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Rotwangen-Schmuckschildkröte

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Tierart – Reptilien > Schildkröten – Land

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Trachemys scripta elegans
  • Ordnung: Schildkröten (Testudines)
  • Familie: Neuwelt-Sumpfschildkröten (Emydidae)
  • Gattung: Buchstaben-Schmuckschildkröten (Trachemys)
  • Lebensraum: Stehende und langsam fließende Süßgewässer
  • Größe: Carapaxlänge 20–30 cm (Weibchen bis 33 cm)
  • Gewicht: 1,5–3 kg, ausgewachsene Weibchen bis über 4 kg
  • Lebenserwartung: 30–40 Jahre, in Gefangenschaft teils über 50 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Rotwangen-Schmuckschildkröte verdankt ihren deutschen Namen dem auffälligen, leuchtend roten Streifen, der sich beidseits hinter dem Auge über die Schläfenregion erstreckt. Dieses Merkmal unterscheidet sie zuverlässig von den beiden anderen Unterarten der Buchstaben-Schmuckschildkröte: der Gelbwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta scripta) und der Cumberland-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta troostii), die an diesen Stellen gelbe bzw. gelblich-orange Markierungen tragen.

Der Rückenpanzer (Carapax) ist oval, leicht gewölbt und bei Jungtieren intensiv grün mit gelben Streifenmustern auf den einzelnen Hornschilden. Mit zunehmendem Alter dunkelt die Grundfarbe deutlich nach, sodass ältere Exemplare einen nahezu schwarzen oder olivbraunen Panzer aufweisen können – ein Vorgang, der als Melanisierung bezeichnet wird. Der Bauchpanzer (Plastron) ist gelblich und zeigt dunkle, symmetrisch angeordnete Flecken. Die Haut an Kopf, Hals und Gliedmaßen ist dunkelgrün bis olivfarben und von zahlreichen gelben Längsstreifen durchzogen. Die Zehen der Hinterbeine sind mit Schwimmhäuten versehen, was die Art als überwiegend aquatisch lebende Schildkröte ausweist.

Es besteht ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus: Weibchen werden erheblich größer als Männchen. Männchen besitzen dagegen verlängerte Krallen an den Vorderbeinen, die bei der Balz eine Rolle spielen, sowie einen längeren, dickeren Schwanz mit weiter distal gelegener Kloakenöffnung.

Lebensraum & Verbreitung

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Rotwangen-Schmuckschildkröte erstreckt sich über den Süden und Südosten der USA, vom Mississippi-Einzugsgebiet über Texas und Louisiana bis nach Indiana und Illinois. Dort besiedelt sie bevorzugt stehende oder langsam fließende Gewässer wie Teiche, Seen, Sumpfgebiete, Altarme und Kanäle. Entscheidend für die Habitatwahl sind eine dichte Ufervegetation, schlammiger Untergrund und ausreichend Sonnenplätze in Form von Baumstämmen, Steinen oder Uferböschungen.

Durch den jahrzehntelangen Massenimport als Heimtier hat sich die Art inzwischen weit außerhalb ihres natürlichen Areals etabliert. Verwilderte Populationen existieren heute in Südeuropa, Südostasien, Australien, Südafrika und zahlreichen weiteren Regionen. Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz werden regelmäßig freigelassene Exemplare in städtischen Parkteichen, Baggerseen und naturnahen Biotopen angetroffen. Ob sich in Mitteleuropa selbsterhaltende Populationen dauerhaft reproduzieren, wird unter Herpetologen diskutiert. Steigende Durchschnittstemperaturen könnten dies künftig begünstigen.

Ernährung

Die Rotwangen-Schmuckschildkröte ist omnivor. Die Zusammensetzung der Nahrung verschiebt sich im Laufe des Lebens deutlich: Jungtiere ernähren sich überwiegend von tierischer Kost – darunter Wasserinsekten, Kaulquappen, kleine Fische, Schnecken und Würmer. Mit zunehmendem Alter steigt der pflanzliche Anteil auf bis zu 70–80 Prozent. Adulte Tiere fressen große Mengen an Wasserpflanzen, Algen und herabgefallenem Obst. Gelegentlich nehmen sie auch Aas an. Diese ontogenetische Nahrungsumstellung ist bei mehreren Arten der Gattung Trachemys dokumentiert und stellt vermutlich eine Anpassung zur Reduktion innerartlicher Nahrungskonkurrenz dar.

Verhalten & Lebensweise

Die Art ist tagaktiv und verbringt einen beträchtlichen Teil des Tages mit dem sogenannten Basking – dem Sonnenbaden auf exponierten Plätzen über der Wasseroberfläche. Dieses Verhalten dient der Thermoregulation, da Schildkröten als ektotherme Tiere auf externe Wärmequellen angewiesen sind. Beim Sonnen können sich mehrere Individuen auf engstem Raum versammeln, wobei gelegentlich Tiere übereinandergestapelt sitzen. Trotz dieser räumlichen Nähe bilden Rotwangen-Schmuckschildkröten keine sozialen Verbände; es handelt sich um Einzelgänger ohne Revierverhalten.

Bei Annäherung eines potenziellen Feindes lassen sich die Tiere sofort ins Wasser gleiten. Sie sind gute Schwimmer und können minutenlang untergetaucht verharren. In den nördlichen Teilen des Verbreitungsgebietes halten die Schildkröten eine Winterruhe, bei der sie sich am Gewässergrund in den Schlamm eingraben und ihren Stoffwechsel auf ein Minimum reduzieren. Die Aufnahme von Sauerstoff erfolgt dann teilweise über die gut durchblutete Haut und Schleimhaut der Kloake.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in den natürlichen Verbreitungsgebieten auf das Frühjahr. Bei der Balz schwimmt das Männchen rückwärts vor dem Weibchen her und fächert mit seinen verlängerten Vorderkrallen rhythmisch Wasser gegen deren Kopf – ein artspezifisches Balzverhalten, das als „Titillieren" bezeichnet wird. Nach erfolgreicher Kopulation sucht das Weibchen einen geeigneten Eiablageplatz an Land, oft in sonnenbeschienenen, sandigen oder lehmigen Böden in Gewässernähe.

Pro Gelege werden 5–20 Eier abgesetzt, wob