English-setter
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Steckbrief
- Herkunft: Großbritannien (England)
- FCI-Gruppe: Gruppe 7 – Vorstehhunde, Sektion 2.2: Britische und Irische Vorstehhunde (mit Arbeitsprüfung)
- FCI-Standard Nr.: 2
- Größe: Rüden 65–68 cm, Hündinnen 61–65 cm Widerristhöhe
- Gewicht: 25–36 kg
- Lebenserwartung: 11–15 Jahre
- Fell: Langes, seidiges, leicht gewelltes Haarkleid mit ausgeprägter Befederung an Ohren, Brust, Läufen und Rute
- Farben: Belton (getüpfelt) in den Varianten Blue Belton, Orange Belton, Lemon Belton, Liver Belton sowie Tricolor (Blue Belton mit Loh-Abzeichen oder Liver Belton mit Loh-Abzeichen)
Herkunft & Geschichte
Der English Setter zählt zu den ältesten britischen Jagdhunderassen. Seine Abstammung lässt sich bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen, als in England sogenannte „Setting Spaniels" eingesetzt wurden – Hunde, die sich beim Auffinden von Federwild duckten (englisch: „to set"), damit der Jäger ein Netz über das Wild werfen konnte. Aus diesen Hunden entwickelte sich über Jahrhunderte der moderne Vorstehhund, der stehendes Wild durch eine charakteristische, erstarrte Körperhaltung anzeigt.
Die systematische Zucht des English Setters, wie wir ihn heute kennen, geht maßgeblich auf Edward Laverack (1800–1877) zurück. Laverack züchtete über fünf Jahrzehnte hinweg eine weitgehend geschlossene Linie und schuf damit den Typ, der bis heute den Rassestandard prägt. Sein Zeitgenosse R. Llewellin kreuzte Laveracks Hunde mit leistungsstarken Field-Trial-Linien und begründete damit einen eher jagdlich orientierten Schlag. Diese Zweiteilung in Show- und Arbeitslinien besteht im Grundsatz bis heute, wenngleich beide Typen demselben Rassestandard unterliegen.
Die Anerkennung durch den Kennel Club erfolgte bereits 1873 mit der Gründung des Clubs selbst. Die FCI führt den English Setter unter der Standard-Nummer 2. In Deutschland wird die Rasse unter anderem durch den Verein für Pointer und Setter e.V. innerhalb des VDH betreut, der als zuständiger Zuchtverband die Einhaltung der Zuchtordnung und des Rassestandards überwacht.
Aussehen & Rassemerkmale
Der English Setter ist ein eleganter, mittelgroßer bis großer Hund mit einem harmonisch proportionierten, leicht gestreckten Körperbau. Der Kopf ist trocken und edel geschnitten, mit einem deutlichen Stop und einem langen, quadratischen Fang. Die tief angesetzten Ohren sind mittellang, hängen dicht am Kopf und tragen seidiges Haar. Die großen, ausdrucksstarken Augen sind haselnuss- bis dunkelbraun – je nach Fellfarbe – und verleihen dem Hund einen sanften, aufmerksamen Blick.
Das Haarkleid ist das wohl auffälligste Merkmal der Rasse. Es ist lang, seidig und leicht gewellt, jedoch nie lockig. Besonders ausgeprägt ist die Befederung an der Unterseite des Körpers, an den Hinterseiten der Läufe, an den Ohren und an der Rute, die in einer eleganten Fahne getragen wird. Die typische Belton-Zeichnung – eine feine, gleichmäßige Tüpfelung auf weißem Grund – ist ein einzigartiges Rassemerkmal, das in dieser Form bei keiner anderen Hunderasse vorkommt.
In der Bewegung zeigt der English Setter einen raumgreifenden, fließenden Trab mit weit ausholenden Schritten. Im Feld arbeitet er typischerweise in einem schnellen, weiträumigen Galopp mit hoch getragenem Kopf, um Witterung aus der Luft aufzunehmen.
Charakter & Wesen
Der English Setter gilt als einer der sanftmütigsten und freundlichsten Jagdhunde überhaupt. Sein Wesen wird oft als aristokratisch und gleichzeitig verspielt beschrieben. Er ist ausgesprochen menschenbezogen, treu und anhänglich, ohne dabei aufdringlich zu werden. Gegenüber Kindern zeigt er sich geduldig und rücksichtsvoll, was ihn zu einem geschätzten Familienhund macht.
Trotz seiner Sanftmut ist der English Setter ein leidenschaftlicher Jagdhund mit einem ausgeprägten Finderwillen und großer Ausdauer. Im Feld arbeitet er selbstständig und weiträumig, bleibt dabei aber stets kooperativ und führig. Er besitzt eine feine Nase und eine beeindruckende Vorstehfestigkeit. Wachsam ist er durchaus – Besucher werden zuverlässig gemeldet –, doch als Schutzhund eignet er sich aufgrund seiner grundsätzlichen Menschenfreundlichkeit nicht.
Im Umgang mit anderen Hunden zeigt er sich in der Regel verträglich und sozial. Sein sensibles Wesen erfordert eine einfühlsame, konsequente Erziehung ohne Härte. Auf Druck oder grobe Behandlung reagiert er mit Rückzug und Verunsicherung.
Haltung & Pflege
Der English Setter ist ein Hund mit hohem Bewegungsbedarf. Täglicher Auslauf von mindestens zwei Stunden ist Pflicht, wobei er dabei die Möglichkeit haben sollte, frei zu laufen und seine Nase einzusetzen. Idealerweise wird er jagdlich geführt oder erhält eine adäquate Ersatzbeschäftigung wie Dummy-Training, Fährtenarbeit oder Mantrailing. Eine reine Zwingerhaltung ist für diesen menschenbezogenen Hund völlig ungeeignet – er gehört in den engen Familienverbund.
Die Fellpflege erfordert regelmäßigen Einsatz. Mindestens zwei- bis dreimal pro Woche sollte das seidige Haar gründlich durchgebürstet werden, um Verfilzungen zu vermeiden, besonders an den Ohren, in den Achseln und an der Befederung der Läufe. Während des Fellwechsels ist tägliches Bürsten ratsam. Die Hängeohren sollten regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden, da sie anfällig für Entzündungen sind.
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