Gordon-setter
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Steckbrief
- Herkunft: Schottland (Großbritannien)
- FCI-Gruppe: Gruppe 7 – Vorstehhunde, Sektion 2.2 – Britische und irische Vorstehhunde (Setter), mit Arbeitsprüfung
- FCI-Standard Nr.: 6
- Größe: Rüden 66 cm, Hündinnen 62 cm (Schulterhöhe)
- Gewicht: Rüden 29–36 kg, Hündinnen 25–32 kg
- Lebenserwartung: 10–12 Jahre
- Fell: Langes, seidiges, leicht gewelltes Deckhaar mit dichter Unterwolle; ausgeprägte Befederung an Ohren, Brust, Bauch, Läufen und Rute
- Farben: Ausschließlich Schwarz mit kastanienrotem Brand (Black and Tan), klar abgegrenzte Abzeichen
Herkunft & Geschichte
Der Gordon Setter ist die älteste und schwerste der drei anerkannten Setter-Rassen und trägt den Namen seines bedeutendsten Förderers: Alexander Gordon, 4. Duke of Gordon. Auf dessen Schloss Gordon Castle in den schottischen Highlands wurde die Rasse ab dem späten 18. Jahrhundert gezielt gezüchtet. Das Zuchtziel war ein ausdauernder, robuster Vorstehhund, der im rauen schottischen Klima zuverlässig auf Federwild – insbesondere Moorschneehuhn und Rebhuhn – arbeitet.
Die Abstammung des Gordon Setters geht auf alte Setting Spaniels zurück, die bereits im 16. Jahrhundert in Großbritannien zur Federwildjagd eingesetzt wurden. In die frühe Zucht flossen vermutlich auch Blutlinien von Collies, Bloodhounds und Pointern ein. Der Duke of Gordon etablierte bis zu seinem Tod 1827 einen einheitlichen Typ, der sich durch die markante schwarz-braune Zeichnung von anderen Settern unterschied.
1842 importierten Daniel Webster und George Blunt die ersten Gordon Setter in die Vereinigten Staaten. Der britische Kennel Club erkannte die Rasse 1872 offiziell an. In Deutschland wird die Zucht heute vom Verein für Pointer und Setter (VPS) im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) betreut. Im Vergleich zu English und Irish Setter blieb der Gordon Setter stets weniger verbreitet, genießt aber unter Jägern und Liebhabern einen hervorragenden Ruf als leistungsstarker, vielseitiger Jagdhund.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Gordon Setter ist ein eleganter, dabei kräftig gebauter Hund mit deutlich mehr Substanz als seine Setter-Verwandten. Sein Körperbau ist harmonisch proportioniert: Der Rücken verläuft gerade, die Brust reicht tief bis zum Ellbogen, die Lenden sind breit und leicht gewölbt. Die Rute wird waagerecht oder leicht unterhalb der Rückenlinie getragen und ist an der Wurzel dick, verjüngt sich gleichmäßig zur Spitze.
Der Kopf ist markant und edel geformt, mit einem deutlichen Stopp, einem langen, fast quadratischen Fang und gut entwickelten Lefzen. Die dunklen, klugen Augen verleihen dem Gordon Setter seinen typischen aufmerksamen und sanften Ausdruck. Die tief angesetzten, mittelgroßen Hängeohren liegen flach am Kopf an und sind reich befedert.
Das Fell ist das optische Markenzeichen der Rasse. Es ist glänzend, seidig und am Körper glatt bis leicht gewellt – niemals lockig. An Ohren, der Unterseite des Rumpfes, den Rückseiten der Läufe und an der Rute bildet das Haar üppige Fransen (Befederung). Die Fellfarbe ist laut Rassestandard ausschließlich Tiefschwarz mit kastanienrotem bis mahagonifarbenem Brand. Die Brandabzeichen finden sich über den Augen, an den Seiten des Fangs, an Kehle und Brust, an den Innenseiten der Hinterläufe sowie unter der Rute. Eine kleine weiße Brustmarkierung ist gemäß FCI-Standard zulässig, aber nicht erwünscht.
Charakter & Wesen
Der Gordon Setter ist ein treuer, anhänglicher Familienhund mit einem ausgeprägten Arbeitswillen. Er bindet sich eng an seine Bezugspersonen und zeigt ein deutlich stärkeres Loyalitätsverhalten als viele andere Jagdhundrassen. Fremden gegenüber verhält er sich zunächst reserviert und wachsam, ohne dabei aggressiv zu werden.
Im Feld arbeitet der Gordon Setter gründlich, methodisch und mit großer Ausdauer. Er sucht das Gelände etwas enger ab als English oder Irish Setter, dafür mit bemerkenswerter Konzentration und Zuverlässigkeit. Seine feine Nase und das sichere Vorstehen machen ihn zu einem geschätzten Jagdbegleiter auf Federwild.
Im häuslichen Umfeld zeigt sich der Gordon Setter verspielt, intelligent und sensibel. Harte Erziehungsmethoden verträgt er schlecht – er reagiert am besten auf konsequente, aber geduldige und einfühlsame Führung. Mit Kindern geht er in der Regel sanft und geduldig um. Sein Temperament ist im Vergleich zu den anderen Setter-Rassen etwas ruhiger und ausgeglichener, dennoch benötigt er ausreichend geistige und körperliche Beschäftigung, um ausgeglichen zu bleiben.
Haltung & Pflege
Der Gordon Setter ist kein Stadthund und keine Rasse für bequeme Halter. Er braucht täglich mindestens zwei Stunden aktiven Auslauf – idealerweise in der freien Natur, wo er seinem natürlichen Suchverhalten nachgehen kann. Jagdliche Führung, Dummy-Training, Mantrailing oder Fährtenarbeit sind ausgezeichnete Beschäftigungsformen, die seinem Naturell entsprechen. Auch als Begleithund beim Reiten oder Radfahren eignet er sich hervorragend.
Die Fellpflege erfordert Regelmäßigkeit: Zwei- bis dreimal wöchentliches Bürsten verhindert Verfilzungen, besonders an den stark befederten Partien. Die Ohren sollten regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden, da die hängenden Ohrmuscheln schlecht belüftet sind und Ohrentzündungen begünstigen können. Nach Spaziergängen im Unterholz ist der Hund auf Kletten, Grannen und Zecken abzusuchen. Ein gelegentliches Trimmen der Befederung an den Pfoten hält diese sauber und verhindert, dass sich Schmu