Herzinsuffizienz
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Definition & Überblick
Herzinsuffizienz bezeichnet die unzureichende Fähigkeit des Herzens, den Körper mit ausreichend Blut und damit mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Es handelt sich nicht um eine eigenständige Erkrankung, sondern um ein klinisches Syndrom, das als Folge verschiedener Herzerkrankungen entsteht. In der Tiermedizin betrifft Herzinsuffizienz vor allem Hunde und Katzen, kann jedoch grundsätzlich bei allen Wirbeltieren auftreten.
Man unterscheidet zwischen akuter Herzinsuffizienz, die plötzlich einsetzt und einen Notfall darstellt, und chronischer Herzinsuffizienz, die sich über Monate bis Jahre schleichend entwickelt. Darüber hinaus differenziert die Tiermedizin zwischen Linksherzinsuffizienz (betrifft die linke Herzhälfte, führt häufig zu Lungenödem), Rechtsherzinsuffizienz (betrifft die rechte Herzhälfte, führt zu Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum) und einer globalen Herzinsuffizienz, bei der beide Herzhälften betroffen sind.
Die Einteilung des Schweregrades erfolgt häufig nach dem ISACHC-Schema (International Small Animal Cardiac Health Council) oder dem ACVIM-Staging (American College of Veterinary Internal Medicine), das vier Stadien von A bis D umfasst – von der Prädisposition ohne erkennbare Erkrankung bis hin zur therapieresistenten Herzinsuffizienz im Endstadium.
Ursachen & Risikofaktoren
Die Ursachen für Herzinsuffizienz sind vielfältig und unterscheiden sich je nach Tierart und Rasse erheblich:
- Degenerative Mitralklappenerkrankung (Endokardiose): Die häufigste Herzerkrankung beim Hund, besonders bei kleinen und mittelgroßen Rassen wie Cavalier King Charles Spaniel, Dackel und Pudel. Die Herzklappen verdicken sich und schließen nicht mehr vollständig, was zu einer Klappeninsuffizienz mit Blutrückfluss führt.
- Dilatative Kardiomyopathie (DCM): Eine Erkrankung des Herzmuskels, bei der sich die Herzkammern erweitern und die Kontraktionskraft abnimmt. Betroffen sind vor allem große Hunderassen wie Dobermann, Deutsche Dogge und Irischer Wolfshund.
- Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM): Die häufigste Herzerkrankung bei Katzen. Der Herzmuskel verdickt sich krankhaft, wodurch sich die Herzkammern verengen und weniger Blut aufnehmen können. Rasseprädispositionen bestehen bei Maine Coon, Ragdoll und Britisch Kurzhaar.
- Angeborene Herzfehler: Persistierender Ductus arteriosus (PDA), Pulmonalstenose oder Ventrikelseptumdefekte können bereits bei Jungtieren zu Herzinsuffizienz führen.
- Perikarderguss: Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel, die das Herz einengt und seine Füllung behindert (Herzbeuteltamponade).
- Herzwurmerkrankung (Dirofilariose): In südlichen Regionen und zunehmend auch in Mitteleuropa relevant, verursacht durch den Parasiten Dirofilaria immitis.
Zu den Risikofaktoren zählen neben der genetischen Prädisposition auch Adipositas, fortgeschrittenes Alter, unbehandelte Schilddrüsenerkrankungen (Hyperthyreose bei der Katze), Bluthochdruck sowie Nierenerkrankungen, die das Herz-Kreislauf-System zusätzlich belasten.
Symptome & Erkennung
Die Symptome einer Herzinsuffizienz entwickeln sich bei chronischem Verlauf schleichend und werden von Tierhaltern anfangs oft als altersbedingt fehlgedeutet. Typische Anzeichen sind:
- Leistungsintoleranz und schnelle Ermüdung: Das Tier zeigt weniger Ausdauer bei Spaziergängen oder Spielen, bleibt häufiger stehen oder legt sich hin.
- Husten: Besonders beim Hund ein wichtiges Frühsymptom der Linksherzinsuffizienz. Der Husten tritt häufig nachts oder nach Belastung auf und wird durch ein vergrößertes Herz (Kompression der Hauptbronchien) oder ein beginnendes Lungenödem verursacht.
- Erhöhte Atemfrequenz und Atemnot (Dyspnoe): Besonders bei Katzen ein zentrales Warnsignal. Eine Ruheatemfrequenz über 30 Atemzüge pro Minute gilt als verdächtig.
- Bauchwassersucht (Aszites): Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle als Zeichen einer Rechtsherzinsuffizienz, erkennbar an einem zunehmend aufgeblähten Bauch.
- Synkopen (Ohnmachtsanfälle): Kurze Bewusstlosigkeit durch verminderte Hirndurchblutung, oft ausgelöst durch Aufregung oder Anstrengung.
- Zyanose: Bläuliche Verfärbung der Schleimhäute als Zeichen einer schweren Sauerstoffunterversorgung.
- Gewichtsverlust und Muskelschwund (kardiale Kachexie): In fortgeschrittenen Stadien verlieren betroffene Tiere trotz normalem oder vermindertem Appetit an Körpermasse.
Diagnose
Die Diagnose einer Herzinsuffizienz stützt sich auf mehrere sich ergänzende Untersuchungsverfahren:
Bereits die klinische Untersuchung liefert wichtige Hinweise. Bei der Auskultation mit dem Stethoskop können Herzgeräusche (systolisch oder diastolisch), Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) und pathologische Lungengeräusche festgestellt werden. Puls, Schleimhautfarbe und kapilläre Rückfüllzeit geben Aufschluss über die Kreislaufsituation.
Die Echokardiografie (Herzultraschall) ist die wichtigste bildgebende Methode in der kardiologischen Diagnostik. Sie ermöglicht die Beurteilung der Herzklappen, der