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Buntfalke

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Tierart – Vögel > Greifvögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Falco sparverius
  • Ordnung: Falkenartige (Falconiformes)
  • Familie: Falken (Falconidae)
  • Gattung: Falken (Falco)
  • Lebensraum: Offene Landschaften, Kulturland, Savannen, Waldränder, städtische Gebiete
  • Größe: 22–31 cm Körperlänge, Flügelspannweite 51–61 cm
  • Gewicht: Männchen ca. 80–105 g, Weibchen ca. 100–150 g
  • Lebenserwartung: 5–10 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis 17 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Buntfalke ist der kleinste und zugleich farbenprächtigste Falke Nordamerikas. Im Englischen wird er treffend als „American Kestrel" bezeichnet – ein Name, der auf seine enge ökologische Verwandtschaft mit dem europäischen Turmfalken (Falco tinnunculus) hinweist, obwohl beide Arten taxonomisch nicht besonders nah verwandt sind.

Ein auffälliges Merkmal beider Geschlechter sind die zwei senkrechten schwarzen Streifen an den Kopfseiten, die sogenannten Bartstreifen, sowie ein rostrotes Oberkopffeld. Darüber hinaus zeigt die Art einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus im Gefieder. Männchen tragen blaugraue Flügeldecken, die deutlich mit dem rostbraunen Rücken und Schwanz kontrastieren. Der Schwanz endet in einer breiten schwarzen Subterminalbinde mit weißer Spitze. Die Unterseite ist hell, cremefarben bis blass-orange, mit feiner dunkler Fleckung. Weibchen sind insgesamt einheitlicher gefärbt: Ihr Gefieder ist überwiegend rotbraun mit dichter dunkler Bänderung auf Rücken, Flügeln und Schwanz. Die Unterseite ist hell mit bräunlicher Strichelung.

Die Augen sind dunkelbraun, die Wachshaut und der Orbitalring gelb bis orange. Der Schnabel ist kurz, kräftig gekrümmt und typisch für Falken mit einem Zahn am Oberschnabel versehen – dem sogenannten Falkenzahn, der beim Töten der Beute zum Durchtrennen der Halswirbelsäule dient.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Buntfalken erstreckt sich über weite Teile der Neuen Welt. Es reicht von Alaska und Kanada über die gesamten USA und Mittelamerika bis nach Feuerland in Südamerika. Damit gehört er zu den am weitesten verbreiteten Greifvögeln des amerikanischen Kontinents. Innerhalb dieses riesigen Areals werden je nach Autor 17 Unterarten unterschieden, die sich vor allem in Größe und Farbintensität voneinander unterscheiden.

Der Buntfalke besiedelt eine Vielzahl offener und halboffener Habitate. Bevorzugt werden Grasland, landwirtschaftlich genutzte Flächen, Prärien, lichte Wälder und Waldränder. Auch in Wüsten und Halbwüsten kommt er vor, sofern ausreichend Sitzwarten und Nistmöglichkeiten vorhanden sind. In städtischen Gebieten nutzt er Gebäudenischen und Parks. Dichte, geschlossene Wälder meidet er hingegen. Die nördlichen Populationen in Kanada und den nördlichen USA sind Zugvögel, die im Herbst in südlichere Regionen ausweichen. Populationen in den Tropen und Subtropen leben dagegen ganzjährig standorttreu.

Ernährung

Die Nahrung des Buntfalken ist vielseitig und variiert je nach Jahreszeit, Region und Verfügbarkeit. Hauptbestandteil sind Insekten, insbesondere Heuschrecken, Käfer und Libellen, die vor allem im Sommer den Großteil der Nahrung ausmachen. In den kühleren Monaten und in nördlicheren Breiten verschiebt sich das Nahrungsspektrum hin zu kleinen Wirbeltieren: Mäuse, Wühlmäuse, Eidechsen und kleine Singvögel werden dann regelmäßig erbeutet. Gelegentlich stehen auch Fledermäuse, Frösche und Skorpione auf dem Speiseplan.

Typisch für den Buntfalken ist der sogenannte Rüttelflug – ein stehender Flug an Ort und Stelle, bei dem der Vogel mit schnellen Flügelschlägen in der Luft verharrt und den Boden nach Beutetieren absucht. Alternativ jagt er von erhöhten Sitzwarten wie Zaunpfählen, Drähten oder Baumspitzen aus. Von dort lässt er sich im Sturzflug auf die Beute fallen.

Verhalten & Lebensweise

Der Buntfalke ist tagaktiv und zeigt seine größte Aktivität in den Morgen- und Nachmittagsstunden. Außerhalb der Brutzeit lebt er einzelgängerisch, verteidigt aber ein loses Revier rund um bevorzugte Sitzwarten und Jagdgebiete. Während des Zugs können sich lockere Ansammlungen bilden, die jedoch keine sozialen Verbände darstellen.

Auffällig ist die Schwanzwippbewegung, die der Buntfalke häufig zeigt, nachdem er sich auf einer Sitzwarte niedergelassen hat. Diese Bewegung dient vermutlich der Balance und möglicherweise der Signalgebung gegenüber Artgenossen. In Bedrängnis – etwa bei Annäherung eines größeren Greifvogels wie eines Rotschwanzbussards oder eines Wanderfalken – reagiert der Buntfalke mit schnellen, wendigen Ausweichmanövern.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz beginnt je nach Breitengrad zwischen Februar und Mai. Das Männchen führt auffällige Balzflüge durch, bei denen es wiederholt steil aufsteigt und sich dann fallen lässt, begleitet von einer Serie hoher, schneller „killy-killy-killy"-Rufe. Zudem überreicht das Männchen dem Weibchen Beutegeschenke – ein bei vielen Falkenarten verbreitetes Verhalten.

Buntfalken sind Höhlenbrüter. Sie nutzen verlassene Spechthöhlen, natürliche Baumhöhlen, Felsnischen oder Nistkästen. Ein eigenes Nest wird nicht gebaut; die Eier werden direkt auf den Höhlenboden gelegt. Das Gelege umfasst in der Regel vier bis fünf Eier, seltener drei