Breitrandschildkröte
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Testudo marginata
- Ordnung: Schildkröten (Testudines)
- Familie: Landschildkröten (Testudinidae)
- Gattung: Testudo
- Lebensraum: Trockene, strauchbestandene Hänge, Macchie, lichte Wälder und Kulturland im Mittelmeerraum
- Größe: Carapaxlänge bis 35 cm, in Ausnahmefällen bis 40 cm
- Gewicht: 3–5 kg, große Männchen bis etwa 7 kg
- Lebenserwartung: 80–100 Jahre, unter günstigen Bedingungen auch darüber
Aussehen & Merkmale
Die Breitrandschildkröte ist die größte europäische Landschildkröte. Ihr Name leitet sich vom auffälligsten Merkmal ab: Die hinteren Randschilde (Marginalia) des Rückenpanzers sind bei ausgewachsenen Tieren deutlich nach außen umgebogen und bilden einen breiten, glockenförmig ausgestellten Saum. Dieser sogenannte „Rock" verleiht der Art ein unverwechselbares Erscheinungsbild und unterscheidet sie klar von den beiden anderen europäischen Testudo-Arten – der Griechischen Landschildkröte (Testudo hermanni) und der Maurischen Landschildkröte (Testudo graeca).
Der Carapax ist langgestreckt-oval und stark gewölbt, bei älteren Tieren oft recht flach auf der Oberseite. Die Grundfärbung reicht von dunkelbraun bis fast schwarz, wobei die einzelnen Hornschilde (Scuta) helle, gelbliche bis cremefarbene Areolen aufweisen können. Diese Zeichnung verblasst mit zunehmendem Alter, sodass sehr alte Exemplare nahezu einfarbig dunkel wirken. Der Bauchpanzer (Plastron) ist gelblich mit paarweise angeordneten dreieckigen schwarzen Flecken auf jedem Schild.
Der Kopf ist verhältnismäßig klein, dunkel gefärbt und mit großen Schuppen bedeckt. Die kräftigen Vorderbeine tragen deutliche Hornschuppen. Anders als bei Testudo graeca fehlen Hornkegel an den Oberschenkeln. Der Schwanz adulter Männchen trägt keinen Hornnagel. Männchen sind insgesamt größer als Weibchen und besitzen einen längeren, dickeren Schwanz sowie einen deutlich konkaven Bauchpanzer.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Breitrandschildkröte beschränkt sich im Wesentlichen auf den südlichen Teil der Balkanhalbinsel. Ihr Hauptvorkommen liegt in Griechenland, wo sie vom Peloponnes über Mittelgriechenland bis nach Thessalien und in Teile Nordostgriechenlands vorkommt. Kleinere, teils auf antike Verschleppung zurückgehende Populationen existieren auf einigen ägäischen Inseln sowie im Nordosten Sardiniens. Die sardische Population wird als Relikt einer historischen Einführung durch den Menschen angesehen.
Als Habitat bevorzugt Testudo marginata trockene, sonnige Biotope mit mediterraner Vegetation. Typisch sind Macchie- und Phrygana-Landschaften mit niedriger Strauchvegetation, steinige Hänge mit Oliven- und Eichenbestand sowie extensiv genutzte Kulturlandschaften. Die Art dringt dabei in höhere Lagen vor als ihre Verwandten und kommt in Griechenland noch in Höhen von über 1.600 Metern vor. Entscheidend für die Eignung eines Biotops sind ausreichend Versteckmöglichkeiten zwischen Steinen und dichter Vegetation, sonnenexponierte Plätze zum Aufwärmen sowie ein geeignetes Substrat für die Eiablage.
Ernährung
Die Breitrandschildkröte ernährt sich überwiegend herbivor. Ihre Nahrung besteht aus Wildkräutern, Gräsern, Blüten, Blättern und gelegentlich abgefallenen Früchten. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet frisst sie unter anderem Klee, Wegerich, Löwenzahn, verschiedene Distelarten und die Blätter sukkulenter Pflanzen. Tierische Nahrung wird gelegentlich aufgenommen – etwa Schnecken, Insekten oder Aas – spielt aber eine untergeordnete Rolle. Der hohe Rohfaseranteil der natürlichen Nahrung ist für die Verdauung und die Gesundheit des Panzers von großer Bedeutung. In Gefangenschaft führt eine zu eiweiß- und fettreiche Fütterung häufig zu Panzerwachstumsstörungen, dem sogenannten Höckerwuchs.
Verhalten & Lebensweise
Wie alle europäischen Landschildkröten ist die Breitrandschildkröte tagaktiv. Ihre Aktivitätsphase beginnt in den Morgenstunden mit ausgiebigem Sonnen (Thermoregulation), gefolgt von Nahrungssuche in den Vormittags- und späten Nachmittagsstunden. Während der Mittagshitze im Hochsommer ziehen sich die Tiere in schattige Verstecke unter Büschen oder Steinen zurück. Diese sommerliche Ruhephase kann bei extremer Trockenheit in eine Sommerruhe (Ästivation) übergehen, bei der die Aktivität für Wochen stark reduziert wird.
Im Winter halten die Tiere eine mehrmonatige Winterruhe (Hibernation), deren Dauer von den klimatischen Bedingungen abhängt. In südlichen Populationen kann diese nur wenige Wochen dauern, in höheren Lagen erstreckt sie sich von November bis März. Die Tiere graben sich dazu in lockeres Erdreich oder Laub ein oder nutzen Felsspalten und Hohlräume.
Breitrandschildkröten sind Einzelgänger ohne feste Reviere. Die Aktionsräume einzelner Tiere überlappen sich, wobei Männchen größere Flächen durchstreifen als Weibchen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit beginnt unmittelbar nach der Winterruhe im Frühjahr, meist im März oder April. Die Balz der Männchen ist robust: Sie verfolgen die Weibchen, rammen deren Panzer wiederholt und beißen ihnen in die Beine, um sie zum Stehenbleiben zu bewegen. Während der Kopulation stößt das Männchen piepsende Laute aus.
Etwa vier bis acht Wochen nach der Paarung legt das Weibchen die Eier in eine selbst gegrabene Grube von 10–15 cm Tiefe. Ein Gelege umfasst in