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Deerhound

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Rassen > Hunderassen – Jagdhunde

Steckbrief

  • Herkunft: Schottland (Großbritannien)
  • FCI-Gruppe: Gruppe 10 – Windhunde, Sektion 2 – Rauhhaarige Windhunde (Nr. 164), ohne Arbeitsprüfung
  • Größe: Rüden ab 76 cm, Hündinnen ab 71 cm Widerristhöhe
  • Gewicht: Rüden ca. 39–50 kg, Hündinnen ca. 34–43 kg
  • Lebenserwartung: 8–11 Jahre
  • Fell/Farben: Raues, drahtiges, zottiges Haarkleid; häufige Farben sind Blaugrau, Dunkelgrau, Grau-Gestromt, Gelb, Sandfarben, Rotfawn; Weiß an Brust und Zehen ist zulässig

Herkunft & Geschichte

Der Deerhound – vollständig als Scottish Deerhound bezeichnet – zählt zu den ältesten Windhundrassen überhaupt. Seine Abstammung reicht weit ins schottische Hochland zurück, wo große, rauhhaarige Hetzhunde bereits im Mittelalter bei der Jagd auf Rothirsche eingesetzt wurden. Erste schriftliche Erwähnungen datieren auf das 16. Jahrhundert, doch bildliche Darstellungen ähnlicher Hunde finden sich schon in deutlich früheren Quellen.

Im feudalen Schottland war der Besitz eines Deerhounds dem Adel vorbehalten. Ein Edelmann ab dem Rang eines Earls durfte solche Hunde halten – ein Umstand, der die Rasse fast zum Verschwinden brachte, als der schottische Clan-Adel nach der Schlacht von Culloden 1746 zunehmend an Einfluss verlor. Erst engagierte Züchter wie Archibald und Duncan McNeill retteten den Deerhound Mitte des 19. Jahrhunderts vor dem Aussterben, indem sie systematische Zuchtprogramme aufbauten.

Mit der Verbreitung der Schusswaffe verlor die Hetzjagd auf Hirsche an Bedeutung. Dennoch blieb der Deerhound als Begleit- und Ausstellungshund erhalten. Der britische Kennel Club erkannte die Rasse früh an, und der Rassestandard wurde durch den Zuchtverband kontinuierlich gepflegt. Heute ist der Deerhound international als FCI-Rasse Nr. 164 registriert, bleibt aber vergleichsweise selten.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Deerhound ist ein großer, elegant gebauter Windhund mit kräftigem, aber niemals plumpem Körperbau. Der gesamte Eindruck vermittelt Schnelligkeit, Kraft und Ausdauer – Eigenschaften, die für die Hirschjagd im rauen schottischen Gelände unverzichtbar waren.

Der Kopf ist lang und flach, mit leicht gewölbtem Schädel und kräftigem Fang. Die dunklen Augen blicken sanft und aufmerksam. Die Ohren sind hoch angesetzt, klein und im Ruhezustand nach hinten gefaltet, bei Aufmerksamkeit leicht aufgerichtet. Der Hals ist lang und muskulös, ohne übertriebene Wamme.

Das Fell ist eines der markantesten Merkmale: rau, drahtig und etwa 7 bis 10 cm lang, mit dichterem Behang an Kinn und Augenbrauen. An Bauch und Innenseiten der Läufe ist das Haar etwas weicher. Diese Fellbeschaffenheit bot dem Hund Schutz vor Wind, Regen und Dornengestrüpp in den Highlands. Laut Rassestandard sind dunkle Blaugrau-Töne besonders erwünscht, doch die Farbpalette reicht von Dunkelgrau über Gestromt bis hin zu Sandfarben und Rotfawn.

Die Rute ist lang, kräftig am Ansatz und verjüngt sich zur Spitze hin. Sie reicht fast bis zum Boden und wird im Stand leicht gebogen, niemals über den Rücken gerollt getragen.

Charakter & Wesen

Trotz seiner imposanten Erscheinung ist der Deerhound ein ausgesprochen sanftmütiger, ruhiger und freundlicher Hund. Im häuslichen Umfeld zeigt er sich gelassen, anhänglich und treu gegenüber seiner Familie. Er sucht die Nähe seiner Bezugspersonen und entwickelt eine enge Bindung, ohne dabei aufdringlich zu wirken.

Gegenüber Fremden verhält sich der Deerhound zurückhaltend, aber nie aggressiv. Als Wachhund ist er aufgrund seines friedfertigen Wesens kaum geeignet – er meldet Besucher allenfalls durch seine Anwesenheit, nicht durch Bellen. Kindern begegnet er geduldig und gutmütig, wobei seine Größe bei sehr kleinen Kindern Beachtung verdient.

Im Freien zeigt sich eine völlig andere Seite: Wird sein Jagdtrieb geweckt, verwandelt sich der gemächliche Riese in einen schnellen, ausdauernden Sprinter. Dieser ausgeprägte Hetztrieb auf Sicht – typisch für alle Windhunde – erfordert besondere Aufmerksamkeit bei Freilauf. Der Deerhound ist dabei nicht ungehorsam, sondern folgt schlicht einem tief verankerten Instinkt. Als wachsam kann man ihn im jagdlichen Kontext durchaus bezeichnen, während er im Alltag eher entspannt agiert.

Haltung & Pflege

Der Deerhound ist kein Stadthund und keine Wohnungsrasse im klassischen Sinne. Er benötigt viel Platz, idealerweise ein Haus mit großem, sicher eingezäuntem Garten. Der Zaun sollte mindestens 1,80 m hoch sein – Deerhounds sind erstaunlich gute Springer. Täglicher Auslauf ist unverzichtbar, wobei neben ausgedehnten Spaziergängen auch die Möglichkeit zum freien Laufen auf gesichertem Gelände bestehen sollte. Coursing oder Rennbahntraining bieten artgerechte Beschäftigung und kommen dem Bewegungsbedürfnis entgegen.

Die Fellpflege ist weniger aufwändig, als das zottige Erscheinungsbild vermuten lässt. Regelmäßiges Bürsten – etwa zwei- bis dreimal pro Woche – genügt, um Verfilzungen vorzubeugen und loses Haar zu entfernen. Gelegentliches Trimmen der Haare an Ohren, Pfoten und Rute hält den Hund gepflegt. Gebadet werden sollte der Deerhound nur bei Bedarf, um die natürliche Fettschicht des Fells nicht zu zerstören.

Wichtig ist zudem eine weiche Liegefläche: Aufgrund seines