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Bronchitis

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Tiermedizin & Gesundheit > Krankheiten – allgemein

Definition & Überblick

Unter einer Bronchitis versteht man eine Entzündung der Bronchien – jener Atemwege, die sich innerhalb der Lunge baumartig verzweigen und die eingeatmete Luft zu den Lungenbläschen (Alveolen) transportieren. Die Erkrankung gehört zu den häufigsten Atemwegserkrankungen in der Veterinärmedizin und betrifft nahezu alle Haustierarten. Besonders oft wird sie bei Hunden, Katzen, Pferden und Rindern diagnostiziert.

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen einer akuten Bronchitis, die plötzlich auftritt und bei konsequenter Behandlung meist vollständig ausheilt, und einer chronischen Bronchitis, bei der die Entzündung über Wochen bis Monate bestehen bleibt und zu dauerhaften Veränderungen der Bronchialschleimhaut führen kann. Beim Hund spricht man von chronischer Bronchitis, wenn Husten über einen Zeitraum von mindestens zwei Monaten innerhalb eines Jahres besteht, ohne dass eine andere zugrunde liegende Ursache identifiziert werden kann. Bei der Katze ist das feline Asthma eine eng verwandte, klinisch bedeutsame Atemwegserkrankung mit bronchospastischer Komponente.

Unbehandelt kann eine Bronchitis auf tiefere Lungenabschnitte übergreifen und eine Bronchopneumonie – also eine kombinierte Entzündung der Bronchien und des Lungengewebes – nach sich ziehen.

Ursachen & Risikofaktoren

Die Ursachen einer Bronchitis sind vielfältig und hängen stark von der betroffenen Tierart ab:

  • Infektiöse Erreger: Viren (z. B. Canines Parainfluenzavirus, Equines Influenzavirus, Bovines Respiratorisches Synzytialvirus), Bakterien (z. B. Bordetella bronchiseptica, Mycoplasma-Spezies, Pasteurella-Spezies) und in selteneren Fällen Pilze. Beim Hund ist der sogenannte Zwingerhusten (infektiöse Tracheobronchitis) ein klassisches Beispiel für eine erregerbedingte Bronchitis mit hoher Ansteckungsgefahr.
  • Parasitäre Ursachen: Lungenwürmer wie Angiostrongylus vasorum beim Hund, Aelurostrongylus abstrusus bei der Katze oder Dictyocaulus viviparus beim Rind können eine parasitäre Bronchitis hervorrufen.
  • Allergische Reaktionen: Pollen, Schimmelpilzsporen, Hausstaubmilben oder Futtermittelbestandteile können eine allergisch bedingte Bronchitis auslösen. Bei Pferden ist die Recurrent Airway Obstruction (RAO), früher als chronisch-obstruktive Bronchitis (COB) bezeichnet, ein häufiges allergisch bedingtes Krankheitsbild.
  • Umweltreizungen: Zigarettenrauch, Ammoniakdämpfe in schlecht belüfteten Ställen, Staub, chemische Dämpfe und trockene Heizungsluft reizen die Bronchialschleimhaut und begünstigen Entzündungen.
  • Aspiration: Das Einatmen von Fremdkörpern oder Futterbrei, etwa bei Schluckstörungen oder unsachgemäßer Eingabe von Medikamenten, kann eine Aspirationsbronchitis verursachen.

Zu den wesentlichen Risikofaktoren zählen ein geschwächtes Immunsystem (z. B. bei Jungtieren, alten Tieren oder immunsupprimierten Patienten), Haltungsmängel wie Überbelegung und mangelnde Belüftung, fehlender Impfschutz, brachyzephale Rassen mit anatomisch verengten Atemwegen sowie vorbestehende Herzerkrankungen.

Symptome & Erkennung

Das Leitsymptom der Bronchitis ist Husten. Je nach Schweregrad und Ursache variiert das klinische Bild erheblich:

  • Trockener, unproduktiver Husten im Anfangsstadium, der sich im weiteren Verlauf zu einem feuchten, produktiven Husten mit Schleimauswurf (Sputum) entwickeln kann
  • Vermehrter Nasenausfluss, zunächst serös (wässrig), bei bakterieller Beteiligung mukopurulent (schleimig-eitrig)
  • Angestrengte Atmung (Dyspnoe) mit erhöhter Atemfrequenz (Tachypnoe), sichtbarer Bauchatmung oder geblähten Nüstern
  • Atemgeräusche wie Rasseln, Pfeifen oder Giemen, die teils bereits ohne Stethoskop hörbar sind
  • Reduziertes Allgemeinbefinden: Mattigkeit, verminderte Futteraufnahme, Bewegungsunlust
  • Fieber bei infektiöser Ursache, insbesondere bei bakterieller Beteiligung
  • Würgen oder Hervorwürgen von Schleim, das Tierbesitzer häufig mit Erbrechen verwechseln

Bei chronischer Bronchitis fällt den Besitzern oft ein hartnäckiger Husten auf, der sich über Wochen nicht bessert und besonders morgens, bei Aufregung oder nach körperlicher Belastung auftritt.

Diagnose

Die Diagnosestellung stützt sich auf mehrere Untersuchungsschritte:

  • Klinische Untersuchung: Auskultation (Abhören) der Lunge mit dem Stethoskop liefert Hinweise auf verschärfte Atemgeräusche, Rasselgeräusche, Giemen oder verlängertes Exspirium. Eine Palpation der Trachea kann den typischen Hustenreflex provozieren.
  • Röntgenuntersuchung des Thorax: Sie ermöglicht die Beurteilung des Lungenfeldes und kann bronchiale Verdickungen, peribronchiale Verschattungen oder Hinweise auf eine sekundäre Pneumonie sichtbar machen.
  • Bronchoalveoläre Lavage (BAL) und Tracheobronchialspülung: Durch Einspülung und Rückgewinnung von Kochsalzlösung aus den Atemwegen werden Zellproben gewon