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Erbrechen

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Tiermedizin & Gesundheit > Krankheiten – allgemein

Definition & Überblick

Erbrechen – in der Tiermedizin als Vomitus oder Emesis bezeichnet – ist ein aktiver, reflektorisch gesteuerter Vorgang, bei dem Mageninhalt über die Speiseröhre und die Maulhöhle nach außen befördert wird. Es handelt sich dabei nicht um eine eigenständige Krankheit, sondern um ein Symptom, das auf eine Vielzahl von Grunderkrankungen hinweisen kann. Nahezu alle Haustierarten können erbrechen, wobei Hunde und Katzen besonders häufig betroffen sind. Pferde und Kaninchen hingegen sind aufgrund anatomischer Besonderheiten kaum oder gar nicht in der Lage zu erbrechen, was bei diesen Tierarten zu lebensbedrohlichen Situationen führen kann.

Vom eigentlichen Erbrechen abzugrenzen ist das sogenannte Regurgitieren – ein passives Hervorwürgen von Futter aus der Speiseröhre (Ösophagus), das ohne Bauchpresse und ohne Übelkeit abläuft. Diese Unterscheidung ist diagnostisch von großer Bedeutung, da die Ursachen grundverschieden sein können.

Ursachen & Risikofaktoren

Die Ursachen für Erbrechen bei Tieren sind außerordentlich vielfältig und lassen sich grob in gastrointestinale (den Magen-Darm-Trakt betreffende) und extragastrointestinale (außerhalb des Verdauungstrakts liegende) Ursachen einteilen.

  • Futterunverträglichkeiten und Diätfehler: Zu schnelles Fressen, verdorbenes Futter, abrupter Futterwechsel oder das Aufnehmen von Gras gehören zu den häufigsten und meist harmlosen Auslösern.
  • Fremdkörper: Verschluckte Spielzeuge, Knochen, Schnüre oder Haarballen (Trichobezoare) bei Katzen können mechanische Reizungen oder Verlegungen des Magen-Darm-Trakts verursachen.
  • Infektionskrankheiten: Virale Erkrankungen wie Parvovirose beim Hund oder Panleukopenie bei der Katze, bakterielle Infektionen (z. B. Salmonellose) sowie Parasitenbefall (Spulwürmer, Giardien) lösen häufig Erbrechen aus.
  • Vergiftungen (Intoxikationen): Schokolade, Trauben, Lilienpflanzen, Rattengift, Frostschutzmittel und zahlreiche Medikamente können schweres Erbrechen auslösen.
  • Organerkrankungen: Niereninsuffizienz (Urämie), Lebererkrankungen, Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung), Diabetes mellitus und Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) bei der Katze gehen häufig mit Erbrechen einher.
  • Magen-Darm-Erkrankungen: Gastritis, Magenulzera, entzündliche Darmerkrankungen (IBD – Inflammatory Bowel Disease) und Neoplasien (Tumore) im Verdauungstrakt.
  • Weitere Ursachen: Reisekrankheit (Kinetose), Stress, Hitzschlag, postoperative Übelkeit und Erkrankungen des Vestibularapparats (Gleichgewichtsorgan).

Zu den Risikofaktoren zählen junges Alter (Welpen nehmen häufiger Fremdkörper auf), Rasseprädispositionen (brachyzephale Rassen neigen vermehrt zu Magen-Darm-Problemen), ungesicherter Freigang sowie fehlende Impf- und Entwurmungsprophylaxe.

Symptome & Erkennung

Dem eigentlichen Erbrechen gehen typischerweise Anzeichen von Übelkeit (Nausea) voraus: vermehrtes Speicheln (Hypersalivation), Schmatzen, Unruhe, wiederholtes Schlucken und bei Katzen häufig ein auffälliges Lecken der Lippen. Beim Erbrechensakt selbst sind deutliche Kontraktionen der Bauchmuskulatur (Bauchpresse) und Würgebewegungen zu beobachten.

Die Beschaffenheit des Erbrochenen liefert wichtige diagnostische Hinweise:

  • Unverdautes Futter kurz nach der Mahlzeit deutet auf Magenreizung, Futterunverträglichkeit oder Regurgitation hin.
  • Gelb-grünliches Erbrechen (Galle) tritt häufig bei nüchternem Magen auf und weist auf einen Gallerückfluss (biliöses Erbrechen) hin.
  • Blutbeimengungen: Frisches Blut (Hämatemesis) oder kaffeesatzartiges Material deuten auf Blutungen im oberen Magen-Darm-Trakt hin – ein ernstes Warnsignal.
  • Fäkaler Geruch des Erbrochenen kann auf einen Darmverschluss (Ileus) hindeuten.

Begleitsymptome wie Durchfall (Diarrhoe), Appetitlosigkeit (Anorexie), Lethargie, Gewichtsverlust, Fieber oder Dehydratation geben weitere Hinweise auf die zugrunde liegende Erkrankung.

Diagnose

Die diagnostische Aufarbeitung beginnt mit einer gründlichen Anamnese: Häufigkeit und Zeitpunkt des Erbrechens, Zusammenhang mit der Fütterung, Beschaffenheit des Erbrochenen, möglicher Zugang zu Giftstoffen und Vorerkrankungen sind entscheidende Informationen.

Die klinische Untersuchung umfasst die Beurteilung des Allgemeinzustands, die Palpation des Abdomens, die Prüfung des Hydratationsstatus und die Messung der Körpertemperatur. Je nach Verdachtsdiagnose folgen weiterführende Untersuchungen:

  • Blutuntersuchung: Blutbild, Organwerte (Nieren, Leber, Pankreas), Elektrolyte und Schilddrüsenwerte geben Aufschluss über systemische Erkrankungen.
  • Bildgebende Verfahren: Röntgenaufnahmen (nativ oder mit Kontrastmittel) und Ultraschalluntersuchung (Sonografie) des Abdomens helfen bei der Erkennung von Fre