Dogo-argentino
DRassen > Hunderassen – Sennen- & Schutzhunde
Steckbrief
- Herkunft: Argentinien
- FCI-Gruppe: Gruppe 2 – Pinscher und Schnauzer, Molosser, Schweizer Sennenhunde und andere Rassen; Sektion 2.1 – Molossoide, doggenartige Hunde
- FCI-Standard Nr.: 292
- Größe: Rüden 60–68 cm, Hündinnen 60–65 cm (Widerristhöhe)
- Gewicht: 40–45 kg (Rüden), 35–40 kg (Hündinnen)
- Lebenserwartung: 10–12 Jahre
- Fell: Kurz, glatt, dicht anliegend; einzig zugelassene Farbe: Reinweiß, ein einzelner dunkler Fleck im Kopfbereich ist laut Rassestandard zulässig
Herkunft & Geschichte
Der Dogo Argentino ist die einzige international anerkannte Hunderasse mit Ursprung in Argentinien. Ihre Entstehung geht auf die Brüder Dr. Antonio Nores Martínez und Agustín Nores Martínez zurück, die in den 1920er-Jahren in der Provinz Córdoba mit der systematischen Zucht begannen. Ihr Ziel war ein vielseitiger, ausdauernder Jagdhund, der in der Lage sein sollte, Großwild wie Pumas und Wildschweine in den weitläufigen Pampas und Bergregionen Argentiniens zu stellen.
Als Ausgangsbasis diente der mittlerweile ausgestorbene Perro de Pelea Cordobés, ein regionaler Kampfhund. Durch gezielte Einkreuzung von zehn weiteren Rassen – darunter Deutsche Dogge, Bullterrier, Pyrenäen-Mastiff, Boxer, Pointer, Bordeauxdogge, Dogue de Bordeaux, Irischer Wolfshund, Spanischer Mastiff und Englische Bulldogge – entstand über Jahrzehnte ein athletischer, mutiger und zugleich sozialverträglicher Hund. Die Abstammung aus derart unterschiedlichen Linien erklärt die beeindruckende Bandbreite an Fähigkeiten dieser Rasse.
1964 wurde der Dogo Argentino vom argentinischen Zuchtverband offiziell anerkannt, 1973 folgte die internationale Anerkennung durch die FCI. Heute wird die Rasse weltweit sowohl als Jagd- und Schutzhund als auch als Familienhund geschätzt, unterliegt allerdings in einigen Ländern und deutschen Bundesländern einer Listenhund-Regelung.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Dogo Argentino ist ein großer, muskulöser und harmonisch gebauter Hund vom molossoiden Typ. Sein Körperbau ist athletisch, ohne dabei schwerfällig zu wirken. Der massive Kopf mit dem breiten Oberkiefer, den kräftigen Kiefern und der ausgeprägten Kaumuskulatur ist ein markantes Rassemerkmal. Die Augen sind mandelförmig, dunkel bis haselnussbraun, und vermitteln einen aufmerksamen, intelligenten Ausdruck.
Die Ohren sind hoch angesetzt und hängend; in einigen Ländern werden sie noch kupiert, was in Deutschland und weiten Teilen Europas verboten ist. Der Hals ist kräftig und leicht gebogen, der Rücken gerade und muskulös. Die Rute ist lang, sichelförmig und wird in Ruhe hängend getragen.
Das Fell ist kurz, glatt und zwischen 1,5 und 2 cm lang. Laut Rassestandard ist ausschließlich reines Weiß zugelassen. Ein einzelner dunkler Pigmentfleck am Kopf wird toleriert, sofern er nicht mehr als zehn Prozent der Kopffläche bedeckt. Die weiße Fellfarbe steht in direktem Zusammenhang mit einer rassetypischen Disposition für Taubheit, die bei der Zucht besondere Beachtung findet.
Charakter & Wesen
Trotz seines imposanten Erscheinungsbildes ist der Dogo Argentino bei sachkundiger Erziehung ein ausgeglichener, treuer und menschenbezogener Hund. Er baut eine enge Bindung zu seiner Bezugsperson und der gesamten Familie auf und zeigt sich im häuslichen Umfeld ruhig und geduldig. Gegenüber Kindern ist er bei korrekter Sozialisierung ausgesprochen sanftmütig und geduldig.
Gleichzeitig ist der Dogo Argentino ein wachsamer und mutiger Schutzhund mit einer hohen Reizschwelle. Er reagiert nicht nervös oder grundlos aggressiv, sondern beurteilt Situationen souverän. Sein ausgeprägter Jagdtrieb ist tief verwurzelt und erfordert konsequentes Training. Gegenüber anderen Hunden – insbesondere gleichgeschlechtlichen – kann er dominant auftreten, weshalb eine frühe und umfassende Sozialisierung unverzichtbar ist.
Seine Intelligenz und Arbeitsfreude machen ihn zu einem vielseitig einsetzbaren Hund. In Argentinien wird er bis heute für die Wildschweinjagd eingesetzt, darüber hinaus bewährt er sich im Rettungshundewesen, als Therapiehund und als zuverlässiger Begleithund.
Haltung & Pflege
Der Dogo Argentino ist kein Anfängerhund. Er benötigt einen erfahrenen Halter, der konsequent, souverän und einfühlsam führen kann. Härte und Zwang sind kontraproduktiv und können das Vertrauensverhältnis nachhaltig schädigen. Positive Verstärkung und klare Strukturen bilden die Basis einer erfolgreichen Erziehung.
Der Bewegungsdrang dieses Hundes ist erheblich. Täglicher Auslauf von mindestens zwei Stunden, ergänzt durch geistige Beschäftigung wie Fährtenarbeit, Mantrailing oder Obedience, ist Pflicht. Ein Haus mit eingezäuntem Garten bietet ideale Voraussetzungen; reine Wohnungshaltung ist für diese Rasse nicht geeignet.
Die Fellpflege gestaltet sich unkompliziert. Regelmäßiges Bürsten mit einem Gummistriegel oder einer weichen Bürste entfernt lose Haare und fördert die Hautdurchblutung. Da der Dogo Argentino kein Unterfell besitzt, ist er kälteempfindlich und sollte bei winterlichen Temperaturen nicht dauerhaft im Freien gehalten werden. Ohren, Augen und Krallen sollten routinemäßig kontrolliert und gepflegt werden.
Ernährung
Der Dogo Argentino hat als großer, aktiver Hund einen entsprechend hohen Energiebedarf.