Drever
DRassen > Hunderassen – Jagdhunde
Steckbrief
- Herkunft: Schweden
- FCI-Gruppe: Gruppe 6 – Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen, Sektion 1.3 (Kleine Laufhunde)
- FCI-Standard Nr.: 130
- Größe: Rüden 32–38 cm, Hündinnen 30–36 cm (Idealgröße Rüden 35 cm, Hündinnen 33 cm)
- Gewicht: 14–16 kg
- Lebenserwartung: 12–15 Jahre
- Fell: Kurz, dicht anliegend, gerade und harsch mit dichter Unterwolle
- Farben: Alle Farben mit weißen Abzeichen erlaubt; am häufigsten dreifarbig (schwarz, braun, weiß) oder rot-weiß. Weiße Abzeichen müssen von allen Seiten sichtbar sein.
Herkunft & Geschichte
Der Drever ist eine schwedische Jagdhundrasse, deren Abstammung auf die Kreuzung einheimischer schwedischer Bracken mit dem deutschen Westfälischen Dachsbracke zurückgeht. Bereits im frühen 20. Jahrhundert gelangten Dachsbracken nach Schweden, wo sie sich bei Jägern schnell großer Beliebtheit erfreuten. Die niedrige Bauhöhe erwies sich im dichten skandinavischen Unterholz und in schwierigem Terrain als enormer Vorteil gegenüber größeren Laufhunden.
Schwedische Züchter begannen gezielt, einen eigenständigen Typ zu formen, der sich vom deutschen Ausgangsmaterial unterschied. Der Hund sollte robuster, etwas kräftiger gebaut und optimal an die skandinavischen Jagdverhältnisse angepasst sein. 1947 erhielt die Rasse ihren heutigen Namen „Drever" – abgeleitet vom schwedischen Wort „drev" (Treibjagd) – und wurde vom Svenska Kennelklubben offiziell als eigenständige Rasse anerkannt. Die FCI folgte 1953 mit der internationalen Anerkennung. In Schweden zählt der Drever bis heute zu den beliebtesten Jagdhunderassen und wird dort weitaus häufiger geführt als in Mitteleuropa. Der zuständige Zuchtverband in Schweden ist der Svenska Dreverklubben, der den Rassestandard überwacht und die Zucht im Sinne der Gesundheit und Leistungsfähigkeit lenkt.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Drever ist ein kräftiger, niederläufiger Hund mit einem gestreckten, muskulösen Körperbau. Trotz seiner geringen Größe wirkt er keineswegs zierlich, sondern strahlt Substanz und Robustheit aus. Der Kopf ist groß und gut proportioniert mit einem leicht gewölbten Oberkopf, einem kräftigen Fang und einem deutlichen, aber nicht übertriebenen Stopp. Die Augen sind dunkelbraun, klar und ausdrucksvoll. Die mittelgroßen, abgerundeten Hängeohren sitzen relativ hoch und liegen flach an den Wangen an.
Der Rumpf ist lang und tief, mit gut gewölbten Rippen und einer kräftigen Lendenpartie. Die Brust reicht bis zum Ellenbogen hinab. Die Läufe sind kurz, aber gerade und starkknochig – eine Verkrümmung wie bei manchen anderen niederläufigen Rassen ist beim Drever laut Rassestandard nicht erwünscht. Die Rute wird gerade oder leicht säbelförmig getragen und reicht etwa bis zum Sprunggelenk.
Das Haarkleid ist kurz, dicht und harsch mit einer gut entwickelten Unterwolle, die den Hund vor Kälte und Nässe schützt. Am Hals, am Rücken und an der Rutenunterseite kann das Fell etwas länger sein. Die weißen Abzeichen, die bei der Treibjagd eine wichtige Rolle spielen, müssen von vorne, von der Seite und von hinten sichtbar sein – eine Anforderung, die der Sicherheit bei der Jagd dient, damit der Hund vom Jäger stets vom Wild unterschieden werden kann.
Charakter & Wesen
Der Drever ist ein ausgeglichener, freundlicher und zugleich entschlossener Hund. Sein Wesen vereint die Eigenständigkeit eines Laufhundes mit einer bemerkenswerten Menschenbezogenheit. Im Haus zeigt er sich treu, anhänglich und familienfreundlich. Er ist geduldig mit Kindern und versteht sich in der Regel gut mit anderen Hunden – eine Eigenschaft, die aus der traditionellen Verwendung in Hundemeuten herrührt.
Im Jagdeinsatz wandelt sich sein Temperament: Er arbeitet mit großer Ausdauer, ausgeprägtem Spurlaut und bemerkenswerter Hartnäckigkeit. Der Drever ist wachsam und meldet zuverlässig, ohne dabei übermäßig kläfffreudig zu sein. Seine Intelligenz und sein Arbeitswille machen ihn zu einem gelehrigen Hund, wobei die typische Laufhund-Eigenständigkeit gelegentlich eine gewisse Beharrlichkeit in der Erziehung erfordert. Sturheit im negativen Sinne zeigt er selten – vielmehr handelt es sich um einen Hund, der mitdenkt und Entscheidungen hinterfragt.
Haltung & Pflege
Der Drever ist in erster Linie ein Jagdgebrauchshund und braucht entsprechende Beschäftigung. In Schweden wird er vorwiegend für die Treibjagd auf Reh, Hase und Fuchs eingesetzt. Wer ihn nicht jagdlich führt, muss für ausreichend körperlichen und geistigen Auslauf sorgen. Lange Spaziergänge, Fährtenarbeit, Mantrailing oder andere nasenintensive Beschäftigungsformen sind hervorragende Alternativen. Ein unterforderter Drever kann unerwünschtes Verhalten entwickeln, etwa übermäßiges Bellen oder Zerstörungswut.
Ein Haus mit Garten ist von Vorteil, eine reine Wohnungshaltung dagegen nur bei konsequenter Auslastung denkbar. Der Drever fühlt sich in ländlicher Umgebung am wohlsten. Die Fellpflege ist unkompliziert: Regelmäßiges Bürsten, etwa ein- bis zweimal wöchentlich, genügt, um lose Haare zu entfernen und die Hautdurchblutung zu fördern. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst ist tägliches Bürsten ratsam, da die dichte Unterwolle dann verstärkt abgestoßen wird. Ohren, Zähne und Krallen sollten routinemäßig kontrolliert werden.