T Tierlexikon.net
← Lexikon

Deutsche-dogge

D

Rassen > Hunderassen – Sennen- & Schutzhunde

Steckbrief

  • Herkunft: Deutschland
  • FCI-Gruppe: Gruppe 2 – Pinscher und Schnauzer, Molossoide, Schweizer Sennenhunde; Sektion 2.1: Molossoide, doggenartige Hunde
  • FCI-Standard Nr.: 235
  • Größe: Rüden mindestens 80 cm, Hündinnen mindestens 72 cm Widerristhöhe
  • Gewicht: 50–90 kg (je nach Geschlecht und Körperbau)
  • Lebenserwartung: 7–10 Jahre
  • Fell: Kurz, dicht, glatt und glänzend anliegend
  • Farben: Gelb, Gestromt, Blau, Schwarz, Gefleckt (Harlequin), Schwarz-Weiß (Mantel-Dogge)

Herkunft & Geschichte

Die Deutsche Dogge zählt zu den ältesten und imposantesten Hunderassen Europas. Ihre Abstammung lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen, als großwüchsige doggenartige Hunde bei der Jagd auf Bären, Wildschweine und Hirsche eingesetzt wurden. Diese sogenannten Saupacker entstanden aus Kreuzungen zwischen englischen Mastiffs und irischen Windhunden, die an europäische Fürstenhöfe gelangten. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich aus diesen schweren Jagdhunden ein eleganterer, hochläufiger Typ.

Im 19. Jahrhundert begann die gezielte Zucht in Deutschland. Auf der ersten großen Hundeausstellung in Hamburg 1876 wurden verschiedene Doggentypen unter dem einheitlichen Namen „Deutsche Dogge" zusammengeführt. 1888 wurde der Deutsche Doggen Club (DDC) als Zuchtverband gegründet, der bis heute die Zucht in Deutschland betreut und den Rassestandard maßgeblich mitgestaltet. International wird die Rasse oft als „Great Dane" bezeichnet – eine irreführende Bezeichnung, da die Rasse keinen dänischen Ursprung hat. Die FCI erkennt Deutschland als Ursprungsland an.

Vom einstigen Jagd- und Schutzhund wandelte sich die Deutsche Dogge im 20. Jahrhundert zum geschätzten Begleit- und Familienhund. Ihr imposantes Erscheinungsbild und ihr ausgeglichener Charakter machten sie weltweit populär.

Aussehen & Rassemerkmale

Die Deutsche Dogge ist der Inbegriff eines kraftvollen und gleichzeitig eleganten Hundes. Mit einer Mindesthöhe von 80 cm bei Rüden gehört sie zu den größten Hunderassen der Welt. Einzelne Exemplare erreichen Widerristhöhen von über 90 cm. Trotz dieser gewaltigen Statur wirkt die Dogge niemals plump. Der Körperbau ist nahezu quadratisch, muskulös und harmonisch proportioniert.

Der Kopf ist lang gestreckt, schmal und ausdrucksvoll mit einem deutlich ausgeprägten Stirnabsatz (Stop). Die Augen sind mittelgroß, mandelförmig und möglichst dunkel. Die hoch angesetzten Ohren sind mittlerer Größe und fallen natürlich nach vorne anliegend herab – das früher übliche Kupieren der Ohren ist in Deutschland seit Jahrzehnten verboten.

Das Fell ist kurz, dicht und glatt anliegend. Der Rassestandard unterscheidet fünf Farbschläge, die jeweils untereinander gezüchtet werden: Gelb und Gestromt bilden eine Zuchtgruppe, Gefleckt (Harlequin) und Schwarz eine weitere, und Blau wird separat gezüchtet. Bei der Harlequin-Zeichnung zeigen sich auf weißem Grund unregelmäßig verteilte schwarze Flecken – ein besonders auffälliges und begehrtes Erscheinungsbild.

Charakter & Wesen

Hinter der imposanten Erscheinung verbirgt sich ein ausgesprochen sanftmütiger und freundlicher Hund. Die Deutsche Dogge ist treu, anhänglich und sucht die enge Bindung zu ihren Menschen. Sie zeigt ein erstaunlich feines Gespür für die Stimmungen ihrer Bezugspersonen und reagiert sensibel auf Lob und Tadel.

Gegenüber Fremden verhält sich eine gut sozialisierte Dogge gelassen und freundlich, ohne dabei ihre natürliche Wachsamkeit zu verlieren. Allein durch ihre körperliche Präsenz wirkt sie abschreckend auf ungebetene Besucher, ohne aggressiv auftreten zu müssen. Nervosität oder übertriebene Schärfe sind der Rasse wesensfremd und gelten laut Rassestandard als Zuchtausschlussfehler.

Im Zusammenleben zeigt sich die Dogge verspielt und überraschend verschmust. Sie liebt es, in der Nähe ihrer Familie zu sein – am liebsten auf dem Sofa, sofern man ihr das erlaubt. Mit Kindern geht sie in der Regel geduldig und rücksichtsvoll um, wobei aufgrund der schieren Größe bei Kleinkindern stets Aufsicht geboten ist. Anderen Hunden begegnet sie meist souverän und gelassen, vorausgesetzt, sie wurde von Welpenalter an gut sozialisiert.

Haltung & Pflege

Eine Deutsche Dogge braucht Platz. Die Haltung in einer kleinen Stadtwohnung ist nicht artgerecht. Ein Haus mit eingezäuntem Garten bietet ideale Voraussetzungen, wobei die Dogge keinesfalls als reiner Hof- oder Zwingerhund gehalten werden sollte. Sie benötigt den engen Familienanschluss und leidet unter Isolation.

Der Auslauf sollte regelmäßig und ausreichend sein, ohne den jungen Hund zu überfordern. Gerade im Wachstum – das erst mit etwa zwei bis drei Jahren abgeschlossen ist – sind übermäßige Belastungen der Gelenke zu vermeiden. Erwachsene Doggen schätzen ausgedehnte Spaziergänge und moderate Beschäftigung. Hundesport wie Agility ist aufgrund der Körpergröße weniger geeignet, Nasenarbeit, Fährtensuche oder Obedience hingegen schon.

Die Fellpflege gestaltet sich unkompliziert. Regelmäßiges Bürsten mit einer weichen Bürste oder einem Noppenhandschuh entfernt lose Haare und fördert die Durchblutung der Haut. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Ohren, die regelmäßig auf Entzündungen kontrolliert werden sollten, sowie die Krallen, die bei großen Hunden nicht immer ausreichend abgelaufen werden.

Die konsequente, aber liebevolle Erziehung sollte früh beginnen. Eine erwachsene Dogge, die nicht hört, ist kaum physisch zu kontroll