Flat-coated-retriever
FRassen > Hunderassen – Jagdhunde
Steckbrief
- Herkunft: Großbritannien
- FCI-Gruppe: Gruppe 8 – Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde; Sektion 1 – Apportierhunde (mit Arbeitsprüfung)
- FCI-Standard Nr.: 121
- Größe: Rüden 59–61,5 cm, Hündinnen 56,5–59 cm Schulterhöhe
- Gewicht: 25–36 kg
- Lebenserwartung: 8–12 Jahre
- Fell: Mittellang, glatt bis leicht gewellt, dicht anliegend mit guter Unterwolle
- Farben: Einfarbig Schwarz oder Leberbraun (Liver)
Herkunft & Geschichte
Der Flat Coated Retriever gehört zu den ältesten Retriever-Rassen und hat seinen Ursprung im England des 19. Jahrhunderts. Seine Abstammung geht auf Kreuzungen verschiedener Wasserhunde, Setter und vermutlich auch des Neufundländers zurück. Maßgeblich an der Entwicklung der Rasse beteiligt war der britische Züchter S. E. Shirley, der als Gründer des Kennel Clubs auch die systematische Zucht des Flat Coated Retrievers vorantrieb.
Ursprünglich wurde die Rasse als Jagdhund für die Niederwildjagd gezüchtet, insbesondere für das Apportieren von geschossenem Federwild an Land und im Wasser. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war der Flat Coated Retriever der populärste Retriever in Großbritannien. Mit dem Aufstieg des Labrador und Golden Retrievers im frühen 20. Jahrhundert ging seine Verbreitung deutlich zurück. In den 1960er-Jahren befand sich die Rasse beinahe am Rande des Aussterbens, bevor engagierte Züchter den Bestand stabilisierten und langsam wieder aufbauten. Heute ist der Flat Coated Retriever zwar keine Moderasse, genießt aber unter Jägern, Hundesportlern und erfahrenen Hundehaltern einen ausgezeichneten Ruf.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Flat Coated Retriever ist ein mittelgroßer, elegant gebauter Hund mit einem kraftvollen, aber niemals plumpen Körperbau. Sein Erscheinungsbild strahlt Leichtigkeit und Bewegungsfreude aus. Der Kopf ist lang und sauber modelliert, mit einem nur leicht ausgeprägten Stop. Die mandelförmigen, dunkelbraunen bis haselnussbraunen Augen verleihen ihm seinen typischen freundlichen, intelligenten Ausdruck.
Das namensgebende flach anliegende Fell (englisch „flat coat") ist von mittlerer Länge, glatt bis leicht gewellt und besitzt eine dichte Unterwolle, die den Hund bei der Wasserarbeit vor Kälte und Nässe schützt. An Ohren, Brust, Bauch, Rückseite der Läufe und an der Rute bildet das Haar längere Befederungen. Gemäß Rassestandard sind ausschließlich die Farben Schwarz und Leberbraun anerkannt. Gelegentlich auftretende gelbe Welpen sind im Standard nicht zugelassen und werden von seriösen Zuchtverbänden von der Zucht ausgeschlossen.
Die Rute wird fröhlich, aber nicht über der Rückenlinie getragen. Der Gang ist raumgreifend, flüssig und mühelos – ein Zeichen für den ausdauernden Arbeitshund, der stundenlang im Gelände unterwegs sein kann.
Charakter & Wesen
Der Flat Coated Retriever wird oft als der „Peter Pan" unter den Retriever-Rassen bezeichnet, da er sich bis ins hohe Alter eine auffällige Verspieltheit und jugendliche Begeisterungsfähigkeit bewahrt. Er ist ein ausgesprochen fröhlicher, optimistischer Hund, der seine Menschen mit einer ansteckenden Lebensfreude begleitet.
Sein Wesen ist treu, anhänglich und menschenbezogen. Er sucht stets die Nähe seiner Familie und zeigt wenig Tendenz zum eigenständigen Streunen. Fremden gegenüber begegnet er in der Regel freundlich und aufgeschlossen, was ihn als Wachhund nur bedingt tauglich macht – zwar meldet er Besucher durchaus, doch aggressives Verhalten liegt ihm fern.
Die Rasse zeichnet sich durch eine hohe Intelligenz und ausgeprägte Arbeitsbereitschaft aus. Flat Coated Retriever sind arbeitswillig, lernfreudig und kooperativ. Sie reagieren sehr sensibel auf die Stimmungen ihres Halters, weshalb ein ruhiger, konsequenter, aber niemals harscher Erziehungsstil ideal ist. Übertriebene Härte kann diesen feinfühligen Hund nachhaltig verunsichern.
Haltung & Pflege
Der Flat Coated Retriever ist kein Hund für ein ruhiges Sofaleben. Er benötigt viel Auslauf, geistige Beschäftigung und eine enge Einbindung in den Familienalltag. Mindestens zwei Stunden aktive Bewegung pro Tag sind erforderlich, idealerweise ergänzt durch Apportierarbeit, Nasenarbeit, Dummytraining oder andere Formen der jagdlichen oder sportlichen Beschäftigung. Auch Agility, Obedience oder Rettungshundearbeit liegen dieser vielseitigen Rasse.
Zwingerhaltung oder lange Phasen des Alleinseins sind für diesen geselligen Hund nicht geeignet. Er braucht den engen Kontakt zu seiner Familie. Ein Haus mit Garten ist von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig, sofern die tägliche Auslastung gewährleistet ist.
Die Fellpflege ist moderat, aber regelmäßig durchzuführen. Das Fell sollte zwei- bis dreimal pro Woche gründlich gebürstet werden, um Verfilzungen besonders in den Befederungen zu vermeiden und lose Unterwolle zu entfernen. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst ist tägliches Bürsten empfehlenswert. Die Ohren sollten regelmäßig auf Verschmutzungen und Entzündungen kontrolliert werden, da Hängeohren anfälliger für Ohrinfektionen sind.
Ernährung
Der Flat Coated Retriever hat als aktiver Arbeitshund einen entsprechend hohen Energiebedarf. Die Ernährung sollte hochwertig und dem jeweiligen Aktivitätslevel, Alter und Gesundheitszustand angepasst sein. Ob Trockenfutter, Nassfutter, Barfen oder eine Kombination gewählt wird, ist weniger entscheidend als die