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Maurische Landschildkröte

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Tierart – Reptilien > Schildkröten – Land

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Testudo graeca Linnaeus, 1758
  • Ordnung: Schildkröten (Testudines)
  • Familie: Landschildkröten (Testudinidae)
  • Gattung: Paläarktische Landschildkröten (Testudo)
  • Lebensraum: Trockene, mediterrane Habitate – Macchie, Garigue, Steppen, lichte Wälder
  • Größe: Carapaxlänge 15–30 cm, je nach Unterart
  • Gewicht: 0,7–3,5 kg, Weibchen meist schwerer als Männchen
  • Lebenserwartung: 80–100 Jahre, in Einzelfällen über 100 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Maurische Landschildkröte besitzt einen hochgewölbten, kräftigen Rückenpanzer (Carapax), dessen Grundfarbe von strohgelb über olivgrün bis dunkelbraun variiert. Jedes Hornschild (Scutum) zeigt in der Regel ein dunkles Zentrum oder dunkle Flecken, die sich je nach Unterart und Herkunftsregion stark unterscheiden. Der Bauchpanzer (Plastron) ist gelblich und trägt meist paarweise angeordnete dunkle Flecken.

Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal gegenüber der äußerlich ähnlichen Griechischen Landschildkröte (Testudo hermanni) ist der Oberschenkelsporn – eine kegelförmige, hornartige Erhebung an der Innenseite jedes Oberschenkels. Ein Hornnagel am Schwanzende fehlt dagegen bei Testudo graeca, während er bei Testudo hermanni stets vorhanden ist. Die Hinterbeine sind kräftig, säulenförmig und tragen an jedem Fuß fünf Zehen mit stumpfen Krallen. Die Haut an Kopf und Gliedmaßen ist mit groben Schuppen bedeckt.

Innerhalb der Art werden zahlreiche Unterarten beschrieben, darunter Testudo graeca graeca (Nordwestafrika), Testudo graeca ibera (Südosteuropa, Türkei), Testudo graeca terrestris (Levante) und Testudo graeca nabeulensis (Tunesien). Die taxonomische Gliederung ist Gegenstand anhaltender wissenschaftlicher Diskussion, da sich die Unterarten morphologisch und genetisch teils erheblich unterscheiden.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Maurischen Landschildkröte erstreckt sich über drei Kontinente. In Nordafrika besiedelt sie Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen. In Europa kommt sie auf der Iberischen Halbinsel (Südspanien), auf Sardinien, in Griechenland, Bulgarien und Rumänien vor. In Asien reicht das Areal von der Türkei über den Kaukasus bis in den Iran und nach Jordanien.

Typische Biotope sind sonnige, trockene Landschaften mit spärlicher bis mitteldichter Vegetation: Macchie, Garigue, lichte Kiefern- und Eichenwälder, Kulturlandschaften mit Olivenhainen, Weinbergen und steinige Trockensteppen. Entscheidend für die Habitatwahl sind gut drainierte Böden, die das Graben von Mulden und das Überwintern ermöglichen. Küstennahe Dünenlandschaften werden ebenso besiedelt wie Hanglagen bis auf etwa 1.500 Meter Höhe, in der Türkei stellenweise bis über 2.000 Meter.

Ernährung

Die Maurische Landschildkröte ernährt sich überwiegend herbivor. Auf dem natürlichen Speiseplan stehen Wildkräuter, Gräser, Blüten, Blätter und Sukkulenten. Bevorzugt werden unter anderem Wegerich (Plantago), Klee (Trifolium), Löwenzahn (Taraxacum) und verschiedene Disteln. Gelegentlich nimmt sie auch Fallobst, Pilze und Schneckenhäuser auf, wobei letztere als Kalziumquelle für den Panzeraufbau dienen. Tierische Nahrung – etwa Insekten oder Aas – wird nur in geringem Umfang aufgenommen.

Der Wasserbedarf wird größtenteils über die Nahrung gedeckt. An heißen Tagen suchen die Tiere jedoch gezielt flache Wasserstellen auf und trinken dort, teilweise baden sie auch darin.

Verhalten & Lebensweise

Die Maurische Landschildkröte ist tagaktiv mit Aktivitätsmaxima in den Morgen- und Abendstunden. Während der heißen Mittagszeit zieht sie sich in den Schatten von Büschen oder unter Steine zurück (Ästivation im Sinne einer Mittagsruhe). Wie alle Reptilien ist sie ektotherm und muss ihre Körpertemperatur durch Sonnenexposition regulieren.

Die Art lebt einzelgängerisch. Feste Reviere im engeren Sinne werden nicht verteidigt, doch nutzen die Tiere individuelle Aktionsräume, die sich mit denen von Artgenossen überschneiden können. In den kälteren Teilen des Verbreitungsgebiets halten die Schildkröten eine Winterruhe (Hibernation), die je nach Klima von Oktober bis März dauert. Dabei graben sie sich in lockeren Boden oder unter Laub ein. In milderen Regionen Nordafrikas kann die Winterruhe deutlich kürzer ausfallen oder ganz entfallen, während stattdessen eine sommerliche Ruheperiode (Ästivation) bei extremer Hitze eingelegt wird.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit beginnt im Frühjahr, meist kurz nach dem Ende der Winterruhe. Die Balz der Männchen ist robust: Sie umkreisen das Weibchen, rammen es mit dem Panzer und beißen in Kopf und Vorderbeine, um es zum Stehenbleiben zu bewegen. Während der Kopulation stößt das Männchen piepsende oder krächzende Laute aus.

Einige Wochen nach der Paarung gräbt das Weibchen mit den Hinterbeinen eine Eigrube in sonnenexponiertes, sandiges oder lehmiges Substrat. Ein Gelege umfasst je nach Unterart und Körpergröße ein bis acht Eier. Pro Saison sind zwei bis drei Gelege möglich. Die Inkubationszeit beträgt etwa 60 bis 90 Tage und