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Kescher

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Definition und Überblick

Ein Kescher ist ein handgeführtes Fangwerkzeug, das in der Aquaristik und Terraristik zum schonenden Einfangen, Umsetzen und Herausnehmen von Tieren aus Aquarien, Terrarien oder Zuchtbehältern verwendet wird. Er besteht in der Regel aus einem Stiel, einem Rahmen (auch Bügel genannt) und einem daran befestigten Netz. In der Aquaristik gehört der Kescher – häufig auch als Fangnetz, Aquarienkescher oder Fischnetz bezeichnet – zur Grundausstattung jedes Aquarianers. Auch in der Terraristik kommen speziell angepasste Kescher zum Einsatz, etwa beim Fangen von Futterinsekten oder kleinen Amphibien.

Aufbau und Materialien

Der grundlegende Aufbau eines Keschers ist seit Jahrzehnten weitgehend unverändert. Die drei Hauptkomponenten sind:

  • Stiel (Griff): Meist aus Kunststoff, Holz oder Aluminium gefertigt. Die Länge variiert je nach Einsatzzweck zwischen 15 und 50 Zentimetern. Für tiefe Aquarien oder Teiche gibt es Ausführungen mit Teleskopstiel, die sich auf über einen Meter ausziehen lassen.
  • Rahmen (Bügel): Der Rahmen besteht häufig aus Draht oder beschichtetem Metall und gibt dem Netz seine Form. Übliche Formen sind rechteckig, rund oder oval. In der Aquaristik dominieren rechteckige Rahmen, da sie sich besser an die Ecken und Kanten eines Beckens anpassen lassen.
  • Netz: Das Netzmaterial ist ein entscheidender Qualitätsfaktor. Gängig sind feinmaschige Gewebe aus Nylon, Polyester oder weichem Tüll. Für empfindliche Tiere wie Garnelen, Jungfische oder Axolotl werden besonders feinmaschige und weiche Netze verwendet, die Verletzungen der Haut, Schuppen oder Kiemen minimieren.

Hochwertige Kescher zeichnen sich durch saubere Nähte, rostfreie Rahmen und eine angenehme Griffergonomie aus. Billigprodukte weisen gelegentlich scharfe Kanten am Bügel oder grobe Netzstrukturen auf, die insbesondere bei kleinen Fischen und Wirbellosen zu Verletzungen führen können.

Größen und Maschenweiten

Die Wahl der richtigen Keschergröße richtet sich nach dem Beckenvolumen und der Größe der Tiere. Für Nano-Aquarien mit Zwerggarnelen genügen kleine Kescher mit einer Netzöffnung von etwa 5 × 4 Zentimetern und extrem feiner Maschenweite. Standardkescher für Süßwasseraquarien haben Öffnungen zwischen 8 × 10 und 15 × 20 Zentimetern. Für große Cichliden oder Koi in Gartenteichen kommen Kescher mit Durchmessern von 30 Zentimetern und mehr zum Einsatz.

Die Maschenweite bestimmt, welche Tiere sicher gefangen werden können, ohne durch das Netz zu schlüpfen oder sich darin zu verfangen. Grobe Maschen eignen sich für größere Fische und ermöglichen einen geringeren Wasserwiderstand beim Eintauchen. Feinmaschige Netze sind unverzichtbar für Jungfische (Brut), Garnelen, Schnecken und Futtertiere wie Artemia oder Daphnien.

Anwendung in der Aquaristik

Der Kescher wird in der Aquaristik für verschiedene Aufgaben eingesetzt:

  • Umsetzen von Fischen: Beim Umzug in ein anderes Becken, bei Quarantänemaßnahmen oder beim Verkauf und Transport von Tieren ist der Kescher das Mittel der Wahl.
  • Entfernen von Futterresten und Pflanzenteilen: Mit einem feinmaschigen Kescher lassen sich abgestorbene Blätter, Futterreste oder Oberflächenfilm schnell entfernen, ohne einen Wasserwechsel durchführen zu müssen.
  • Abfischen von Nachwuchs: In Zuchtbecken dient der Kescher zum gezielten Separieren von Jungfischen, um sie vor dem Zugriff adulter Tiere zu schützen.
  • Fütterung: Lebendfutter wie Mückenlarven oder Wasserflöhe wird oft mit einem Kescher portionsweise aus dem Zuchtansatz entnommen.

Beim Fangen sollte ruhig und zügig vorgegangen werden. Hektische Bewegungen versetzen die Fische in Stress, können die Einrichtung beschädigen und trüben das Wasser auf. Ein bewährter Trick besteht darin, zwei Kescher gleichzeitig zu verwenden: Einer dient als Treibhilfe, der andere als eigentliches Fangnetz. So lassen sich auch scheue oder schnelle Arten wie Neonsalmler oder Zebrabärblinge deutlich einfacher einfangen.

Einsatz in der Terraristik

In der Terraristik kommen Kescher vorwiegend zum Einfangen von Futterinsekten zum Einsatz. Entflohene Heimchen, Grillen oder Fruchtfliegen lassen sich mit einem kleinen Kescher effizient wieder einsammeln. Für Amphibien wie Frösche oder Molche, die in Aquaterrarien gehalten werden, gelten ähnliche Grundsätze wie in der Aquaristik: Das Netz sollte weich und feinmaschig sein, um die empfindliche Haut der Tiere nicht zu beschädigen. Bei Reptilien wird der Kescher seltener eingesetzt, da hier Fangzangen, Haken oder das direkte Greifen per Hand üblicher sind.

Pflege und Hygiene

Nach jedem Gebrauch sollte der Kescher gründlich unter klarem Wasser ausgespült und getrocknet werden. Rückstände von Medikamenten, Salz oder Krankheitserregern können andernfalls beim nächsten Einsatz in ein anderes Becken verschleppt werden. Wer mehrere Aquarien betreibt, sollte idealerweise für jedes Becken einen eigenen Kescher verwenden oder den Kescher zwischen den Einsätzen desinfizieren – etwa mit einer verdünnten Kaliumpermanganat-Lösung oder handelsüblichem Aquarien-Desinfektionsmittel. Das Netz sollte regelmäßig auf Löcher und Abnutzung kontrolliert werden, da beschädigte Netze die Verletzungsgefahr für die Tiere erhöhen.

Alternativen zum klassischen Kescher