Kitfuchs
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Vulpes macrotis
- Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
- Familie: Hunde (Canidae)
- Gattung: Echte Füchse (Vulpes)
- Lebensraum: Trockene Wüsten, Halbwüsten und Graslandschaften im Südwesten Nordamerikas
- Größe: Kopf-Rumpf-Länge 45–53 cm, Schwanzlänge 25–34 cm, Schulterhöhe ca. 30 cm
- Gewicht: 1,5–2,7 kg
- Lebenserwartung: 5–7 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 12 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Der Kitfuchs zählt zu den kleinsten Wildhunden Nordamerikas. Sein Körperbau ist schlank und zierlich, die Beine wirken im Verhältnis zum Rumpf lang und dünn. Auffälligstes Merkmal sind die außerordentlich großen Ohren, die eine Länge von 7 bis 9 cm erreichen. Sie dienen sowohl der akustischen Ortung von Beutetieren als auch der Thermoregulation, da über die stark durchbluteten Ohrmuscheln überschüssige Körperwärme abgegeben wird – eine Anpassung, die in ähnlicher Form auch beim verwandten Fennek (Vulpes zerda) auftritt.
Das Fell ist kurz und dicht, an der Oberseite gelblich-grau bis bräunlich gefärbt, während Bauch und Innenseiten der Beine heller, oft weißlich sind. Die Schwanzspitze ist dunkel, meist schwarz. Im Gesicht zeichnen sich dunkle Flecken seitlich der Schnauze ab. Im Winter wird das Fell etwas dichter und nimmt einen leicht silbrigen Ton an. Die Sohlen der Pfoten sind behaart, was dem Kitfuchs auf lockerem Sand zusätzlichen Halt gibt und die Pfoten vor dem heißen Untergrund schützt.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Kitfuchses erstreckt sich über den trockenen Südwesten der USA und den Norden Mexikos. Er besiedelt aride und semiaride Regionen vom südlichen Oregon und Idaho über Nevada, Utah, Kalifornien, Arizona und New Mexico bis in die mexikanischen Bundesstaaten Baja California, Sonora und Chihuahua. Bevorzugte Habitate sind offene Wüsten- und Halbwüstenlandschaften, Salzflächen, Steppengebiete und Grasland mit spärlicher Vegetation. Entscheidend für die Wahl des Biotops ist ein lockerer, grabfähiger Boden, da der Kitfuchs auf Erdbaue angewiesen ist.
Lange wurde diskutiert, ob der Kitfuchs und der Swiftfuchs (Vulpes velox), der die Great Plains weiter östlich bewohnt, als getrennte Arten oder als Unterarten einer einzigen Spezies gelten sollten. In Überlappungsgebieten, etwa in den Grenzregionen von New Mexico und Texas, kommt es zu Hybridisierungen. Heute werden beide nach vorherrschender taxonomischer Auffassung als eigenständige Arten innerhalb der Gattung Vulpes geführt.
Ernährung
Der Kitfuchs ist ein opportunistischer Allesfresser mit Schwerpunkt auf tierischer Kost. Den Hauptteil der Nahrung bilden kleine Säugetiere, insbesondere Kängururatten (Dipodomys), Taschenratten, Mäuse und Kaninchen. Ergänzend frisst er Insekten, Eidechsen, Schlangen und bodenbrütende Vögel. Pflanzliche Nahrung wie Früchte, Beeren und Samen wird vor allem saisonal aufgenommen, wenn tierische Beute knapp ist. In der Nähe menschlicher Siedlungen nutzt der Kitfuchs gelegentlich auch Abfälle als Nahrungsquelle.
Den größten Teil seines Wasserbedarfs deckt der Kitfuchs über die aufgenommene Nahrung. Er kann längere Zeit ohne direkten Zugang zu Trinkwasser auskommen – eine wesentliche Anpassung an seinen wüstenartigen Lebensraum.
Verhalten & Lebensweise
Der Kitfuchs ist vorwiegend nachtaktiv und verbringt die heißen Tagesstunden in selbst gegrabenen oder von anderen Tieren übernommenen Erdbauen. Ein einzelnes Tier unterhält in seinem Revier häufig mehrere Baue, zwischen denen es regelmäßig wechselt – vermutlich, um Parasiten und Prädatoren zu entgehen. Die Baue verfügen über mehrere Ein- und Ausgänge und reichen bis zu zwei Meter tief in den Boden.
Kitfüchse leben als monogame Paare, wobei die Partner ein gemeinsames Revier besetzen, das je nach Nahrungsangebot zwischen 1 und 12 Quadratkilometer umfasst. Außerhalb der Paarungszeit und der Jungenaufzucht zeigen sie eher einzelgängerisches Verhalten. Die Kommunikation erfolgt über Lautäußerungen wie kurzes Bellen und Winseln sowie über Duftmarkierungen mit Urin und Sekreten der Analdrüsen.
Zu den natürlichen Feinden zählen Kojoten, Rotfüchse, Steinadler, Virginia-Uhus und Dachse. Vor allem der Kojote stellt eine erhebliche Bedrohung dar und ist in vielen Gebieten die häufigste Todesursache erwachsener Kitfüchse.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit fällt in die Monate Dezember bis Februar. Nach einer Tragzeit von etwa 49 bis 56 Tagen bringt das Weibchen zwischen einem und sieben Welpen zur Welt, im Durchschnitt sind es vier. Die Jungen werden blind und mit geschlossenen Ohren geboren und wiegen bei der Geburt rund 40 Gramm. Ihre Augen öffnen sich nach etwa zehn Tagen.
Beide Elternteile beteiligen sich an der Aufzucht. Der Rüde versorgt das Weibchen während der Säugezeit mit Nahrung. Ab der dritten bis vierten Lebenswoche beginnen die Welpen, feste Nahrung aufzunehmen, werden aber bis zur achten Woche gesäugt. Mit etwa fünf Monaten sind die Jungtiere selbstständig und verlassen im Herbst das elterliche Revier, um eigene Territorien zu etablieren. Die Geschlechtsreife tritt mit rund zehn Monaten ein.