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Großer Panda

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Tierart – Säugetiere > Raubtiere – Bären

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ailuropoda melanoleuca
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Familie: Bären (Ursidae)
  • Gattung: Ailuropoda
  • Lebensraum: Bergwälder Zentralchinas mit dichtem Bambusbewuchs
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 120–180 cm, Schulterhöhe 60–90 cm
  • Gewicht: 80–160 kg, Männchen im Durchschnitt etwa 20 % schwerer als Weibchen
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 30 Jahre in menschlicher Obhut

Aussehen & Merkmale

Der Große Panda – oft schlicht Pandabär genannt – gehört zu den bekanntesten Säugetieren der Welt. Sein Erscheinungsbild ist unverwechselbar: Das dichte, wollige Fell ist überwiegend weiß, während die Beine, die Schulterpartie, die Ohren und die charakteristischen Augenflecken tiefschwarz gefärbt sind. Diese kontrastreiche Zeichnung dient nach heutigem Forschungsstand sowohl der Tarnung in den schneereichen und schattigen Bergwäldern als auch der innerartlichen Kommunikation.

Der Körperbau ist gedrungen und kräftig. Der Schädel ist im Vergleich zu anderen Bärenarten auffallend breit, was auf die stark entwickelte Kaumuskulatur zurückzuführen ist. Der Unterkiefer und die Jochbeinbögen bieten Ansatzflächen für die massiven Muskeln, die zum Zerkleinern harter Bambusstängel nötig sind. Die Backenzähne sind verbreitert und flach – eine Anpassung an die pflanzliche Kost, die innerhalb der Familie der Bären einzigartig ist.

Eine anatomische Besonderheit ist der sogenannte „Pseudodaumen": Ein verlängertes Sesambein am Handgelenk, das wie ein sechster Finger funktioniert und es dem Tier ermöglicht, Bambushalme präzise zu greifen und zu halten.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Großen Pandas beschränkt sich heute auf wenige Gebirgszüge in den chinesischen Provinzen Sichuan, Shaanxi und Gansu. Dort besiedelt er gemäßigte Bergwälder in Höhenlagen zwischen 1.200 und 3.400 Metern. Sein Habitat ist eng an das Vorkommen von Bambus gebunden: Nur dort, wo großflächige Bambusbestände das Unterholz dominieren, findet der Panda ausreichend Nahrung.

Historisch erstreckte sich das Biotop der Art über weite Teile Ost- und Südchinas sowie Teile Myanmars und Nordvietnams. Durch Rodung, landwirtschaftliche Expansion und Besiedlung wurde das Areal im Laufe der Jahrhunderte drastisch reduziert. Heute leben die verbliebenen Populationen in fragmentierten Waldinseln, die durch Korridorprojekte zunehmend wieder miteinander verbunden werden sollen.

Ernährung

Obwohl der Große Panda taxonomisch zu den Raubtieren zählt und sein Verdauungstrakt dem eines typischen Karnivoren entspricht, besteht seine Nahrung zu rund 99 % aus Bambus. Er frisst Blätter, Triebe, Stängel und Sprossen verschiedener Bambusarten – je nach Jahreszeit bevorzugt er unterschiedliche Pflanzenteile und Bambusarten, was saisonale Wanderungen in verschiedene Höhenlagen auslöst.

Da Bambus nährstoffarm und schwer verdaulich ist, muss ein ausgewachsener Panda täglich 12 bis 38 Kilogramm davon aufnehmen. Er verbringt daher bis zu 14 Stunden am Tag mit Fressen. Gelegentlich ergänzt er seine Kost mit Gräsern, Knollen, kleinen Nagetieren oder Aas, doch diese Bestandteile sind quantitativ vernachlässigbar. Der Energiehaushalt des Pandabären ist insgesamt auf Sparsamkeit ausgelegt: Sein Grundumsatz liegt deutlich unter dem vergleichbar großer Säugetiere.

Verhalten & Lebensweise

Große Pandas sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, zeigen aber auch tagsüber Aktivitätsphasen – insbesondere während der Nahrungsaufnahme. Sie leben einzelgängerisch und beanspruchen Reviere von vier bis sechs Quadratkilometern, die sich mit denen anderer Individuen teilweise überlappen. Die Markierung des Territoriums erfolgt über Duftmarken, die an Bäumen und Felsen hinterlassen werden. Dabei setzen die Tiere Sekrete einer Analdrüse ein und reiben ihre Anogenitalregion an erhöhten Stellen, um die Markierung möglichst weithin wahrnehmbar zu platzieren.

Trotz ihres massigen Körperbaus sind Pandas gute Kletterer und ziehen sich zum Ruhen gelegentlich in Baumkronen oder Felshöhlen zurück. Anders als viele andere Bärenarten halten Große Pandas keinen Winterschlaf, da Bambus ganzjährig verfügbar ist und die Tiere keine ausreichenden Fettreserven aufbauen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in die Monate März bis Mai. Weibchen sind nur ein- bis dreimal jährlich für jeweils 24 bis 72 Stunden empfängnisbereit, was die natürliche Reproduktionsrate erheblich einschränkt. Während der Balz äußern Männchen vermehrt Rufe und suchen aktiv nach paarungsbereiten Weibchen; unter konkurrierenden Männchen kommt es zu Rangkämpfen.

Nach einer Tragzeit von 95 bis 160 Tagen – die Schwankung entsteht durch eine verzögerte Einnistung der befruchteten Eizelle (Keimruhe) – bringt das Weibchen meist ein einzelnes Jungtier zur Welt, seltener Zwillinge. Neugeborene Pandas wiegen nur 90 bis 130 Gramm und gehören damit, gemessen am Gewicht der Mutter, zu den kleinsten Neugeborenen aller plazentalen Säugetiere. Sie sind blind, nahezu nackt und vollständig auf die Fürsorge der Mutter angewiesen. Erst nach etwa sechs bis acht Wochen öffnen die Jungtiere die Augen. Mit rund sechs Monaten beginnen sie, Bambus zu fressen, werden aber bis zu einem Alter von acht bis neun