Deutsche-bracke
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Steckbrief
- Herkunft: Deutschland (Westfalen, Sauerland)
- FCI-Gruppe: Gruppe 6 – Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen; Sektion 1.3 – Kleine Laufhunde
- FCI-Standard Nr.: 299
- Größe: 40–53 cm Widerristhöhe
- Gewicht: 15–20 kg
- Lebenserwartung: 10–14 Jahre
- Fell: Kurz, dicht, hart; mit dichter Unterwolle
- Farben: Rot bis Gelb mit schwarzem Sattel (Mantel), weißer Fang, weiße Brust, weiße Läufe, weiße Rutenspitze (sogenannte „Brackenzeichen")
Herkunft & Geschichte
Die Deutsche Bracke zählt zu den ältesten Jagdhunderassen auf deutschem Boden. Ihre Abstammung lässt sich auf die mittelalterlichen Laufhunde Westfalens zurückführen, die bereits im 18. Jahrhundert in den dichten Wäldern des Sauerlandes und des Siegerlandes zur Jagd eingesetzt wurden. Historisch entstanden verschiedene regionale Brackenschläge, darunter die Westfälische Bracke, die Sauerländer Bracke und die Steinbracke. Diese Schläge wurden Ende des 19. Jahrhunderts unter dem Oberbegriff „Deutsche Bracke" zusammengefasst.
1896 wurde der Deutsche Bracken-Club als Zuchtverband gegründet, der sich bis heute um die Reinzucht und den Erhalt der Rasse kümmert. Die Anerkennung durch die FCI erfolgte unter dem Standard Nr. 299. Im Gegensatz zu vielen anderen Jagdhunderassen blieb die Deutsche Bracke weitgehend auf ihre Heimatregion beschränkt und wurde nie zu einem Modehund. Das hat ihr Wesen und ihre jagdlichen Qualitäten in bemerkenswerter Reinheit bewahrt. Ihre Hauptaufgabe war und ist das selbstständige Jagen auf der Fährte – das sogenannte Brackieren –, bei dem der Hund das Wild über weite Strecken laut jagend vor sich hertreibt und dem Jäger zuführt.
Aussehen & Rassemerkmale
Die Deutsche Bracke ist ein leichter, eleganter und dennoch robuster Laufhund von harmonischem Körperbau. Der Kopf ist edel geformt, schmal und trocken, mit einem leichten Stop und einem geraden Nasenrücken. Die langen, herabhängenden Ohren sind breit angesetzt und liegen dicht am Kopf an – ein typisches Merkmal aller Bracken, das der Bündelung von Geruchspartikeln dient.
Der Körper ist gestreckt und muskulös, mit tiefem Brustkorb und gut gewölbten Rippen. Die Läufe sind kräftig, aber nicht grob, und ermöglichen dem Hund ein ausdauerndes Laufen über unwegsames Gelände. Die Rute wird säbelförmig getragen und zeigt an der Spitze das rassetypische Weiß.
Das Fell ist kurz und dicht mit einer ausgeprägten Unterwolle, die den Hund auch bei nasskaltem Wetter zuverlässig schützt. Die Farbgebung folgt einem klaren Muster: Rot bis Gelb am Körper mit einem schwarzen Sattel, ergänzt durch die weißen „Brackenzeichen" an Fang, Brust, Läufen und Rutenspitze. Diese Zeichnung ist ein unverkennbares Rassemerkmal und im Rassestandard fest verankert.
Charakter & Wesen
Die Deutsche Bracke ist ein passionierter Jagdhund mit ausgeprägtem Spurlaut und enormer Ausdauer. Ihr Wesen ist freundlich, treu und anhänglich gegenüber ihrer Bezugsperson und der ganzen Familie. Im Haus zeigt sie sich ruhig und ausgeglichen – vorausgesetzt, sie wird artgerecht beschäftigt und ausgelastet.
Im Revier ist sie selbstständig, spurlaut und zielstrebig. Sie verfügt über eine feine Nase und einen stark ausgeprägten Jagdtrieb, was sie zu einer hervorragenden Brackierhündin und Schweißhündin macht. Ihre Arbeitsfreude und Intelligenz machen sie zu einem zuverlässigen Partner für den aktiven Jäger.
Gegenüber anderen Hunden ist sie in der Regel verträglich, da Bracken traditionell in kleinen Meuten geführt wurden. Fremden gegenüber verhält sie sich aufmerksam und wachsam, ohne dabei aggressiv zu werden. Ihr Temperament ist lebhaft, aber nicht nervös. Die Deutsche Bracke bindet sich eng an ihren Menschen und zeigt eine ausgeprägte Sensibilität – harte Erziehungsmethoden sind bei dieser Rasse völlig fehl am Platz.
Haltung & Pflege
Die Deutsche Bracke ist kein Wohnungshund und kein Begleithund für Gelegenheitsspaziergänger. Sie braucht täglichen, ausgiebigen Auslauf in der Natur, idealerweise im jagdlichen Einsatz. Ohne ausreichende Beschäftigung und geistige Auslastung kann sie unausgeglichen werden und unerwünschte Verhaltensweisen entwickeln. Fährtenarbeit, Mantrailing oder Nasenarbeit in Kombination mit langen Wanderungen bieten sich als Alternative an, wenn kein jagdlicher Einsatz möglich ist.
Die Fellpflege ist unkompliziert. Regelmäßiges Bürsten – ein- bis zweimal pro Woche – genügt, um lose Haare zu entfernen und die Haut gesund zu halten. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst sollte häufiger gebürstet werden. Die Hängeohren verdienen besondere Aufmerksamkeit: Sie sollten regelmäßig auf Verschmutzungen und Entzündungen kontrolliert werden, da die geringe Luftzirkulation unter den Ohrmuscheln Infektionen begünstigen kann.
Ein Haus mit eingezäuntem Garten in ländlicher Umgebung ist die ideale Haltungsform. Die Einzäunung sollte ausreichend hoch und sicher sein, da der Jagdtrieb die Deutsche Bracke bei verlockenden Fährten durchaus zum Ausbruch verleiten kann.
Ernährung
Die Ernährung der Deutschen Bracke sollte hochwertig und dem jeweiligen Aktivitätsniveau angepasst sein. Während der Jagdsaison oder bei intensiver sportlicher Nutzung steigt der Energiebedarf erheblich, was durch einen höheren Protein- und Fettanteil im Futter berücksichtigt werden muss. In ruhigeren Phasen ist eine An