Filterwatte
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Definition und Überblick
Filterwatte ist ein weit verbreitetes Filtermedium in der Aquaristik und Terraristik, das zur mechanischen Reinigung des Wassers eingesetzt wird. Es handelt sich um ein loses, faseriges Material – meist aus synthetischen Kunststoffen wie Polyester oder Polyamid – das in den Filter eines Aquariums oder eines Feuchtterrariums eingelegt wird. Dort fängt es Schwebstoffe, Futterreste, Pflanzenteile und andere Partikel aus dem Wasser ab, bevor dieses zurück ins Becken geleitet wird. Filterwatte gehört zu den günstigsten und am einfachsten verfügbaren Filtermaterialien und ist in nahezu jedem Zoofachhandel erhältlich.
Material und Beschaffenheit
Handelsübliche Filterwatte besteht in der Regel aus synthetischen Fasern, vorwiegend aus Polyestervlies. Dieses Material ist chemisch inert, gibt keine Schadstoffe an das Wasser ab und verrottet nicht. Die Fasern sind locker miteinander verwoben, sodass eine poröse Struktur entsteht, durch die Wasser hindurchfließen kann, während feste Partikel zurückgehalten werden.
Neben der klassischen losen Filterwatte gibt es auch vorgeformte Filtervlies-Matten und Filterpads, die eine gleichmäßigere Durchströmung ermöglichen. Lose Watte hat den Vorteil, dass sie individuell zugeschnitten und an verschiedene Filterformen angepasst werden kann – ob Innenfilter, Außenfilter, Hamburger Mattenfilter oder Rucksackfilter.
Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass es sich um aquariengeeignete Filterwatte handelt. Produkte aus dem Kosmetik- oder Bastelbereich können Bleichmittel, optische Aufheller oder andere Chemikalien enthalten, die für Fische, Garnelen und andere Aquarienbewohner schädlich sind.
Funktion im Filtersystem
Die Hauptaufgabe der Filterwatte ist die mechanische Filterung. Sie bildet eine physische Barriere, die Schmutzpartikel unterschiedlicher Größe aus dem Aquarienwasser entfernt. Dadurch bleibt das Wasser optisch klar und die Belastung durch organische Abfallstoffe sinkt.
In einem mehrstufigen Filtersystem wird Filterwatte üblicherweise als letzte Stufe nach den gröberen Filtermedien eingesetzt – also nach Filterschwämmen, Filterkeramik oder Biobällen. Diese Anordnung stellt sicher, dass die Watte nicht zu schnell verstopft, da grobe Partikel bereits vorher abgefangen werden. Die Filterwatte übernimmt dann die Feinfiltration und poliert das Wasser gewissermaßen auf.
Darüber hinaus kann sich auf der Oberfläche der Fasern mit der Zeit ein Biofilm aus nützlichen Bakterien ansiedeln. Diese Bakterien tragen zur biologischen Filterung bei, indem sie Ammoniak und Nitrit abbauen. Allerdings ist die biologische Filterleistung von Filterwatte deutlich geringer als die von porösen Filtermedien wie Siporax, Keramikröhrchen oder Lavagranulat, da die Oberfläche vergleichsweise klein ist.
Einsatz in der Aquaristik
In Süßwasseraquarien und Meerwasseraquarien wird Filterwatte gleichermaßen genutzt. Typische Einsatzbereiche sind:
- Innenfilter und Außenfilter: Als Feinfiltermedium in der letzten Filterstufe
- Filterbecken (Sumpf): In Meerwasseraquarien häufig als Filtersocke oder als Watte-Einlage im Technikbecken
- Aufzuchtbecken: Zum Schutz des Filtereinlaufs, damit Jungfische oder Garnelen-Nachwuchs nicht eingesaugt werden
- Notfälle: Bei plötzlichen Wassertrübungen nach dem Einrichten eines Beckens, nach Bodengrundarbeiten oder bei Algenblüten zur schnellen Klärung
In der Garnelenhaltung wird Filterwatte besonders geschätzt, da sie auch feinste Partikel auffängt und so die empfindlichen Wirbellosen vor Verschmutzung schützt. Zugleich dient sie als zusätzliche Sicherung, damit winzige Jungtiere nicht in den Filterkreislauf geraten.
Einsatz in der Terraristik
Auch in der Terraristik findet Filterwatte Verwendung – insbesondere in Feuchtterrarien, Paludarien und Aquaterrarien, in denen Wasserteile vorhanden sind. Wasserfälle, Bachlauf-Systeme oder kleine Wasserbecken innerhalb eines Terrariums werden häufig mit kleinen Pumpen und Filtern betrieben, in denen Filterwatte als mechanisches Filtermedium dient. In Regenwaldterrarien, etwa für Pfeilgiftfrösche oder Taggeckos, hält sie das Umlaufwasser sauber und verhindert, dass die Pumpe durch Substratpartikel oder Moos verstopft.
Pflege und Wechselintervalle
Filterwatte ist ein Verbrauchsmaterial. Im Gegensatz zu Filterschwämmen oder Keramikmedien wird sie nicht dauerhaft wiederverwendet, sondern regelmäßig ausgetauscht. Je nach Besatzdichte, Fütterungsintensität und Verschmutzungsgrad empfiehlt sich ein Wechsel alle ein bis vier Wochen.
Verschmutzte Filterwatte erkennt man daran, dass sie sich bräunlich oder grünlich verfärbt und der Durchfluss des Filters nachlässt. Eine stark zugesetzte Watte beeinträchtigt die Filterleistung erheblich, da das Wasser nicht mehr ausreichend hindurchströmen kann. Im schlimmsten Fall kann ein verstopfter Filter zu einem Rückstau führen, der die Pumpe beschädigt oder den gesamten Filterkreislauf lahmlegt.
Beim Wechsel der Filterwatte sollte nicht gleichzeitig das gesamte Filtermaterial gereinigt oder ausgetauscht werden, da sonst zu viele nützliche Bakterien verloren gehen und die biologische Filtration zusammenbricht – ein Effekt, der zu einem gefährlichen Nitritpeak führen kann.
Vor- und Nachteile im Vergleich zu anderen Filtermedien
Die Vorteile von Filterwatte liegen auf der Hand: Sie ist kostengünstig, universell einsetzbar, leicht zu handhaben und sehr effektiv in der Feinfiltration. Kein anderes Standardfiltermedium erreicht eine vergleichbar feine Partikelrüc