Field-spaniel
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Steckbrief
- Herkunft: England
- FCI-Gruppe: Gruppe 8 – Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde; Sektion 2 – Stöberhunde (mit Arbeitsprüfung)
- FCI-Standard Nr.: 123
- Größe: ca. 46 cm (Rüden und Hündinnen)
- Gewicht: 18–25 kg
- Lebenserwartung: 12–14 Jahre
- Fell: Lang, glatt oder leicht gewellt, seidig glänzend, mit guter Befederung an Brust, Bauch, Rückseite der Läufe und Rute
- Farben: Einfarbig schwarz, leberbraun, golden-liver oder mahagonirot; auch Schimmel in diesen Grundfarben mit oder ohne Lohzeichen
Herkunft & Geschichte
Der Field Spaniel stammt aus England und entstand Mitte des 19. Jahrhunderts aus dem Bestreben, einen eigenständigen, etwas größeren Stöberhund gegenüber dem Cocker Spaniel zu züchten. Beide Rassen hatten zunächst gemeinsame Wurzeln: Spanielwelpen aus demselben Wurf wurden je nach Größe und Gewicht als Cocker oder Field klassifiziert. Erst mit der zunehmenden Standardisierung im viktorianischen England erhielt der Field Spaniel eine eigene Rassedefinition.
Die Geschichte der Rasse verlief nicht ohne Rückschläge. Ende des 19. Jahrhunderts gerieten die Zuchtziele auf Abwege: In Ausstellungsringen wurde ein extrem langgezogener Körperbau mit übertrieben kurzen Läufen bevorzugt, was die Arbeitstauglichkeit massiv beeinträchtigte. Der Field Spaniel wurde zur Karikatur seiner selbst und verlor nahezu jede jagdliche Bedeutung. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Rasse beinahe ausgestorben.
Die Rettung gelang engagierten Züchtern ab den 1950er-Jahren, die durch gezielte Einkreuzung von English Springer Spaniels den Körperbau wieder in gesunde Proportionen brachten. Der heutige Field Spaniel ist das Ergebnis dieser Rückbesinnung auf Funktionalität und Gesundheit. Der Zuchtverband The Kennel Club führte die Rasse durch strenge Selektion zurück zu einem ausgeglichenen, leistungsfähigen Jagdhund. Dennoch bleibt der Field Spaniel bis heute eine seltene Rasse – selbst in seinem Ursprungsland England gibt es jährlich nur wenige Hundert Eintragungen.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Field Spaniel präsentiert sich als mittelgroßer, edel wirkender Hund mit harmonischem Körperbau. Im Vergleich zum Cocker Spaniel ist er etwas größer und länger, wirkt dabei aber nie übertrieben oder plump. Der Rassestandard verlangt einen gut proportionierten Hund, der seine jagdliche Herkunft auf den ersten Blick erkennen lässt.
Der Kopf ist rassig geschnitten, mit sanftem Stopp und gut entwickeltem Fang. Die mandelförmigen Augen zeigen einen ruhigen, aufmerksamen Ausdruck – sie sind dunkelbraun bei schwarzen Hunden und haselbraun bei leberfarbenen Vertretern. Die tief angesetzten Ohren sind mittellang, mäßig breit und mit seidigem Haar besetzt.
Das Fell ist eines der markantesten Merkmale: Es liegt flach am Körper an, ist seidig in der Textur und bildet eine ausgeprägte Befederung an den typischen Stellen. Die Rute wird fröhlich, aber nicht über der Rückenlinie getragen. Der gesamte Bewegungsablauf ist fließend und raumgreifend – ein Field Spaniel in Aktion zeigt einen ausdauernden, kraftvollen Gang ohne Übertreibung.
Charakter & Wesen
Der Field Spaniel besitzt ein ausgesprochen liebenswürdiges, sanftes Wesen. Er ist treu, menschenbezogen und bindet sich eng an seine Familie. Gegenüber Fremden verhält er sich zunächst etwas reserviert, ohne dabei ängstlich oder aggressiv zu sein – eine gewisse vornehme Zurückhaltung ist rassetypisch.
Im Haus zeigt er sich ruhig und ausgeglichen, vorausgesetzt, er bekommt ausreichend Beschäftigung. Im Freien erwacht sein jagdlicher Instinkt: Er arbeitet ausdauernd, systematisch und mit guter Nase im Unterholz. Der Field Spaniel ist verspielt und kooperativ, was ihn zu einem angenehmen Partner in der Ausbildung macht. Er reagiert empfindlich auf harte Korrekturen; eine ruhige, konsequente Erziehung mit positiver Verstärkung führt zu den besten Ergebnissen.
Seine Intelligenz ist beachtlich, gelegentlich zeigt er jedoch einen gewissen Eigensinn. Im Zusammenleben mit Kindern und anderen Hunden ist er in der Regel sozialverträglich und geduldig. Sein wachsames Wesen macht ihn zu einem zuverlässigen Melder, ohne dass er zum übermäßigen Bellen neigt.
Haltung & Pflege
Der Field Spaniel ist kein Hund für eine reine Stadtwohnung. Er braucht ausreichend Auslauf und geistige Beschäftigung, um zufrieden zu sein. Tägliche Spaziergänge von mindestens ein bis zwei Stunden, ergänzt durch Nasenarbeit, Apportiertraining oder die Teilnahme an Dummyarbeit, entsprechen seinem Naturell. Ein Haus mit Garten ist ideal, wobei der Garten sicher eingezäunt sein sollte – der Jagdtrieb kann den Field Spaniel zum Streunen verleiten.
Die Fellpflege ist moderat, aber regelmäßig notwendig. Das seidige Haar sollte zwei- bis dreimal pro Woche gründlich gebürstet werden, um Verfilzungen besonders an der Befederung zu vermeiden. Die Ohren verdienen besondere Aufmerksamkeit: Durch die Hängeform ist die Belüftung eingeschränkt, was Ohrinfektionen begünstigt. Regelmäßige Kontrolle und Reinigung der Ohren gehören zur Basisroutine. Das Fell zwischen den Ballen sollte ebenfalls regelmäßig gekürzt werden.
Ernährung
Der Field Spaniel stellt keine außergewöhnlichen Anforderungen an seine Ernährung. Ein hochwertiges Alleinfuttermittel – ob Trocken-, Nass- oder Rohfütterung – sollte dem Aktivitätsniveau und Alter des Hundes angepasst sein. Arbeit