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Begattung

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Zucht & Fortpflanzung > Fortpflanzung – Begriffe

Definition und Überblick

Als Begattung (auch Kopulation oder Paarung) bezeichnet man den körperlichen Geschlechtsakt zwischen einem männlichen und einem weiblichen Tier, bei dem Samenzellen (Spermien) des Männchens in den Geschlechtstrakt des Weibchens übertragen werden. Ziel der Begattung ist die Befruchtung der weiblichen Eizelle und damit die geschlechtliche Fortpflanzung. Der Begriff wird überwiegend in der Zoologie, der Veterinärmedizin und der Tierzucht verwendet und beschreibt im engeren Sinne die direkte körperliche Vereinigung – im Unterschied zu äußeren Befruchtungsformen, wie sie etwa bei vielen Fischen und Amphibien vorkommen.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Die Begattung ist nur ein Teilvorgang innerhalb des gesamten Fortpflanzungsgeschehens. Ihr voraus geht in der Regel das Paarungsverhalten (Balz, Werbung, Rivalenkampf), das dazu dient, einen geeigneten Partner zu finden und die Paarungsbereitschaft zu signalisieren. Die Begattung selbst führt nicht zwingend zur Befruchtung – diese erfolgt erst, wenn eine Samenzelle tatsächlich mit einer reifen Eizelle verschmilzt. Darüber hinaus ist zwischen Natursprung (natürliche Begattung) und künstlicher Besamung zu unterscheiden: Bei letzterer wird das Sperma ohne direkten Körperkontakt in den Genitaltrakt des Weibchens eingebracht.

Der Begriff Deckakt wird in der Nutztierzucht häufig synonym zur Begattung verwendet, insbesondere bei Pferden, Rindern und Hunden. Bei Vögeln spricht man oft von der Tretakt oder dem Treten, da der Hahn auf die Henne steigt.

Ablauf der Begattung bei Säugetieren

Bei den meisten Säugetieren läuft die Begattung nach einem artspezifischen Muster ab. Das Weibchen signalisiert seine Paarungsbereitschaft durch hormonell gesteuerte Verhaltensweisen und körperliche Anzeichen – etwa den Duldungsreflex bei Rindern oder die Standhitze bei Stuten. Das Männchen reagiert auf diese Signale, besteigt das Weibchen (Aufsprung) und führt den Penis in die Vagina ein (Intromission). Durch rhythmische Beckenbewegungen (Friktionen) kommt es schließlich zur Ejakulation, bei der das Sperma in den weiblichen Geschlechtstrakt abgegeben wird.

Die Dauer der Kopulation variiert je nach Tierart erheblich:

  • Pferde: Der Deckakt dauert in der Regel nur wenige Sekunden bis etwa eine Minute.
  • Hunde: Nach der Ejakulation kommt es zum sogenannten Hängen (Verknotung), bei dem die Tiere bis zu 30 Minuten verbunden bleiben. Dieses Phänomen wird durch die Anschwellung des Bulbus glandis am Hundepenis verursacht.
  • Katzen: Die Begattung dauert nur wenige Sekunden, kann aber mehrfach wiederholt werden. Der Penis des Katers besitzt Widerhaken (Penisdornen), die beim Herausziehen einen Schmerzreiz auslösen und so den Eisprung beim Weibchen anregen (provozierte Ovulation).
  • Rinder: Der Deckakt ist sehr kurz und dauert oft nur wenige Sekunden.

Begattung bei anderen Tierklassen

Auch außerhalb der Säugetiere gibt es zahlreiche Formen der inneren Befruchtung durch Begattung. Bei Reptilien besitzen die Männchen je nach Art einen oder zwei Hemipenes, die in die Kloake des Weibchens eingeführt werden. Vögel verfügen in den meisten Fällen über kein äußeres Begattungsorgan; stattdessen erfolgt die Samenübertragung durch einen kurzen Kloakenkuss, bei dem die Kloakenöffnungen beider Partner aneinandergepresst werden. Ausnahmen bilden etwa Enten und Gänse, die einen ausstülpbaren Penis besitzen.

Bei vielen Insekten ist die Begattung ein komplexer Vorgang, bei dem das Männchen mithilfe spezialisierter Geschlechtsanhänge (Aedeagus) Sperma in die Geschlechtsöffnung des Weibchens überträgt. Bei manchen Arten – etwa der Gottesanbeterin – kann das Weibchen das Männchen während oder nach der Kopulation fressen (sexueller Kannibalismus).

Bedeutung in der Tierzucht

In der Zuchtpraxis wird die Begattung gezielt gesteuert, um bestimmte genetische Eigenschaften zu fördern. Beim sogenannten Natursprung wird ein ausgewählter männlicher Zuchttier (Vatertier) mit einem Weibchen zusammengebracht. Die Wahl des richtigen Zeitpunkts ist entscheidend: Nur während des Östrus (Brunst, Hitze) ist das Weibchen empfängnisbereit. In der modernen Rinder- und Schweinezucht hat die künstliche Besamung den Natursprung weitgehend abgelöst, da sie hygienische Vorteile bietet, die Übertragung von Geschlechtskrankheiten minimiert und eine breitere genetische Nutzung wertvoller Vatertiere ermöglicht.

Bei Hunden und Pferden spielt der kontrollierte Natursprung nach wie vor eine bedeutende Rolle. Hier achten Züchter auf die Deckbereitschaft des Weibchens, überwachen den Ablauf und dokumentieren den Deckzeitpunkt für die Zuchtbuchführung.

Probleme und Störungen

Nicht jede Begattung verläuft erfolgreich. Zu den häufigsten Problemen zählen: