English-springer-spaniel
ERassen > Hunderassen – Jagdhunde
Steckbrief
- Herkunft: Großbritannien (England)
- FCI-Gruppe: Gruppe 8 – Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde; Sektion 2: Stöberhunde, mit Arbeitsprüfung
- FCI-Standard-Nr.: 125
- Widerristhöhe: Rüden ca. 51 cm, Hündinnen ca. 48 cm
- Gewicht: 18–25 kg
- Lebenserwartung: 12–14 Jahre
- Fell: Mittellanges, glattes bis leicht gewelltes Deckhaar mit dichter, wetterfester Unterwolle; Befederung an Ohren, Brust, Bauch und Läufen
- Farben: Leberbraun-Weiß, Schwarz-Weiß, jeweils mit oder ohne Tan-Abzeichen (Tricolour)
- Zuchtverband (Deutschland): Verein für Deutsche Wachtelhunde und Spaniel (VDW) im VDH/FCI
Herkunft & Geschichte
Die Abstammung des English Springer Spaniels reicht mehrere Jahrhunderte zurück. Bereits im 14. Jahrhundert wurden auf den Britischen Inseln sogenannte „Springing Spaniels" beschrieben – Stöberhunde, deren Aufgabe es war, Federwild aus der Deckung zu treiben, es also zum „Springen" (englisch: to spring) zu bringen. Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurden größere und kleinere Spaniels aus denselben Würfen lediglich nach Größe und Verwendungszweck unterschieden: Die kleineren Hunde wurden als Cocker Spaniels für die Waldschnepfenjagd eingesetzt, die größeren als Springer Spaniels für die Arbeit im offenen Feld.
Erst 1902 erkannte der Kennel Club in London den English Springer Spaniel als eigenständige Rasse an. In den folgenden Jahrzehnten entwickelten sich zwei deutlich unterscheidbare Zuchtlinien: die sogenannte Field-Trial-Linie, die auf jagdliche Leistung selektiert wird, und die Show-Linie, die stärker auf das Erscheinungsbild nach Rassestandard gezüchtet wird. Beide Linien teilen sich denselben FCI-Standard, unterscheiden sich in der Praxis aber erheblich in Körperbau, Fellmenge und Arbeitsintensität.
Aussehen & Rassemerkmale
Der English Springer Spaniel ist ein mittelgroßer, symmetrisch gebauter Hund mit aufrechter, stolzer Haltung. Der Körper ist kompakt und muskulös, die Brust tief, die Lendenpartie kräftig. Die Proportionen wirken harmonisch – weder übertrieben hochläufig noch zu gedrungen. Der Kopf zeigt einen moderaten Stop mit einem mäßig breiten Oberkopf. Die mandelförmigen, dunkelbraunen Augen verleihen dem Springer seinen typischen sanften, aufmerksamen Ausdruck.
Besonders markant sind die tief angesetzten, langen Hängeohren, die dicht am Kopf anliegen und mit seidiger Befederung versehen sind. Das mittellange Haarkleid liegt glatt an oder ist leicht gewellt, niemals grob oder lockig. Die Befederung an Ohren, Brust, Unterseite und Rückseite der Läufe ist üppig, darf aber laut Rassestandard die Arbeitsfähigkeit nicht einschränken. Die Rute wird fröhlich, aber nie über der Rückenlinie getragen.
Hunde aus der Field-Trial-Linie sind in der Regel etwas leichter gebaut, kürzer behaart und insgesamt athletischer als ihre Gegenstücke aus der Showzucht.
Charakter & Wesen
Der English Springer Spaniel ist ein ausgesprochen freundlicher, menschenbezogener und vielseitiger Hund. Er gilt als treu, anhänglich und verspielt. Im Familienverband zeigt er sich sanft und geduldig, auch Kindern gegenüber ist er in der Regel äußerst verträglich. Gleichzeitig besitzt er einen ausgeprägten Arbeitswillen und eine hohe Lernbereitschaft, die ihn zu einem der leistungsfähigsten Stöberhunde überhaupt machen.
Im Feld arbeitet der Springer energisch, ausdauernd und mit unermüdlichem Elan. Seine hervorragende Nase, der angeborene Apportiertrieb und seine Wasserfreude machen ihn zum idealen Begleiter für den vielseitigen Jäger. Aggressivität oder übermäßige Scheu gelten als schwerwiegende Wesensabweichungen vom Rassestandard.
Trotz seiner Sanftmut kann der Springer durchaus wachsam sein und schlägt bei ungewöhnlichen Vorkommnissen an, ohne jedoch als klassischer Wachhund zu gelten. Sein Temperament ist lebhaft, aber nicht hektisch – vorausgesetzt, er wird ausreichend beschäftigt.
Haltung & Pflege
Der English Springer Spaniel braucht Bewegung. Wer sich für diese Rasse entscheidet, sollte täglich mindestens zwei ausgiebige Spaziergänge einplanen, idealerweise ergänzt durch Suchspiele, Dummytraining oder andere Formen geistiger Beschäftigung. Ein Haus mit Garten ist von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig – entscheidend ist die aktive Gestaltung des Alltags. Ein unterfordernder Springer entwickelt schnell Unarten wie übermäßiges Bellen, destruktives Verhalten oder Hyperaktivität.
Die Fellpflege ist regelmäßig, aber nicht übermäßig aufwendig. Zwei- bis dreimal wöchentliches gründliches Bürsten verhindert Verfilzungen, besonders an den Befederungen hinter den Ohren, an den Ellbogen und in der Leistenregion. Die langen Hängeohren benötigen besondere Aufmerksamkeit: Sie sollten wöchentlich kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden, da die eingeschränkte Luftzirkulation Ohrenentzündungen begünstigt. Gelegentliches Trimmen oder Ausdünnen der Befederung ist bei Showhunden üblich und erleichtert auch bei Familienhunden die Pflege.
Ernährung
Der English Springer Spaniel ist in der Regel ein unkomplizierter Fresser. Eine hochwertige, proteinreiche Ernährung – ob als Fertigfutter, Barfen oder Mischfütterung – sollte dem Aktivitätslevel des Hundes angepasst werden. Jagdlich geführte Springer oder solche, die intensiv sportlich arbeiten, haben einen deutlich höheren Energ