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Clydesdale

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Rassen > Pferderassen

Steckbrief

  • Herkunft: Schottland (Lanarkshire, Tal des River Clyde)
  • Rassestandard: Clydesdale Horse Society (gegründet 1877), kein FCI-Standard (FCI gilt nur für Hunderassen)
  • Stockmaß: 163–183 cm, einzelne Hengste bis über 190 cm
  • Gewicht: 800–1.000 kg
  • Lebenserwartung: 20–25 Jahre
  • Fell/Farben: Braune, Rappen, Füchse, Schimmel; häufig mit ausgeprägten weißen Abzeichen an Kopf und Beinen; dichter, seidiger Kötenbehang (Fesselbehang)

Herkunft & Geschichte

Der Clydesdale entstand im 18. Jahrhundert im Tal des River Clyde in der schottischen Grafschaft Lanarkshire. Lokale Stuten, die bereits seit Generationen als robuste Arbeitspferde genutzt wurden, kreuzte man gezielt mit importierten flämischen Hengsten, um größere und zugkräftigere Tiere zu erhalten. Der Herzog von Hamilton und der Grundbesitzer John Paterson of Lochlyloch gelten als frühe Förderer dieser Zucht. Im Laufe des 19. Jahrhunderts floss zusätzlich Shire-Blut ein, was Größe und Knochenstärke weiter verbesserte.

1877 wurde die Clydesdale Horse Society gegründet, die bis heute als wichtigster Zuchtverband das Stutbuch führt und den Rassestandard definiert. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte die Rasse ihren Höhepunkt: Tausende Clydesdales wurden nach Australien, Neuseeland, Kanada und in die USA exportiert. In Nordamerika übernahmen sie eine zentrale Rolle im Straßentransport und in der Landwirtschaft. Berühmt wurden sie vor allem durch die Brauerei Anheuser-Busch, deren achtspännige Clydesdale-Gespanne seit 1933 zu den bekanntesten Werbeikonen der USA zählen.

Mit der Mechanisierung der Landwirtschaft brachen die Bestandszahlen nach dem Zweiten Weltkrieg dramatisch ein. In den 1970er-Jahren galt die Rasse als gefährdet. Dank engagierter Züchter und einer wachsenden Freizeitreitbewegung hat sich der Bestand seither erholt, wenngleich der Clydesdale nach wie vor auf der Beobachtungsliste der Rare Breeds Survival Trust steht.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Clydesdale ist ein imposantes Kaltblutpferd mit einem harmonisch proportionierten, muskulösen Körperbau. Der Kopf ist edel und gerade profiliert – deutlich weniger grob als bei manch anderem Kaltblut. Die Augen sind groß und ausdrucksvoll, die Ohren mittellang und aufmerksam aufgerichtet. Der Hals ist lang und gut aufgesetzt, was der Rasse eine bemerkenswert elegante Oberlinie verleiht.

Der Rumpf ist breit und tief, mit gut gewölbten Rippen und einer kräftigen, leicht abfallenden Kruppe. Besonders charakteristisch sind die Beine: trocken, mit großen, flachen Gelenken und breiten, runden Hufen. Die sogenannten „Feathers" – der üppige, seidige Kötenbehang – fallen von unterhalb des Knies bzw. Sprunggelenks über die Hufe und gelten als eines der markantesten Rassemerkmale.

Im Gangbild zeigt der Clydesdale einen energischen, raumgreifenden Schritt mit deutlichem Aktionshub. Im Trab heben die Pferde die Beine hoch und setzen sie mit einer charakteristischen Schnappbewegung auf. Diese auffällige Aktion unterscheidet den Clydesdale deutlich vom schwerfälligeren Gangwerk anderer Kaltblutrassen.

Charakter & Wesen

Trotz seiner imposanten Erscheinung ist der Clydesdale ein ausgesprochen sanftmütiges, menschenbezogenes Pferd. Züchter beschreiben sein Wesen häufig als treu, gelassen und kooperativ. Die Rasse zeigt eine hohe Lernbereitschaft und reagiert sensibel auf ruhige, konsequente Führung. Nervöses oder hektisches Verhalten ist dem Clydesdale weitgehend fremd.

Gleichzeitig besitzt die Rasse eine beachtliche Arbeitswilligkeit und Ausdauer. Clydesdales gehen motiviert an jede Aufgabe heran und zeigen dabei eine Kombination aus Kraft und Intelligenz, die sie zu hervorragenden Partnern im Gespann macht. Im Umgang sind sie freundlich und geduldig, was sie auch für weniger erfahrene Pferdehalter zugänglich macht – vorausgesetzt, man respektiert ihre Größe und Kraft.

Haltung & Pflege

Die Haltung eines Clydesdales stellt besondere Anforderungen an Platz und Infrastruktur. Boxen und Stallgassen müssen auf die Körpergröße ausgelegt sein – eine Boxengröße von mindestens 4 × 4 Metern ist empfehlenswert. Großzügiger Weidegang ist essenziell: Die Pferde brauchen täglichen Auslauf, um Muskulatur und Gelenke gesund zu halten. Ein Offenstall mit befestigtem Unterstand kann eine artgerechte Alternative zur klassischen Boxenhaltung darstellen.

Die Fellpflege erfordert regelmäßige Aufmerksamkeit. Der üppige Kötenbehang muss sorgfältig gepflegt werden, da sich in den langen Haaren Schmutz und Feuchtigkeit ansammeln und Hautreizungen – insbesondere Mauke – begünstigen können. Regelmäßiges Bürsten, gelegentliches Waschen und gründliches Trocknen der Fesselbehänge gehören zum Pflegeprogramm. Die großen Hufe benötigen einen erfahrenen Hufschmied, der alle sechs bis acht Wochen den Beschlag kontrolliert oder korrigiert.

Beschäftigung findet der Clydesdale idealerweise in der Gespannarbeit, ob im klassischen Zug, bei Holzrückearbeiten oder im Show-Fahren. Auch als Reitpferd eignet er sich für ruhige Ausritte und leichte Dressurarbeit, wobei seine Größe entsprechendes Equipment verlangt.

Ernährung

Clydesdales haben als Kaltblüter einen verhältnismäßig effizienten Stoffwechsel. Trotz ihrer Körpermasse neigen sie bei zu energiereicher Fütterung zu Übergewicht. Die Basis der Ernährung bildet qualitativ hochwertiges