Fluke
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Definition & Überblick
Als Fluke (englisch: fluke, auch tail fluke) bezeichnet man die horizontal ausgerichteten, abgeflachten Schwanzlappen aquatischer Säugetiere, insbesondere der Wale (Cetacea), Seekühe (Sirenia) und einiger weiterer sekundär aquatisch lebender Säuger. Die Fluke ist das primäre Antriebsorgan dieser Tiere und stellt eine konvergente Anpassung an das Leben im Wasser dar. Im Gegensatz zur vertikal stehenden Schwanzflosse der Fische (Pinna caudalis) liegt die Fluke in der Horizontalebene – ein fundamentaler Unterschied, der die Abstammung dieser Tiere von landlebenden Säugetieren widerspiegelt.
Obwohl die Fluke äußerlich einer Fischflosse ähnelt, handelt es sich nicht um eine homologe, sondern um eine analoge Struktur. Sie enthält weder Knochen noch Knorpel, sondern besteht aus einem dichten Bindegewebskörper, der von der Haut umhüllt wird. Die Fluke ist damit ein eindrucksvolles Beispiel für evolutionäre Konvergenz im Bereich der Fortbewegungsorgane.
Aufbau & Struktur
Die Fluke setzt sich aus zwei symmetrischen Lappen zusammen, die als linker und rechter Flukelappen bezeichnet werden. Zwischen ihnen liegt die mediane Einkerbung (Median Notch), deren Tiefe artspezifisch variiert und bei der Artbestimmung von Walen als diagnostisches Merkmal herangezogen wird.
Der innere Aufbau der Fluke gliedert sich in folgende Schichten:
- Epidermis: Die äußere Hautschicht ist glatt und bei Cetaceen bemerkenswert dünn. Sie erneuert sich bei manchen Walarten bis zu zwölfmal schneller als beim Menschen, was die Strömungseigenschaften optimiert.
- Dermis (Corium): Eine kollagenfaserreiche Lederhaut, die dem Gewebe mechanische Festigkeit verleiht. Die Kollagenfasern sind in einem gekreuzten Muster angeordnet, das sowohl Steifigkeit als auch kontrollierte Flexibilität ermöglicht.
- Zentraler Bindegewebskern: Ein dichtes Netzwerk aus Kollagenfasern, elastischen Fasern und Fibrozyten, das die tragende Struktur der Fluke bildet. Dieses fibroelastische Gewebe ersetzt funktionell ein Skelett und überträgt die Kräfte der Schwanzmuskulatur auf die Wasseroberfläche.
- Gefäßsystem: Arterien und Venen durchziehen die Fluke in einem spezialisierten Gegenstrom-Wärmetauscher (Rete mirabile). Dieses Wundernetz minimiert den Wärmeverlust über die große Oberfläche der Fluke, indem arterielles warmes Blut das kühle venöse Rückflussblut vorwärmt.
Kaudal der letzten Schwanzwirbel (Vertebrae caudales) setzt die Fluke ohne knöcherne Stütze an. Die Kraftübertragung erfolgt über mächtige Sehnen und Faszien, die von der epaxialen und hypaxialen Schwanzmuskulatur – dem Musculus extensor caudae und dem Musculus flexor caudae – ausgehen.
Funktion
Die Fluke ist das Hauptantriebsorgan der Cetaceen. Die Fortbewegung erfolgt durch rhythmische dorsoventrale Schläge der Schwanzregion, wobei die Fluke als hydrodynamisches Profil wirkt. Im Querschnitt ähnelt sie einem Tragflächenprofil (ähnlich einem Flugzeugflügel), was bei der Auf- und Abwärtsbewegung Auftrieb und Vortrieb erzeugt.
Im Gegensatz zu Fischen, die ihre Schwanzflosse seitlich bewegen (laterale Undulation), nutzen Wale eine dorsoventrale Oszillation. Diese Bewegungsform ist biomechanisch effizienter für Säugetiere, deren Wirbelsäule durch die Evolution der Landtiere primär für sagittale Flexion und Extension ausgelegt ist.
Neben dem Vortrieb übernimmt die Fluke weitere Funktionen:
- Thermoregulation: Über das Gefäßnetz kann die Durchblutung reguliert und überschüssige Wärme abgegeben werden.
- Kommunikation: Das Schlagen der Fluke auf die Wasseroberfläche (Lobtailing) dient bei Großwalen der akustischen Signalgebung.
- Steuerung: Asymmetrische Flukenschläge ermöglichen Richtungswechsel und unterstützen Wendmanöver.
Unterschiede zwischen Tierarten
Innerhalb der Cetaceen zeigt die Fluke erhebliche morphologische Variation:
- Bartenwale (Mysticeti): Besitzen breite, kräftige Fluken mit relativ geringer Spannweite im Verhältnis zur Körperlänge. Beim Buckelwal (Megaptera novaeangliae) erreicht die Fluke eine Spannweite von bis zu 5,5 Metern. Die Unterseite der Fluke zeigt individuelle Pigmentierungsmuster, die zur Identifikation einzelner Tiere genutzt werden (Photo-ID).
- Zahnwale (Odontoceti): Delfine und Schweinswale besitzen proportional schlankere, sichelförmige Fluken, die auf hohe Geschwindigkeit und Wendigkeit optimiert sind. Der Große Tümmler (Tursiops truncatus) erreicht damit Geschwindigkeiten über 30 km/h.
- Seekühe (Sirenia): Die Manatis (Trichechus) besitzen eine paddelförmige, rundliche Schwanzflosse ohne deutliche Einkerbung, während die Dugongs (Dugong dugon) eine gegabelte, walförmige Fluke aufweisen – ein Unterscheidungsmerkmal beider Familien.
Besonderheiten
Die Fluke der Wale ist ein evolutionäres Novum, das innerhalb weniger Millionen Jahre entstand. Fossile Übergan