Bobtail
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Steckbrief
- Weitere Bezeichnung: Old English Sheepdog (OES)
- Herkunft: Großbritannien
- FCI-Gruppe: Gruppe 1 – Hütehunde und Treibhunde, Sektion 1: Schäferhunde (ohne Arbeitsprüfung)
- FCI-Standard-Nr.: 16
- Widerristhöhe: Rüden ab 61 cm, Hündinnen ab 56 cm
- Gewicht: 27–45 kg (je nach Geschlecht und Konstitution)
- Lebenserwartung: 10–12 Jahre
- Fell: Reichlich, zottelig, harsch in der Textur, mit dichter, wasserabweisender Unterwolle
- Farben: Grau, Grizzle, Blau in allen Schattierungen, jeweils mit oder ohne weiße Abzeichen; der Körper und die Hinterhand sind einfarbig dunkel, Kopf, Hals, Vorderläufe und Bauch weiß
Herkunft & Geschichte
Die Abstammung des Bobtails lässt sich bis ins 18. Jahrhundert in den ländlichen Regionen Englands zurückverfolgen. Dort wurde er von Schäfern und Viehtreibern als robuster Arbeitshund eingesetzt, der Schaf- und Rinderherden über weite Strecken trieb. Der Name „Bobtail" – wörtlich „Stummelschwanz" – geht auf die historische Praxis zurück, den Hunden die Rute zu kupieren. Damit wiesen die Besitzer nach, dass es sich um einen Arbeitshund handelte, der von der damaligen Hundesteuer befreit war.
Über die genauen Vorfahren der Rasse wird bis heute diskutiert. Vermutet werden Einkreuzungen von kontinentalen Hirtenhunden, möglicherweise dem Bearded Collie und dem Briard. Der erste Rassestandard wurde 1888 vom Kennel Club in Großbritannien veröffentlicht. Der zuständige Zuchtverband in Deutschland ist der Club für Britische Hütehunde e.V., der dem VDH angeschlossen ist. Die FCI führt den Old English Sheepdog unter der Standardnummer 16.
International bekannt wurde der Bobtail vor allem durch Film- und Fernsehauftritte sowie durch seine Verwendung in der Werbung. Sein unverwechselbares Erscheinungsbild machte ihn ab den 1960er-Jahren zu einem beliebten Familienhund weit über die britischen Inseln hinaus.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Bobtail ist ein kräftiger, kompakt gebauter Hund mit einem charakteristisch quadratischen Körperbau. Auffällig ist sein üppiges, zotteliges Fell, das den gesamten Körper einschließlich des Kopfes bedeckt und ihm sein typisches „Teddybär-Aussehen" verleiht. Die Augen sind dunkel oder wallaugenfarben und oft vom dichten Stirnhaar verdeckt.
Der Schädel ist groß und quadratisch, der Fang kräftig und stumpf. Die kleinen Ohren liegen flach am Kopf an. Der Rumpf wirkt von vorn schmaler als von hinten, da die Hinterhand besonders gut bemuskelt und reichlich behaart ist. Die Kruppe liegt höher als der Widerrist, was dem Bobtail seinen typischen, bärenartigen Gang verleiht – ein rollendes, watschelndes Gangwerk, das sofort ins Auge fällt.
Das doppelte Haarkleid besteht aus rauem, nicht lockigem Deckhaar und einer dichten, weichen Unterwolle. Laut Rassestandard sind satte Farbtöne erwünscht, während bräunliche oder falbfarbene Schattierungen als Fehler gelten.
Charakter & Wesen
Der Bobtail ist ein ausgeglichener, freundlicher und treuer Hund. Trotz seiner Größe zeigt er sich erstaunlich sensibel und feinfühlig im Umgang mit seinen Menschen. Er ist verspielt, anhänglich und sucht stets die Nähe seiner Familie. Einsamkeit verträgt er schlecht – er braucht den engen sozialen Anschluss.
Gegenüber Kindern verhält sich der Bobtail geduldig und beschützend, weshalb er seit Langem den Ruf eines hervorragenden Familienhundes genießt. Fremden gegenüber ist er zunächst wachsam, aber nicht aggressiv. Sein Hüteinstinkt ist nach wie vor vorhanden: Er neigt dazu, seine Familie zusammenzuhalten, und kann kleinere Kinder oder andere Haustiere sanft „hüten".
Trotz seines gemütlichen Äußeren ist der Bobtail keineswegs ein träger Hund. Er besitzt eine hohe Intelligenz, ist lernwillig und kann durchaus dickköpfig sein, wenn ihm eine Aufgabe nicht einleuchtet. Eine konsequente, aber liebevolle Erziehung ist daher unerlässlich.
Haltung & Pflege
Die Haltung eines Bobtails erfordert Engagement, vor allem in Bezug auf die Fellpflege. Das lange, dichte Fell muss mindestens zwei- bis dreimal pro Woche gründlich gebürstet werden, um Verfilzungen und Knoten zu verhindern. In der Zeit des Fellwechsels ist tägliches Bürsten notwendig. Viele Halter lassen das Fell regelmäßig vom Hundefriseur pflegen oder kürzen es im Sommer, um dem Hund bei Wärme Erleichterung zu verschaffen.
Als ehemaliger Arbeitshund benötigt der Bobtail ausreichend Auslauf und geistige Beschäftigung. Zwei ausgedehnte Spaziergänge täglich sind das Minimum. Zusätzlich eignen sich Hundesportarten wie Obedience, Agility oder Fährtenarbeit, um den Hund geistig und körperlich auszulasten. Ein Haus mit Garten ist für die Haltung ideal, eine Stadtwohnung dagegen nur bedingt geeignet.
Wichtig ist die frühe Sozialisierung: Der junge Bobtail sollte möglichst viele unterschiedliche Situationen, Menschen und andere Tiere kennenlernen, um zu einem souveränen, gelassenen Begleiter heranzuwachsen.
Ernährung
Die Ernährung des Bobtails sollte seinem Aktivitätslevel, Alter und Gewicht angepasst sein. Ein hochwertiges Alleinfuttermittel – ob Nass- oder Trockenfutter – bildet eine gute Grundlage. Alternativ greifen viele Halter auf BARF (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter) zurück. Dabei ist