Deutscher-jagdterrier
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Steckbrief
- Herkunft: Deutschland
- FCI-Gruppe: Gruppe 3 – Terrier, Sektion 1 – Hochläufige Terrier (mit Arbeitsprüfung)
- FCI-Standard Nr.: 103
- Größe: 33–40 cm Widerristhöhe
- Gewicht: Rüden 9–10 kg, Hündinnen 7,5–8,5 kg
- Lebenserwartung: 12–15 Jahre
- Fell: Dicht, hart, glatt (Glatthaar) oder rau (Rauhaar); anliegend mit dichter Unterwolle
- Farben: Schwarz, Schwarzgrau oder Dunkelbraun als Grundfarbe mit rotgelben (Brand-)Abzeichen an Augenbrauen, Fang, Brust, Läufen und am After
- Zuchtverband: Deutscher Jagdterrier-Club e.V. (DJT-Club), gegründet 1926
Herkunft & Geschichte
Der Deutsche Jagdterrier ist eine vergleichsweise junge Rasse, deren Ursprung in die frühen 1920er Jahre zurückreicht. Ausgangspunkt war die Unzufriedenheit einer Gruppe deutscher Jäger und Züchter um Rudolf Friess, Walter Zangenberg und Carl-Erich Grünewald mit der zunehmenden Showlinie des Fox Terriers. Ihr Ziel war es, einen rein leistungsbezogenen, vielseitig einsetzbaren Jagdhund zu schaffen, der kompromisslos auf Arbeitsqualität gezüchtet wird.
Als Ausgangsmaterial dienten dunkelfarbige Fox Terrier, die mit Alt-Englischen Rauhaarterriern und Welsh Terriern gekreuzt wurden. Die Selektion erfolgte konsequent nach jagdlichen Anlagen wie Schärfe, Spurlaut, Wasserfreude und Raubzeugschärfe – nicht nach äußerer Schönheit. Bereits 1926 wurde der Deutsche Jagdterrier-Club e.V. als offizieller Zuchtverband gegründet. Die Anerkennung durch die FCI folgte später unter der Standard-Nummer 103.
Bis heute ist der Deutsche Jagdterrier in erster Linie ein Gebrauchshund. Die Abstammung jedes eingetragenen Hundes lässt sich über die Zuchtbücher des DJT-Clubs lückenlos zurückverfolgen. Im Gegensatz zu vielen anderen Terrierrassen hat beim Deutschen Jagdterrier die jagdliche Leistungsfähigkeit stets Vorrang vor dem Exterieur.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Deutsche Jagdterrier ist ein kompakter, gut proportionierter Hund von eher kleinem bis mittelgroßem Format. Sein Körperbau ist muskulös und trocken, ohne jede Schwere. Der Brustkorb ist tief, aber nicht zu breit – die sogenannte Spannbarkeit des Brustkorbs ist ein wesentliches Rassemerkmal, da der Hund in enge Fuchs- und Dachsbauten schlüpfen können muss.
Der Kopf ist keilförmig, der Fang kräftig mit einem vollständigen Scherengebiss. Die V-förmigen Ohren sind hoch angesetzt und werden nach vorn gekippt getragen. Die dunklen, kleinen Augen zeigen einen entschlossenen, wachen Ausdruck.
Es gibt zwei Fellvarianten: Glatthaar und Rauhaar. Beide Varianten verfügen über dichtes, hartes Deckhaar mit gut ausgebildeter Unterwolle, das hervorragenden Schutz gegen Witterung, Dornen und Gestrüpp bietet. Die Rute wird leicht angehoben getragen und ist bei der jagdlichen Verwendung etwa um ein Drittel gekürzt, wobei in vielen Ländern das Kupieren heute verboten ist.
Charakter & Wesen
Der Deutsche Jagdterrier ist ein Hund von außerordentlicher Arbeitsfreude und Hartnäckigkeit. Er ist mutig bis zur Selbstaufgabe, dabei intelligent, wachsam und ausgesprochen führerbezogen. Seinem Besitzer gegenüber zeigt er sich treu und anhänglich, fremden Menschen begegnet er mit natürlicher Reserviertheit.
Sein Jagdtrieb ist extrem ausgeprägt – deutlich stärker als bei den meisten anderen Terrierrassen. Diese Eigenschaft macht ihn unter der Erde beim Sprengen von Fuchs und Dachs ebenso leistungsfähig wie bei der Nachsuche auf Schalenwild, beim Stöbern im Dickicht oder bei der Wasserarbeit. Er verfügt über einen ausgeprägten Spurlaut und hohe Raubzeugschärfe.
Im Umgang ist der Deutsche Jagdterrier temperamentvoll und verspielt, benötigt aber klare Führung. Inkonsequenz oder Unterforderung quittiert er mit Eigensinn und unerwünschtem Verhalten. Er ist kein Anfängerhund und kein reiner Familienhund – sein ganzes Wesen ist auf die Jagd ausgerichtet.
Haltung & Pflege
Der Deutsche Jagdterrier gehört in die Hände erfahrener Jäger. Er braucht eine Aufgabe, die seinem enormen Arbeitstrieb gerecht wird. Rein sportliche Beschäftigung wie Agility oder Mantrailing kann den Jagdtrieb nicht vollständig kompensieren, allenfalls ergänzen. Ein Jagdterrier, der nicht jagdlich geführt wird, wird in den meisten Fällen zum Problemhund.
Der Auslauf muss ausgiebig und regelmäßig sein. Ein eingezäunter Garten ist empfehlenswert, da der Jagdterrier ein Meister im Ausbrechen ist – er gräbt sich unter Zäunen hindurch oder überwindet erstaunliche Höhen. Freilauf ohne Leine ist abseits des jagdlichen Einsatzes nur in wildarmen, sicher eingezäunten Gebieten ratsam.
Die Fellpflege ist unkompliziert. Regelmäßiges Bürsten – etwa einmal wöchentlich – genügt. Rauhaarige Exemplare sollten zwei- bis dreimal jährlich getrimmt werden, um abgestorbenes Haar zu entfernen. Ohren, Zähne und Krallen sind routinemäßig zu kontrollieren.
Ernährung
Der Deutsche Jagdterrier stellt keine besonderen Ansprüche an die Fütterung. Hochwertiges Futter mit einem hohen Fleischanteil und ausgewogenem Nährstoffprofil ist die Grundlage. Ob Nass- oder Trockenfutter oder eine Kombination aus beidem – entscheidend ist die Qualität der Zutaten. Auch die Rohf