Imker
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Definition und Überblick
Ein Imker ist eine Person, die Honigbienen hält, pflegt und vermehrt. Die Tätigkeit wird als Imkerei oder Bienenzucht bezeichnet und umfasst sowohl die Betreuung der Bienenvölker als auch die Gewinnung von Bienenprodukten wie Honig, Wachs, Propolis, Pollen und Gelée Royale. Der Begriff „Imker" leitet sich vom niederdeutschen Wort „Imme" (Biene) und „Kar" (Gefäß, Korb) ab und verweist auf die historische Bienenhaltung in Strohkörben, den sogenannten Bienenkörben oder Stülpern.
Die Imkerei ist eine der ältesten Formen der Nutztierhaltung. Bereits im alten Ägypten und in der Antike wurden Bienen systematisch gehalten. Heute wird zwischen Freizeitimkerei, Nebenerwerbsimkerei und Berufsimkerei unterschieden. In Deutschland betreiben rund 150.000 Menschen Bienenhaltung, wobei die große Mehrheit dies als Hobby ausübt. Ein Berufsimker bewirtschaftet in der Regel mehr als 100 Bienenvölker.
Aufgaben und Tätigkeiten
Die Arbeit eines Imkers folgt dem Jahreszyklus der Bienen und erfordert fundiertes Wissen über Bienenbiologie, Ökologie und Pflanzenkunde. Zu den zentralen Aufgaben gehören:
- Völkerführung: Regelmäßige Kontrolle der Bienenvölker auf Gesundheit, Volksstärke und Weiselrichtigkeit (Vorhandensein einer legenden Königin). Der Imker öffnet die Beuten – so heißen die Behausungen der Bienenvölker – und beurteilt den Zustand der Waben, die Brutentwicklung und den Futtervorrat.
- Schwarmkontrolle: Im Frühjahr und Frühsommer neigen starke Völker zum Schwärmen. Der Imker ergreift Maßnahmen, um das unkontrollierte Abschwärmen zu verhindern, etwa durch Ablegerbildung oder das Brechen von Weiselzellen.
- Honigernte: Die mit Honig gefüllten Waben werden entnommen und in einer Honigschleuder durch Zentrifugalkraft entleert. Anschließend wird der Honig gesiebt, gerührt und in Gläser abgefüllt. Die Qualitätssicherung nach der Honigverordnung gehört dabei zu den Pflichten des Imkers.
- Krankheitsbekämpfung: Die Bekämpfung der Varroamilbe (Varroa destructor) ist eine der dringlichsten Aufgaben. Dieser Parasit befällt seit den 1980er-Jahren europäische Honigbienenvölker und kann ohne Behandlung zum Absterben ganzer Völker führen. Imker setzen organische Säuren wie Ameisensäure oder Oxalsäure ein oder nutzen biotechnische Verfahren.
- Einwinterung und Auffütterung: Nach der letzten Honigernte werden die Völker mit Zuckerlösung oder Futterteig versorgt, damit sie ausreichend Wintervorräte anlegen können.
- Wachsverarbeitung: Altwaben werden eingeschmolzen, das Bienenwachs gereinigt und zu neuen Mittelwänden verarbeitet. Ein geschlossener Wachskreislauf verhindert die Anreicherung von Schadstoffen.
Ausbildung und rechtliche Grundlagen
In Deutschland existiert der anerkannte Ausbildungsberuf Tierwirt – Fachrichtung Imkerei. Die dreijährige duale Ausbildung vermittelt Kenntnisse in Bienenhaltung, Zucht, Bienengesundheit, Honiggewinnung und Vermarktung. Voraussetzung ist in der Regel ein Hauptschulabschluss. Darüber hinaus bieten Imkervereine, Landesverbände und Bieneninstitute Anfängerkurse und Fortbildungen an, die vor allem Hobbyimkern den Einstieg erleichtern.
Die Bienenhaltung unterliegt in Deutschland verschiedenen rechtlichen Vorgaben. Das Bienenseuchenrecht, geregelt in der Bienenseuchen-Verordnung, schreibt unter anderem die Meldepflicht für bestimmte Krankheiten wie die Amerikanische Faulbrut vor. Zudem müssen Bienenvölker beim zuständigen Veterinäramt angemeldet werden. Für die Vermarktung von Honig gelten die Bestimmungen der Honigverordnung sowie lebensmittelrechtliche Hygienevorschriften. Imker, die Honig unter dem Qualitätssiegel des Deutschen Imkerbundes (D.I.B.) verkaufen möchten, müssen zusätzliche Qualitätskriterien erfüllen, etwa einen maximalen Wassergehalt von 18 Prozent.
Bedeutung für Ökologie und Landwirtschaft
Die ökologische Bedeutung der Imkerei reicht weit über die Honigproduktion hinaus. Honigbienen zählen zusammen mit Wildbienen, Hummeln und anderen Insekten zu den wichtigsten Bestäubern von Wild- und Kulturpflanzen. Rund 80 Prozent der heimischen Blütenpflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. In der Landwirtschaft steigert die gezielte Bienenbestäubung den Ertrag bei Obst, Raps, Sonnenblumen und zahlreichen Gemüsearten erheblich. Der volkswirtschaftliche Wert der Bestäubungsleistung übersteigt den Wert der Honigproduktion um ein Vielfaches.
Imker leisten damit einen direkten Beitrag zur Biodiversität und zur Ernährungssicherheit. Gleichzeitig stehen sie vor wachsenden Herausforderungen: Monokulturen in der Landwirtschaft reduzieren das Nahrungsangebot für Bienen, der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln – insbesondere Neonicotinoide – kann Bienenvölker schädigen, und der Klimawandel verschiebt Blühzeitpunkte, was die Synchronisation zwischen Bienenentwicklung und Trachtangebot stört.
Imkerei und Tierschutz
Obwohl Honigbienen keine Wirbeltiere sind und nicht direkt unter das Tierschutzgesetz in seiner klassischen Anwendung fallen, gelten sie nach deutschem Recht als Nutztiere. Die Haltung unterliegt daher der allgemeinen S