegungsdrang entgegen. Ein Haus mit Garten ist ideal, aber keine zwingende Voraussetzung – entscheidend ist die aktive Gestaltung des Alltags.

Die Fellpflege ist beim Bearded Collie ein wesentlicher Punkt. Das lange, doppelte Haarkleid neigt zu Verfilzungen, besonders hinter den Ohren, an den Achseln und im Bauchbereich. Gründliches Bürsten sollte mindestens zwei- bis dreimal pro Woche erfolgen, im Fellwechsel täglich. Ein grobzinkiger Kamm und eine geeignete Entfilzungsbürste gehören zur Grundausstattung. Das Fell sollte nicht geschoren werden, da die natürliche Struktur einen wichtigen Schutz gegen Witterungseinflüsse bietet. Regelmäßige Kontrolle der Augen, Ohren und Pfoten ergänzt die Pflegeroutine.

Ernährung

Der Bearded Collie stellt keine außergewöhnlichen Ansprüche an seine Ernährung, profitiert aber deutlich von hochwertigem Futter mit einem ausgewogenen Verhältnis von Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten. Ob Nass- oder Trockenfutter, BARF