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Dandie-dinmont

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Rassen > Hunderassen – Terrier

Steckbrief

  • Herkunft: Grenzgebiet zwischen England und Schottland (Border Region)
  • FCI-Gruppe: Gruppe 3 – Terrier, Sektion 2 – Niederläufige Terrier (ohne Arbeitsprüfung)
  • FCI-Standard Nr.: 168
  • Widerristhöhe: 20–28 cm
  • Gewicht: 8–11 kg (Idealgewicht laut Rassestandard ca. 8,2–11 kg)
  • Lebenserwartung: 12–15 Jahre
  • Fell: Doppeltes Haarkleid mit weicher Unterwolle und harschem, drahtigem Deckhaar
  • Farben: Pepper (pfefferfarbig, von dunklem Blauschwarz bis hellem Silbergrau) und Mustard (senffarbig, von rötlichem Braun bis hellem Fawn)
  • Zuchtverband: The Kennel Club (UK), FCI, VDH – Klub für Terrier (KfT)

Herkunft & Geschichte

Der Dandie Dinmont Terrier ist eine der ältesten und zugleich ungewöhnlichsten Terrierrassen Großbritanniens. Seine Abstammung reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück, als im rauen Grenzgebiet zwischen England und Schottland – den sogenannten Borders – kleine, niederläufige Terrier zur Jagd auf Dachse, Otter und Ratten gehalten wurden. Farmer und Zigeuner züchteten diese Hunde nach rein funktionalen Gesichtspunkten: Sie mussten mutig genug sein, um in enge Bauten einzufahren, und gleichzeitig robust genug für das unwirtliche Klima der Region.

Seinen einzigartigen Namen verdankt die Rasse der Literatur. Sir Walter Scott beschrieb in seinem 1815 erschienenen Roman „Guy Mannering" die Figur des Farmers Dandie Dinmont, der eine Meute kleiner Terrier hielt. Die Romanfigur basierte auf dem realen Farmer James Davidson aus Hindlee in den Cheviot Hills, der als einer der ersten systematischen Züchter dieser Hunde gilt. Davidsons Zuchtlinien lassen sich bis etwa 1700 zurückverfolgen. Nach Erscheinen des Romans setzte sich der Name Dandie Dinmont Terrier rasch durch – es ist die einzige Hunderasse weltweit, die nach einer literarischen Figur benannt wurde.

1875 wurde der Dandie Dinmont Terrier Club gegründet, einer der ältesten rassespezifischen Zuchtvereine überhaupt. Der Rassestandard, der damals festgelegt wurde, hat sich in seinen Grundzügen bis heute kaum verändert. Trotz seiner langen Geschichte zählt der Dandie Dinmont mittlerweile zu den seltensten britischen Terrierrassen und wird vom Kennel Club als „Vulnerable Native Breed" geführt.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Dandie Dinmont Terrier ist auf den ersten Blick unverwechselbar. Sein langer, niedriger Körperbau mit der markant gewölbten Rückenlinie erinnert an ein Wiesel – eine Form, die ihm das Eindringen in unterirdische Bauten ermöglichte. Der Kopf ist groß und kräftig, aber nicht unverhältnismäßig, mit einem ausgeprägten Stop und großen, runden, dunkelhaselnussbraunen Augen, die einen sanften, klugen Ausdruck verleihen.

Besonders charakteristisch ist die seidig-weiche Haarkrone (Topknot) auf dem Scheitel, die bei gut gepflegten Hunden wie eine Perücke wirkt. Die tief angesetzten, hängenden Ohren sind mit einem schmalen Befederungssaum versehen. Das Haarkleid besteht aus einer weichen, dichten Unterwolle und einem drahtigen, etwa fünf Zentimeter langen Deckhaar. Die Rute ist säbelförmig, relativ kurz und wird fröhlich, aber nicht über dem Rücken getragen.

Die beiden zugelassenen Farbschläge – Pepper und Mustard – zeigen jeweils einen helleren Topknot als die Körperfarbe. Pepferfarbene Hunde haben einen silberweißen Topknot, senffarbige einen cremefarbigen. Die Beine sind kurz und kräftig, wobei die Vorderbeine etwas kürzer als die Hinterläufe sind, was die charakteristische Rückenwölbung erzeugt.

Charakter & Wesen

Wer hinter dem drolligen Äußeren einen reinen Schoßhund vermutet, wird schnell eines Besseren belehrt. Der Dandie Dinmont Terrier ist durch und durch ein Terrier: eigenwillig, mutig und mit einem Selbstbewusstsein ausgestattet, das in keinem Verhältnis zu seiner Körpergröße steht. Gleichzeitig gehört er zu den ruhigeren und gelasseneren Vertretern seiner Gruppe. Im Vergleich zu vielen anderen Terrierrassen neigt er weniger zu Hyperaktivität oder übermäßigem Kläffen.

Seinen Menschen gegenüber ist er treu, anhänglich und verschmust. Er bindet sich eng an seine Familie und zeigt dabei eine fast würdevolle Zuneigung. Fremden begegnet er mit einer gewissen Zurückhaltung, ohne dabei ängstlich oder aggressiv zu sein. Als wachsamer Hund meldet er zuverlässig Ungewöhnliches, ohne dabei zum Dauerkläffer zu werden.

Seine Intelligenz ist beachtlich, gepaart allerdings mit einer gehörigen Portion Eigensinn. Der Dandie denkt gerne selbst und entscheidet dann, ob eine Anweisung es wert ist, befolgt zu werden. Konsequente, aber liebevolle Erziehung von Anfang an ist daher unerlässlich. Trotz seiner Eigenständigkeit ist er verspielt und hat durchaus Sinn für Humor – viele Besitzer berichten von regelrecht clownesken Einlagen.

Haltung & Pflege

Der Dandie Dinmont Terrier ist dank seiner überschaubaren Größe und seines moderaten Bewegungsdrangs auch für die Wohnungshaltung geeignet, solange er ausreichend Auslauf und geistige Beschäftigung erhält. Zwei bis drei Spaziergänge täglich mit Gelegenheit zum Schnüffeln und Erkunden genügen in der Regel. Unterschätzen sollte man seinen Jagdtrieb nicht: Freilauf ist nur in sicherem Gelände ratsam, da der kleine Terrier Kaninchen oder Mäusen begeistert nachstellt.

Die Fellpflege erfordert regelmäßigen Einsatz. Das drahtige Haarkleid sollte zwei- bis dreimal pro Woche gründlich gebürstet werden, um Verfilzungen in der weichen Unterwolle zu vermeiden.