Husten
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Definition & Überblick
Husten (lateinisch Tussis) ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Schutzmechanismus der Atemwege. Er dient dazu, Fremdkörper, Schleim, Staub oder Krankheitserreger aus den Atemwegen zu entfernen. Dabei kommt es zu einer reflexartigen, stoßweisen Ausatmung gegen die zunächst geschlossene Stimmritze (Glottis), die sich dann schlagartig öffnet und einen kräftigen Luftstrom erzeugt.
Husten tritt bei nahezu allen Haus- und Nutztierarten auf – besonders häufig bei Hunden, Katzen, Pferden und Rindern. Während gelegentliches Husten physiologisch und harmlos sein kann, deutet anhaltender, wiederkehrender oder starker Husten fast immer auf eine zugrunde liegende Erkrankung hin. Die Ursachen reichen von banalen Infekten bis hin zu lebensbedrohlichen Herz- oder Tumorerkrankungen. Eine sorgfältige diagnostische Abklärung ist daher unverzichtbar.
Man unterscheidet grundsätzlich zwischen akutem Husten (weniger als zwei Wochen bestehend) und chronischem Husten (länger als zwei bis drei Wochen andauernd). Ebenso wird zwischen produktivem Husten (mit Auswurf, also Schleimbildung) und unproduktivem, trockenem Husten (Reizhusten ohne Schleim) differenziert – eine Unterscheidung, die für die Therapiewahl entscheidend ist.
Ursachen & Risikofaktoren
Die Ursachen für Husten bei Tieren sind vielfältig und betreffen unterschiedliche Organsysteme:
- Infektionskrankheiten: Viren (z. B. canines Parainfluenzavirus, equines Influenzavirus), Bakterien (z. B. Bordetella bronchiseptica beim sogenannten Zwingerhusten des Hundes), Pilze und Mykoplasmen zählen zu den häufigsten Auslösern. Beim Pferd ist die Druse (Infektion mit Streptococcus equi) ein klassisches Beispiel.
- Parasitäre Ursachen: Lungenwürmer (Angiostrongylus vasorum, Dictyocaulus viviparus), Herzwürmer (Dirofilaria immitis) oder Lungenmilben können insbesondere bei jungen oder immungeschwächten Tieren schweren Husten verursachen.
- Herzerkrankungen: Bei Hunden kleiner Rassen führt die Mitralklappeninsuffizienz häufig zu einem vergrößerten linken Vorhof, der auf den linken Hauptbronchus drückt und so chronischen Husten auslöst – den sogenannten Herzhusten.
- Allergien und Umweltfaktoren: Felines Asthma bei Katzen, Recurrent Airway Obstruction (RAO, früher COPD) beim Pferd – ausgelöst durch Staub, Schimmelpilzsporen oder Ammoniak in schlecht belüfteten Ställen.
- Fremdkörper: Eingeatmete Grannen, Grashalme oder kleine Gegenstände können akuten, heftigen Husten provozieren.
- Tumoren: Primäre Lungentumoren oder – deutlich häufiger – Lungenmetastasen anderer Krebserkrankungen verursachen oft chronischen, therapieresistenten Husten.
- Trachealkollaps: Vor allem bei kleinen Hunderassen (Yorkshire Terrier, Chihuahua) kommt es zu einer Instabilität der Luftröhrenknorpelspangen, die den typischen, gänseartigen Husten erzeugt.
Risikofaktoren umfassen beengte Haltungsbedingungen mit hohem Infektionsdruck, mangelnde Stallhygiene, fehlende Impfungen, Immunschwäche, hohes Alter sowie rassebedingte Prädispositionen wie die Brachyzephalie bei Möpsen oder Bulldoggen.
Symptome & Erkennung
Die Art des Hustens gibt bereits erste Hinweise auf die Ursache:
- Trockener Reizhusten: Typisch für Trachealkollaps, beginnende Infektionen oder Herzhusten. Oft anfallsartig, besonders nachts oder nach Aufregung.
- Feuchter, produktiver Husten: Deutet auf Schleimbildung in den unteren Atemwegen hin – häufig bei Bronchitis, Pneumonie oder fortgeschrittenen Infektionen.
- Würgender Husten mit Auswurf: Typisch für den Zwingerhusten beim Hund, oft gefolgt von Würgebewegungen oder Erbrechen von Schleim.
Begleitsymptome, auf die Tierhalter achten sollten, sind Nasenausfluss (serös, mukös oder eitrig), Niesen, Atemnot (Dyspnoe) mit erhöhter Atemfrequenz, Leistungsabfall, Appetitlosigkeit, Fieber, Abgeschlagenheit sowie bläulich verfärbte Schleimhäute (Zyanose) als Zeichen einer unzureichenden Sauerstoffversorgung.
Diagnose
Die diagnostische Aufarbeitung beginnt mit einer gründlichen Anamnese: Seit wann besteht der Husten? Wie klingt er? Wann tritt er auf? Gibt es Kontakttiere mit ähnlichen Symptomen?
Es folgt die klinische Allgemeinuntersuchung mit besonderem Augenmerk auf die Auskultation (Abhören) von Lunge und Herz. Dabei können verschärfte Atemgeräusche, Rasseln, Giemen oder Herzgeräusche festgestellt werden. Ein Provokationstest durch leichten Druck auf die Luftröhre (Trachealreflex) kann die Hustenbereitschaft prüfen.
Weiterführende Diagnostik umfasst:
- Röntgenaufnahmen des Thorax: Unverzichtbar zur Beurteilung von Lungengewebe, Herzsilhouette, Trachealdurchmesser und möglichen Umfangsvermehrungen.
- Blutunters