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Ekzem

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Tiermedizin & Gesundheit > Krankheiten – allgemein

Definition & Überblick

Der Begriff Ekzem (auch Dermatitis) bezeichnet eine entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung, die bei nahezu allen Haus- und Nutztierarten auftreten kann. Besonders häufig betroffen sind Hunde, Katzen und Pferde. Ein Ekzem ist keine eigenständige Diagnose im engeren Sinne, sondern ein Symptomkomplex, der sich durch Rötung, Juckreiz, Schuppenbildung, Bläschen, Krusten oder nässende Hautveränderungen äußert. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von allergischen Reaktionen über parasitären Befall bis hin zu hormonellen Störungen.

In der Tiermedizin unterscheidet man grundsätzlich zwischen dem akuten Ekzem, das plötzlich auftritt und häufig nässt, und dem chronischen Ekzem, das sich über Wochen bis Monate entwickelt und eher durch trockene, verdickte Haut (sogenannte Lichenifikation) gekennzeichnet ist. Eine Sonderform beim Pferd ist das weit verbreitete Sommerekzem, eine allergische Reaktion auf den Speichel bestimmter Stechmücken der Gattung Culicoides.

Ursachen & Risikofaktoren

Die Ursachen eines Ekzems sind außerordentlich vielfältig. In der tierärztlichen Praxis hat sich eine Einteilung in endogene (innere) und exogene (äußere) Auslöser bewährt:

  • Allergien: Die atopische Dermatitis ist eine der häufigsten Ekzemformen beim Hund. Auslöser sind Umweltallergene wie Pollen, Hausstaubmilben oder Schimmelpilzsporen. Auch Futtermittelallergien und Kontaktallergien (z. B. gegen Reinigungsmittel oder Kunststoffe) spielen eine bedeutende Rolle.
  • Parasiten: Flohbefall ist eine der häufigsten Ursachen für Ekzeme, insbesondere die Flohspeichelallergie-Dermatitis (FAD). Auch Milben (z. B. Sarcoptes, Demodex) und Zecken können ekzematöse Veränderungen hervorrufen.
  • Infektionen: Bakterielle Sekundärinfektionen (häufig durch Staphylococcus pseudintermedius) oder Hefepilze (Malassezia) verschlimmern bestehende Ekzeme oder lösen sie eigenständig aus.
  • Hormonelle Störungen: Erkrankungen wie Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) oder das Cushing-Syndrom (Hyperadrenokortizismus) verändern die Hautbarriere und begünstigen Ekzeme.
  • Mechanische und chemische Reize: Übermäßiges Baden, aggressive Shampoos, Feuchtigkeit in Hautfalten oder chronische Reibung können die Hautbarriere schädigen.
  • Psychogene Faktoren: Stress, Langeweile oder Angst können bei Hunden und Katzen zu zwanghaftem Lecken führen, das sogenannte Leckekzem (Acral Lick Dermatitis).

Zu den Risikofaktoren zählen eine genetische Prädisposition (besonders bei Rassen wie West Highland White Terrier, Labrador Retriever, Französischer Bulldogge oder Islandpferd), ein geschwächtes Immunsystem, unzureichende Fell- und Hautpflege sowie ungünstige Haltungsbedingungen.

Symptome & Erkennung

Die klinischen Anzeichen eines Ekzems variieren je nach Ursache, Lokalisation und Stadium der Erkrankung. Typische Symptome umfassen:

  • Juckreiz (Pruritus): Das Leitsymptom. Betroffene Tiere kratzen, beißen, lecken oder scheuern sich auffällig häufig an bestimmten Körperstellen.
  • Hautrötung (Erythem): Gerötete, erwärmte Hautareale als Zeichen der Entzündung.
  • Papeln und Pusteln: Kleine erhabene Knötchen oder eitergefüllte Bläschen.
  • Nässende Stellen: Besonders beim akuten Ekzem tritt Wundflüssigkeit aus, die das Fell verklebt. Beim Hund wird diese Form oft als Hot Spot (akute feuchte Dermatitis) bezeichnet.
  • Krusten und Schuppen: Eingetrocknetes Sekret und abgestorbene Hautzellen bilden gelbliche bis bräunliche Krusten.
  • Haarausfall (Alopezie): In betroffenen Arealen dünnt das Fell aus oder fällt vollständig aus.
  • Hautverdickung: Bei chronischem Verlauf verdickt sich die Haut, wird dunkel pigmentiert (Hyperpigmentierung) und lederartig.

Beim Pferd zeigt sich das Sommerekzem vorwiegend an Mähnenansatz, Schweifrübe, Bauchnaht und Ohren. Bei Katzen äußern sich Ekzeme häufig durch den sogenannten eosinophilen Granulomkomplex oder durch symmetrischen Haarverlust am Bauch.

Diagnose

Die Diagnose eines Ekzems erfordert eine systematische dermatologische Aufarbeitung, da die sichtbaren Hautveränderungen allein selten Rückschlüsse auf die zugrunde liegende Ursache erlauben. In der tierärztlichen Praxis kommen folgende Verfahren zum Einsatz:

  • Ausführliche Anamnese: Erfassung von Fütterung, Haltung, Verlauf der Symptome, saisonaler Abhängigkeit und bisherigen Behandlungen.
  • Klinische Untersuchung: Systematische Begutachtung der gesamten Haut einschließlich Ohren, Pfoten und Zwischenzehenräumen.
  • Hautgeschabsel: Zum Nachweis von Milben wie Demodex oder Sarcoptes.