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Deutscher-wachtelhund

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Rassen > Hunderassen – Jagdhunde

Steckbrief

  • Herkunft: Deutschland
  • FCI-Gruppe: Gruppe 8 – Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde; Sektion 2: Stöberhunde, mit Arbeitsprüfung
  • FCI-Standard Nr.: 104
  • Größe: Rüden 48–54 cm, Hündinnen 45–52 cm Widerristhöhe
  • Gewicht: 18–25 kg
  • Lebenserwartung: 12–14 Jahre
  • Fell: Kräftiges, dichtes Langhaar mit Unterwolle; leicht gewellt bis glatt
  • Farben: Braun, Braunschimmel, seltener Rotschimmel; weiße Abzeichen an Brust und Zehen möglich
  • Zuchtverband: Verein für Deutsche Wachtelhunde e. V. (VDW)

Herkunft & Geschichte

Der Deutsche Wachtelhund gehört zu den ältesten deutschen Jagdhunderassen und geht auf die mittelalterlichen Stöberhunde zurück, die in der deutschsprachigen Jägerei seit Jahrhunderten eine feste Rolle spielen. Seinen heutigen Typ verdankt er vor allem dem Förster Rudolf Friess, der um 1890 in Oberbayern mit einer systematischen Zucht begann. Friess kreuzte verschiedene lokale Stöberhundschläge – darunter vermutlich auch Nachkommen des alten deutschen Wachtelhundes, der bereits in Jagdschriften des 18. Jahrhunderts erwähnt wird – und legte damit den Grundstein für die moderne Rasse.

1903 wurde der Verein für Deutsche Wachtelhunde e. V. gegründet, der bis heute den Rassestandard pflegt und die Zucht streng kontrolliert. Eine Besonderheit, die den Deutschen Wachtelhund von den meisten anderen Hunderassen unterscheidet: Der VDW gibt Welpen ausschließlich an Jäger und Forstleute mit gültigem Jagdschein ab. Damit soll sichergestellt werden, dass dieser anspruchsvolle Arbeitshund artgerecht geführt und seiner Bestimmung entsprechend eingesetzt wird. Die FCI erkannte die Rasse 1954 offiziell an.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Deutsche Wachtelhund ist ein mittelgroßer, kräftig gebauter Hund mit edlem, aber robustem Erscheinungsbild. Der Kopf zeigt einen leicht gewölbten Oberkopf, einen markanten Stop und einen kräftigen Fang. Die langen, hoch angesetzten Behänge liegen dicht am Kopf an und sind mit gewelltem Haar bedeckt – ein typisches Erkennungsmerkmal der Rasse.

Der Körper ist etwas länger als hoch, muskulös und auf Ausdauer ausgelegt. Der Brustkorb reicht tief herab, die Rückenlinie verläuft gerade bis leicht abfallend. Die Rute wird in der Regel waagerecht oder leicht nach unten getragen und ist reich befedert.

Das Fell besteht aus kräftigem, leicht gewelltem oder glattem Deckhaar mit dichter Unterwolle, die hervorragenden Schutz gegen Kälte, Nässe und Dornengestrüpp bietet. In der Zucht unterscheidet man zwei Farbschläge: den braunen Schlag (einfarbig braun, gelegentlich mit weißen Abzeichen) und den Braunschimmel-Schlag (braune Grundfarbe mit weißer Stichelung). Die Abstammung lässt sich über das Zuchtbuch des VDW lückenlos nachvollziehen.

Charakter & Wesen

Der Deutsche Wachtelhund ist ein passionierter, arbeitsfreudiger Jagdhund mit ausgeprägtem Finderwillen und enormer Ausdauer. Im Wald zeigt er sich spurlaut, wildscharf und dabei stets führerbezogen. Er arbeitet selbstständig, bleibt aber dennoch lenkbar – eine Eigenschaft, die ihn bei Jägern besonders geschätzt macht.

Seinem Besitzer gegenüber verhält er sich treu, anhänglich und sensibel. Er baut eine enge Bindung auf und reagiert feinfühlig auf die Stimmung seines Führers. Im häuslichen Umfeld ist er freundlich, verträglich mit Kindern und anderen Hunden, sofern er ausreichend ausgelastet wird. Ohne jagdliche Beschäftigung kann sein angeborener Jagdtrieb jedoch zum Problem werden: Unterbeschäftigte Wachtelhunde neigen zu Unruhe, übermäßigem Bellen und destruktivem Verhalten.

Wachsam ist er durchaus, ein klassischer Wachhund ist er jedoch nicht. Seine Aufmerksamkeit gilt primär dem Wild, nicht dem Grundstück. Fremden Menschen begegnet er in der Regel freundlich bis neutral.

Haltung & Pflege

Dieser Hund gehört in die Hände erfahrener Jäger. Ohne regelmäßige jagdliche Arbeit – Stöberjagd, Nachsuche, Wasserarbeit, Apportieren – lässt sich ein Deutscher Wachtelhund nicht artgerecht halten. Täglicher Auslauf von mehreren Stunden in Wald und Feld ist das absolute Minimum. Ersatzweise Beschäftigung durch Dummytraining oder Fährtenarbeit kann den Jagdtrieb teilweise kanalisieren, ersetzt die echte Jagdarbeit aber nicht vollständig.

Die Fellpflege ist moderat, aber regelmäßig notwendig. Zwei- bis dreimal wöchentliches Bürsten verhindert Verfilzungen, besonders an den Behängen, der Brust und den Hosen an den Hinterläufen. Nach Jagdeinsätzen im Unterholz sollte das Fell auf Kletten, Grannen und Zecken kontrolliert werden. Die Ohren verdienen besondere Aufmerksamkeit, da die langen Behänge anfällig für Ohrenentzündungen sind. Regelmäßige Kontrolle und Reinigung der Gehörgänge gehört zur Routine.

Eine Haltung in einer Stadtwohnung ist für diesen Hund ungeeignet. Idealerweise lebt er in einem ländlichen Umfeld mit Zugang zu einem gesicherten Grundstück und direkter Anbindung an ein Revier.

Ernährung

Der Deutsche Wachtelhund stellt keine außergewöhnlichen Ansprüche an die Fütterung, benötigt aber eine hochwertige, proteinreiche Ernährung, die seinem hohen Energiebedarf als Arbeitshund gerecht wird. Ob Nass- oder Trockenfutter, BARF oder eine Mischform gewählt wird, ist zweitrangig – entscheidend ist die Qual