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Irish-setter

I

Rassen > Hunderassen – Jagdhunde

Steckbrief

  • Herkunft: Irland
  • FCI-Gruppe: Gruppe 7 – Vorstehhunde, Sektion 2 – Britische und Irische Vorstehhunde (mit Arbeitsprüfung)
  • FCI-Standard Nr.: 120
  • Größe: Rüden 58–67 cm, Hündinnen 55–62 cm (Widerristhöhe)
  • Gewicht: 27–32 kg (Rüden), 24–29 kg (Hündinnen)
  • Lebenserwartung: 12–15 Jahre
  • Fell: Mittellang, seidig, glatt bis leicht gewellt, mit ausgeprägter Befederung an Ohren, Brust, Läufen und Rute
  • Farben: Sattes Kastanienrot (Mahagoni) ohne Schwarz; kleine weiße Abzeichen an Brust, Kehle oder Stirn sowie schmale Blessen sind gemäß Rassestandard zulässig

Herkunft & Geschichte

Die Abstammung des Irish Setters lässt sich bis ins 18. Jahrhundert nach Irland zurückverfolgen. Seine Vorfahren waren rot-weiße Vorstehhunde, aus denen irische Züchter durch gezielte Selektion eine einfarbig rote Linie herausarbeiteten. Bereits um 1800 galt der rein rote Setter auf der irischen Insel als eigenständiger Schlag, der sich vom älteren Irish Red and White Setter deutlich unterschied. Die erste schriftliche Erwähnung als eigenständige Rasse datiert auf das Jahr 1812.

Im viktorianischen Zeitalter erlangte die Rasse auch in England enorme Popularität – zunächst als leistungsfähiger Jagdhund auf Federwild, später zunehmend als Ausstellungshund. Der irische Zuchtverband und der Kennel Club legten schließlich einen verbindlichen Rassestandard fest, der das elegante Erscheinungsbild und die jagdliche Leistungsfähigkeit gleichermaßen betonte. Die FCI übernahm den Standard unter der Nummer 120. Bis heute existieren zwei Zuchtlinien: eine eher leichtere, sportliche Arbeitslinie (Field Trial) und eine kräftigere Showlinie mit üppigerem Haarkleid.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Irish Setter ist ein athletischer, harmonisch proportionierter Hund von mittlerer bis großer Statur. Sein Körperbau wirkt elegant, aber niemals schmächtig. Der Kopf ist lang und schmal mit einem deutlichen Stop, die Schnauze mäßig tief. Die tiefangesetzten Ohren sind von mittlerer Länge, dünn und fallen dicht an den Wangen herab. Die dunklen, haselnuss- bis dunkelbraunen Augen verleihen dem Irish Setter seinen typischen sanften, aufmerksamen Ausdruck.

Das Fell ist das wohl auffälligste Merkmal: Es glänzt seidig in sattem Kastanienrot und bildet an der Unterseite des Körpers, an den Ohren, an der Rückseite der Läufe sowie an der Rute üppige Befederung aus. Die Rute wird waagerecht oder leicht unterhalb der Rückenlinie getragen und verjüngt sich zu einer feinen Spitze. Die Bewegungen sind raumgreifend, flüssig und von beeindruckender Eleganz – im Feld zeigt der Irish Setter einen charakteristischen, weit ausholenden Galopp mit hoher Kopfhaltung.

Charakter & Wesen

Wer einen Irish Setter erlebt, vergisst ihn nicht so schnell. Dieser Hund ist ein Bündel aus Lebensfreude, Energie und Zuneigung. Er gilt als ausgesprochen freundlich, treu und menschenbezogen. Fremden gegenüber zeigt er sich aufgeschlossen – als Wachhund taugt er daher nur bedingt, auch wenn er durchaus wachsam ist und anschlägt.

Im Kern bleibt der Irish Setter ein Jagdhund mit starkem Finderwillen und großer Passion. Im Feld arbeitet er selbstständig, weiträumig und mit enormem Tempo. Diese Eigenständigkeit kann im Alltag als Sturheit missverstanden werden. Tatsächlich braucht die Rasse eine konsequente, aber stets positive Erziehung ohne Härte. Irish Setter reifen vergleichsweise spät – manche Halter berichten, dass ihr Hund erst mit drei oder vier Jahren wirklich erwachsen wirkt. Dieses lang anhaltende, verspielte Wesen ist Teil seines Charmes, erfordert aber Geduld.

Im Familienverband ist er anhänglich und verträglich mit Kindern. Auch mit anderen Hunden kommt er in der Regel gut zurecht. Einsamkeit und Langeweile sind dagegen Gift für diesen sensiblen Hund – Verhaltensauffälligkeiten wie übermäßiges Bellen oder destruktives Verhalten sind fast immer Folge von Unterforderung.

Haltung & Pflege

Der Irish Setter ist kein Wohnungshund im klassischen Sinn. Er braucht ausgiebigen Auslauf – mindestens zwei Stunden täglich, idealerweise mit Freilauf in sicherem Gelände. Neben körperlicher Beschäftigung schätzt er geistige Herausforderungen: Dummytraining, Fährtenarbeit, Mantrailing oder die jagdliche Arbeit bieten artgerechte Auslastung. Auch als Begleiter beim Joggen, Radfahren oder Reiten fühlt er sich wohl.

Die Fellpflege ist etwas aufwändiger als bei kurzfelligen Rassen, aber keineswegs übermäßig. Zwei- bis dreimaliges gründliches Bürsten pro Woche verhindert Verfilzungen, besonders in den befederten Bereichen. Die Ohren verdienen besondere Aufmerksamkeit: Durch die hängenden, dicht behaarten Ohrmuscheln neigen Irish Setter zu Ohrentzündungen. Regelmäßige Kontrolle und sanfte Reinigung sind Pflicht. Das Fell wird in der Regel nicht geschoren, sondern allenfalls an den Pfoten und unter den Ohren leicht ausgedünnt.

Ernährung

Der Irish Setter ist ein aktiver Hund mit hohem Energiebedarf. Hochwertiges Futter – ob Nass-, Trocken- oder Rohfütterung (BARF) – sollte einen hohen Fleischanteil und ausgewogene Nährstoffe bieten. Aufgrund seiner Neigung zur Magendrehung empfiehlt es sich, die Tagesration auf mindestens zwei Mahlzeiten zu verteilen und nach dem Fressen eine Ruhepause einzuhalten. Hektisches Schlingen kann durch Anti-Schling-Näpfe oder das Verfüttern auf einer erhöhten Flä